DTM

DTM 2019: Wie stark ist Aston Martin beim Einstieg?

Von - 03.11.2018 08:48

Es war in der Vergangenheit immer ein großer Grund, warum Hersteller die Bühne DTM gemieden haben: Niemand hatte große Lust, sich von den deutschen Premiummarken verprügeln zu lassen.

Dazu wäre es wohl gekommen, wenn jemand den Schritt gewagt hätte. BMW hatte vor der Rückkehr 2012 eine Menge Knowhow und noch mehr Geld in das Comeback gesteckt, dazu gab es ein neues technisches Reglement.

Andere mögliche Mistreiter schreckten aber offenbar bei dem Gedanken zurück, auch die Kostenfrage konnte offenbar niemand positiv für sich beantworten. Zu teuer, zu viel Politik, zu viel Mauschelei, zu wenig international – die Liste der Vorbehalte war lang.

Seitdem hat sich eine Menge verändert. Mit dem Ende der Saison 2018 ist Mercedes nach 30 Jahren ausgestiegen. Ein Einstieg anderer Hersteller ist inzwischen aber wesentlich einfacher als früher, vor allem durch die gestiegene Anzahl an Einheitsbauteilen und die geringeren Kosten. Angeblich soll ein DTM-Auto pro Saison rund drei Millionen Euro kosten. Ob die Zahl in der Praxis tatsächlich zu halten ist – unklar. Dafür bietet aber das neue Class-1-Reglement mit modifizierten Autos und einem neuen Motor einen günstigen Zeitpunkt.

Darin sind sich alle einig, und Audis Motorsportchef Dieter Gass bringt das auf den Punkt: «Ich glaube, der Moment war nie so günstig. Das betrifft einerseits das Finanzielle, das notwendig ist. Aber auch die Möglichkeit, dass man von Anfang an wettbewerbsfähig mitfahren kann.»

Von Anfang an wettbewerbsfähig: Kann der neue Mitstreiter Aston Martin von Anfang an konkurrenzfähig sein?

Die Verantwortlichen halten sich freilich bedeckt. Klar ist aber: Die britische Kultmarke macht nicht mit, um die DTM zu retten oder ein bisschen Spaß zu haben. Es ist keine Frage: Die Ambitionen sind groß.

Zunächst will Aston Martin zwei Autos an den Start bringen, mittelfristig sind vier Autos geplant. Wann man 2019 genau erstmals an den Start gehen will? Offen: «Das hängt von der Entwicklung ab, und von den Testmöglichkeiten. Unser Ziel sind gute Ergebnisse, deshalb kommen wir dann, wenn wir dazu bereit sind», stellte Teamchef Florian Kamelger von R-Motorsport klar.

R-Motorsport wird den britischen Hersteller in der DTM vertreten. R-Motorsport ist wiederum die Rennsport-Marke der AF Racing AG. Das Unternehmen ist wiederum ein strategischer Partner im Hyper-Sportwagenprojekt Aston Martin Valkyrie, in das auch Red Bull Racing und Aston Martin involviert sind.

Hinzu kommt ein Joint Venture von AF Racing und dem aktuellen Mercedes-Werksteam HWA. Dieses Joint-Venture-Unternehmen ist für die Entwicklung und den Aufbau der DTM-Fahrzeuge zuständig, daneben auch für den neuen Vierzylinder-Turbomotor, mit dem ab 2019 gefahren wird.

Hört sich kompliziert an, ist aber alles wohlüberlegt. Klar ist: Mit HWA, dem erfolgreichsten Team in der DTM-Geschichte an Bord, dürfte das ganze Projekt sehr schnell auf Augenhöhe sein. Das wird zumindest das ehrgeizige Ziel in Affalterbach sein. «Ich würde es mir wünschen», sagte Gass: «Ich denke, wenn sie eintreten, werden sie wettbewerbsfähig sein.»

Sein BMW-Kollege Jens Marquardt weiß: «Sie starten nicht irgendwo weit hinten, sondern fast auf Augenhöhe. Das wird von Anfang an richtig interessant. Ich erwarte, dass sie von Anfang an auf einem sehr hohen Niveau unterwegs sein werden.»

HWA-CEO Ulrich Fritz: «Die gesamte Mannschaft brennt darauf nach den erfolgreichen Jahren mit Mercedes-AMG, nun mit R-Motorsport und Aston Martin ein neues Kapitel in der DTM aufzuschlagen. Mit unserem geplanten Joint Venture haben wir eine sehr gute Basis geschaffen, um an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen. Sicher wird die Aufgabe für uns alle eine große Herausforderung, aber wir werden alles dafür tun, zum Saisonstart der DTM ein wettbewerbsfähiges Paket an den Start zu bringen.»


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