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DTM emotional: Jetzt kommen die Scharmützel

Von - 13.09.2018 10:39

Die DTM biegt auf die Zielgerade der aktuellen Saison ein. Und es wird «kuschelig». Denn traditionell kochen die Emotionen hoch. Am Nürburgring ging es bereits heiß her, vor allem im Nachgang.

Klar: Es werden Titel vergeben, und zum Ende der Saison wollen sich alle Fahrer nochmal ins rechte Licht rücken. Denn irgendwann in den kommenden Wochen stehen für einige Piloten Vertragsgespräche an. Gibt es Antworten auf Zukunftsfragen.

Gut, wenn man dann ein paar Argumente für sich auf der Strecke gesammelt hat. «In der Endphase der Saison will sich jeder empfehlen, von daher werden wir auf dem Red Bull Ring sicher wieder mehr Kontakte sehen. Man kennt die Fahrer, die etwas zu verlieren haben, das muss man natürlich im Rennen beachten», sagte Meister René Rast.

«In der DTM hat es Tradition, dass es zum Ende der Saison emotional wird und man gegenseitig austeilt», sagte Mercedes-Teamchef Ulrich Fritz. Auch BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt weiß: «Dass jetzt ein wenig ausgeteilt wird, sowohl auf der Strecke als auch nebendran, ist normal. Kleine Scharmützel untereinander hatten wir immer. Dass wir nicht die engste Meisterschaft haben spielt sicher auch eine Rolle.»

Im Grunde befinden sich realistisch gesehen nur noch das Mercedes-Duo Gary Paffett (206 Punkte) und Paul di Resta (204) sowie Titelverteidiger René Rast (Audi/149) im Kampf um die Krone. Der Rest des Feldes kann untereinander Vollgas geben. Wobei man als Titelkandidat nicht unbedingt mit Samthandschuhen angefasst wird.

Das musste di Resta am Samstag schmerzlich erfahren, als er von BMW-Rookie Philipp Emg umgedreht wurde. Anschließend gab es im Pressezentrum ein seltenes Bild, als die beiden Piloten aufeinandertrafen. Eng reichte di Resta die Hand, der Schotte («Seine Taktik war klar: Ich war der Feind Nummer eins. Das war sehr unfair. Ich hätte mir mehr Sportsgeist gewünscht»), wies die Entschuldigung allerdings zurück. Er beschwerte sich anschließend auch noch bei Marquardt über Engs angebliche «Bremstests».

Das löste beim BMW-Boss nur Unverständnis aus. «Paul hat sich selbst geschadet. An den Rennen, an denen du nicht um den Sieg fährst, musst du dafür sorgen, dass du die meisten Punkte mitnimmst.»

Di Resta hat seine Lektion gelernt: «Hoffentlich fällt mir der Samstag nicht noch auf die Füße, wenn man auf Platz vier liegt und rausgekegelt wird. Ich konnte im Sonntagsrennen Schadensbegrenzung betreiben und habe immer noch eine sehr gute Ausgangslage. Du musst kampfbereit sein, um in den Kampf eingreifen zu können. Wenn ich die Ellenbogen ausfahren muss, werde ich das machen.»

Dass es beim Zweikampf zwischen den beiden Teamkollegen knallen wird, ist eher unwahrscheinlich. «Wir kennen uns schon lange. Wir sind Freunde und sprechen an einem Rennwochenende auch mal über private Dinge. Aber wir sind auch Rivalen. Der Erste, den es zu schlagen gilt, ist der Teamkollege. Wenn man gegen jemand anderen fährt, hat man immer die Ausreden, dass er ein besseres Auto hat. Aber wenn es dein Teamkollege ist, der dich schlägt, dann hat er einen besseren Job gemacht. Es ist ein heißer Zweikampf auf einer gesunden Basis.»

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