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Lucas Auer: «Da bin ich durchgedreht»

Von - 09.09.2017 20:20

Ein Sieg im Regenrennen am Nürburgring, und Lucas Auer ist wieder zurück im Titelkampf. Doch der Österreicher weiß, wie schnell es gehen kann.

Lucas Auer musste lachen. Am Freitag ging es im Gespräch mit SPEEDWEEK.com noch um den Titelkampf und die generellen Chancen für die alten Hasen oder die jungen Hüpfer. Einen Tag später hüpfte der Neffe von DTM-Chef Gerhard Berger durch seinen dritten Saisonsieg mit 127 Punkten auf Gesamtplatz zwei, einen Zähler hinter dem Führenden Mattias Ekström.

Doch Auer weiß, wie schnell es gehen kann. «Vor 24 Stunden hieß es noch, der Auer muss jetzt liefern. Und jetzt heißt es, es ist wieder alles offen. Es ist immer alles offen. Vor dem letzten Rennen wird nichts entschieden. Heute ist es der junge Hüpfer, morgen dann wieder der alte Hüpfer», scherzte ein gut gelaunter Auer.

Er hat es selbst erlebt: Nach den ersten beiden Events war er der große Titelkandidat, in den vergangenen Monaten musste er einige Rückschläge hinnehmen und fiel bis auf Platz sechs zurück.

Diesmal lief endlich mal wieder alles für ihn, im Regen-Roulette beim 13. Saisonrennen auf dem Nürburgring hatte er das große Los gezogen. Denn: Im Gegensatz zu einigen anderen Fahrern hatte Mercedes bei den Wetterkapriolen in der Eifel das richtige Näschen. Auers Regenreifen waren zur Mitte des Rennens komplett kaputt, nachdem es nach einem Regenschauer vor dem Start wieder abtrocknete.

Auer konnte seinen Boliden kaum noch auf der Strecke halten. Er gab dabei im wahrsten Sinne des Wortes die Wasserstände durch. Denn das Funkverbot war immerhin insoweit aufgehoben, als dass sein Ingenieur auf Fragen den Reifen betreffend mit Ja oder Nein antworten durfte. Letztendlich traf das Team die Entscheidung, Auer draußen zu lassen und zum richtigen Zeitpunkt in die Box zu holen.

Als Auer gegen Ende des Rennens hinter seinem Teamkollegen Edoardo Mortara feststeckte, verlor der 22-Jährige für kurze Zeit vollkommen den Überblick. Seine folgende Schimpftirade gegen den Italiener tat ihm hinterher leid. «Da bin ich durchgedreht. Das war in der Hitze des Gefechts und ich war einfach nur verwirrt wegen meiner Position», sagte Auer. Er weiß für die Zukunft: «Am besten gar nicht mehr nachdenken, immer Vollgas und jeden angreifen und überholen.»

Überholen durfte er dann noch vor der letzten Runde. Denn: Nach Auers Stopp lag sein Markenkollege Paul di Resta in Führung. Dass der deutlich langsamer wurde und dann bereitwillig Platz machte, gefällt vielen Fans nicht. In der DTM hätte das allerdings jeder andere auch so gemacht. «Erwartet habe ich das nicht. Sagen wir es mal so: Am Ende ist es für Mercedes, für die Meisterschaft und für mich ein Mega-Tag», meinte Auer.

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