DTM

DTM: Mercedes-Teamchef warnt vor Negativspirale

Von - 26.09.2018 14:39

Uli Fritz im Interview über die Situation bei Mercedes vor dem letzten Rennwochenende der DTM-Saison, das Thema Teamorder und die eigenen Schwächen.

Uli, die Herstellerwertung ist gewonnen, die Teamwertung kann nur noch ein Mercedes-Team für sich entscheiden und doch hat man in Spielberg wenige glückliche Gesichter gesehen.

Natürlich haben wir uns alle über die Titelgewinne gefreut. Aber die wichtigste Trophäe in der DTM ist nun mal der Fahrertitel. Und im Kampf um diesen haben wir leider Boden verloren. Das lag zum einen daran, dass Audi in den letzten Rennen immer stärker wurde, zum anderen aber an unserer eigenen Leistung. Aber solche Rückschläge gehören zum Sport. Ich warne auch ausdrücklich davor, jetzt alles schlecht zu reden oder sich in irgendeine Negativspirale zu begeben. Wenn man sich gerade die Herstellerwertung anschaut, dann muss man sagen, dass wir dieses Jahr dominiert haben. Auch in Spielberg standen wir zweimal auf der Pole und haben zumindest einen Podestplatz eingefahren. Wir haben mit Paul und Gary zwei Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer auf den ersten beiden Positionen der Meisterschaftswertung, kommen mit einem Punktevorsprung nach Hockenheim und das schaffst du in der DTM nicht, wenn es im Team nicht funktioniert. 

Gerade in den sozialen Netzwerken wurde am Wochenende kontrovers diskutiert. Einmal über das Manöver von Audi, aber auch über eure Boxenstopps.

Fangen wir mit Audi an. Ich kann verstehen, dass der Fan darüber nicht begeistert war. Das waren wir auch nicht. Auf der anderen Seite sind solche Aktionen aber auch Teil der DTM. Wir haben Pascal bei seinem Meistertitel 2015 auch unterstützt. Wichtig finde ich, dass man damit offen umgeht. Das haben wir 2015 getan und das hat Audi am Wochenende getan. Die DTM ist am Ende des Tages einfach auch ein Teamsport. Das bringt mich zum Thema Boxenstopp. Natürlich sieht es nicht gut aus, wenn ein Boxenstopp daneben geht und leider ist uns das in letzter Zeit häufiger passiert. Was ich nicht akzeptieren kann, ist, dass Leute dann in den sozialen Netzwerken auf die Jungs einprügeln - insbesondere dann nicht, wenn klar sein muss, dass wir das Rennen am Sonntag nicht in der Box verloren haben, sondern schlicht nicht die Pace der beiden Audis hatten. Das ganze Team trainiert wirklich hart und jeder gibt sein Bestes. Was sie jetzt brauchen, ist die Unterstützung unserer Fans. Wir als Team stehen definitiv hinter ihnen. 

Was erwartest du dir bis Hockenheim?

Dass wir uns wieder auf unsere Stärke konzentrieren und alles Negative abschütteln. Abgesehen davon, werden wir genauso fokussiert weiterarbeiten wie bisher. Wir wollen das Triple perfekt machen - und dazu gehört auch der Fahrertitel. Das steht außer Frage. 

 

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