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EuroSpeedway: Rennsport kein Schwerpunkt mehr

Von - 17.07.2017 13:04

Der EuroSpeedwayLausitz wird – wie berichtet – an die DEKRA verkauft. Der Rennsport wird künftig für die neuen Eigentümer nicht mehr im Vordergrund stehen.

Das wurde heute am Vormittag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der neuen und alten Eigentümer bekannt gegeben.

Wirtschaftlich betrachtet, ist das Betreiben einer Sportstätte für Motorsport alles andere als ein einfaches Geschäft, weiß die DEKRA. Besonders als Veranstalter von Großveranstaltungen ist man einem hohen finanziellen Risiko ausgesetzt, speziell hinsichtlich der Witterung und anderen äußeren Einflüssen. So mussten vor allem in den ersten Jahren bei der Betreibergesellschaft einige Defizite verbucht werden, welche sich teilweise in hohen sechsstelligen Beträgen negativ niederschlugen.

Sepp Meier und Sepp Hofmann vom bisherigen Betreiber, der EuroSpeedway Verwaltungs GmbH, die den Ring ab 1. Januar 2009 gepachtet hatten und ihn 2011 kauften: «Mit dem jetzt eingeschlagenen Schritt, den Lausitzring an den DEKRA-Konzern zu übergeben, versuchen wir langfristig den Erhalt des Lausitzrings zu sichern, auch wenn sich damit der Schwerpunkt der Nutzungsart verschieben wird. Wir können mit Stolz behaupten, dass wir eine solide Basis für die Weiterführung hinterlassen und bei einigen Veranstaltungen eine werthaltige Tradition aufgebaut haben. Wir hoffen sehr, dass auch weiterhin Veranstalter das Angebot des neuen Eigentümers nutzen und starke Zuschauerveranstaltungen mit packendem Motorsport auf dem Lausitzring durchführen.»

Aber die DEKRA stellte klar: Sie wird nicht als Rennveranstalter auftreten und wird als Rennpromoter kein finanzielles Risiko eingehen. Wenn aber ein Veranstalter für die DTM, ADAC GT Masters, IDM, die Superbike-WM, das Red Bull Air Race oder sonst eine Rennserie die Anlage mieten will, kann verhandelt werden.

Das bedeutet: Der neue Eigentümer betrachtet die Verträge mit der Dorna für ungültig, für die Superbike-WM 2018 muss also ein neuer Promoter gesucht werden.

Für die Saison 2016 war die Superbike-WM nach Deutschland in die Lausitz zurückgeholt worden. Sie tritt dieses Jahr vom 18. bis 20. August dort auf, für 2018 existiert ebenfalls ein Vertrag – aber mit dem alten Eigentümer.

Schon 2001 und 2002 sowie von 2005 bis 2007 veranstalteten die Lausitzring-Betreiber den deutschen WM-Lauf der seriennahen Meisterschaft.

Der EuroSpeedway ist die vierte permanente deutsche Rennstrecke neben dem Hockenheimring, Nürburgring und Oschersleben.

«Was die wirtschaftliche Lage betrifft, ist das Geschäft hier nicht einfach», räumte Sepp Meier ein. «Im Dezember 2016 wurden wir von unserem Nachbar DEKRA angesprochen, ob wir den Lausitzring verkaufen würden. Damals dachten wir noch nicht daran, weil der Motorsport unser Herzblut ist. Aber im Laufe der Gespräche sind wir zu dem Entschluss gekommen, die Anlage zukunftsfähig zu machen und der DEKRA zu übergeben.»

Meier weiter: «Das ist für uns ein schwieriger Schritt, denn der Rennsport wird nicht mehr an vorderster Front stehen, auf dem Lausitzring werden andere Aufgaben durchgeführt. Für uns und auch die Rennsport-Fans ist das eine Enttäuschung. Die DEKRA wird aber noch Rennsport-Veranstaltungen durchführen.»

Bereits in der Anfangsphase 2002 war der Lausitzring einmal insolvent. Aber dann kam ein neues Management, und 2006 und 2007 wurde ein Gewinn von ca. 1 Mllion Euro erwirtschaftet.

Was die Übernahme durch die DEKRA für den deutschen Motorsport genau bedeutet und welche Rennserien künftig nicht mehr berücksichtigt werden, steht noch nicht im Detail fest.

Im Frühjahr 2016 existierten für den EuroSpeedwayLausitz noch große Pläne. Das Zwei-Meilen-Oval sollte innerhalb von zwei Jahren modernisiert werden.

Doch die Verhandlungen verliefen im Sande.

Eigentlich sollte in Südbrandenburg bald wieder auf dem Oval gefahren werden, das 2001 erstmals als ChampCar-Rennschauplatz diente und damals traurige Berühmtheit erreichte, weil Alex Zanardi bei einem verheerenden Unfall beide Beine verlor.

Eröffnet wurde der Lausitzring im August 2000 nach einer Bauzeit von zwei Jahren.

Damals wurde das Tri-Oval als Herzstück betrachtet, doch die Indy-Cars traten nur zweimal in Klettwitz auf.

Im Jahr 2003 gastierte die ChampCar-Serie noch ein zweites Mal auf dem EuroSpeedway. Und während das Rennen 2001 von Kenny Bräck gewonnen wurde, siegte 2003 der Franzose Sebastién Bourdais.

«2018 wollen wird das Oval wieder zum Laufen bringen», erklärte Betreiber und Miteigentümer Josef Meier vor eineinhalb Jahren. «Das Oval ist ein Alleinstellungsmerkmal der Rennstrecke. Warum soll man das nicht nutzen?»

Aber es war klar: Es musste der Belag teilweise erneuert werden, auch die Sicherheitsvorkehrungen galt es zu verbessern, wenn die US-Serie noch einmal ein Deutschland-Gastspiel geben sollte.

Wobei aber auch in anderen Ländern die Pläne, die ChampCars oder Indy-Cars aus Amerika anzulocken, gescheitert waren. In Surfers Paradise/Australien wird längst nicht mehr gefahren, auch in Welkom/Südafrika nicht mehr, auch in Rockingham/GB ist von der Rennstrecke samt Oval nur noch eine Ruine übrig.

 

 

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Sepp Meier und Sepp Hofmann verkauften die Rennstrecke an die DEKRA © Gold & Goose Sepp Meier und Sepp Hofmann verkauften die Rennstrecke an die DEKRA
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