DTM

Aston Martin und Co.: Das hat die DTM 2019 zu bieten

Von - 09.01.2019 08:28

Die DTM startet in eine neue Ära: Neben neuen Mitstreitern gibt es ein neues Reglement, neue Strecken und neue Autos. SPEEDWEEK.com mit einem Überblick.

2019 wird sich die Tourenwagenserie in einem neuen Gewand präsentieren. Gerhard Berger ist gespannt. Denn für den DTM-Chef gibt es wegen der vielen Neuerungen einige Fragezeichen bei dem Aufbruch der DTM in eine neue Ära.

«Werden Audi und BMW angesichts neuer Motoren und geänderter Aerodynamik auf Anhieb auf Augenhöhe kämpfen? Wie schlägt sich die neue Marke Aston Martin? Wie kommt das reichhaltige Rahmenprogramm bei den Fans an?», so Berger.

Aston Martin, neue Autos, neues Rahmenprogramm: Es gibt in der Tat viele Änderungen für die anstehende Saison. SPEEDWEEK.com mit einem Überblick.

Aston Martin:

Der Autobauer ist bereits ab 2019 dabei! Zunächst will man mit zwei Autos an den Start gehen, mittelfristig ist der Einsatz von bis zu vier Rennfahrzeugen im von Aston Martin lizensierten DTM Silhoutte-Design des Typs Vantage geplant.

Den Einsatz organisiert und steuert die AF Racing AG mit Sitz in Niederwil bei St. Gallen. Mit seinem Team R-Motorsport setzt das Schweizer Rennsport-Unternehmen bereits erfolgreich Aston Martin Vantage GT3-Rennfahrzeuge im Blancpain GT Series Endurance Cup ein. R-Motorsport wird auch den DTM-Einsatz übernehmen. Die Fahrer sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.

In Zukunft auch weiterhin dabei: Das bisherige Mercedes-Werksteam HWA. Das Unternehmen aus Affalterbach gründet mit AF Racing ein Joint-Venture-Unternehmen. Dieses Unternehmen wird unter anderem auch für die Entwicklung und den Aufbau der DTM-Fahrzeuge zuständig sein.

Class One/Neue Autos:

Die DTM ist mit einem neuen Reglement und neuen Autos unterwegs, denn 2019 wird das sogenannte Class-One-Reglement eingeführt.

Der größte Unterschied ist der Motor. Denn der 4-Zylinder-Turbomotor mit zwei Litern Hubraum löst die bislang eingesetzten V8-Aggregate ab und hat mehr Power. Die Leistung wird rund 600 PS – also gut 100 PS mehr als aktuell – betragen und es können Höchstgeschwindigkeiten jenseits der 300 km/h erreicht werden.

Komplett neu ist auch die Aerodynamik: Heckflügel, Unterboden, Front- und Heckdiffusor wurden für die Saison 2019 per Reglement neu definiert. Gleichzeitig wurde der Vorderwagen an den kompakteren Turbomotor und dessen Kühlbedarf angepasst.

«Das neue DTM-Auto hat mächtig Bums und geht richtig vorwärts», schwärmte Nico Müller. «Der Turbomotor schiebt ganz gewaltig an. Wir werden Geschwindigkeiten erleben, wie es sie in der DTM noch nie gegeben hat. Die Mehrleistung ist wirklich spürbar. Die Anforderungen an uns Fahrer werden noch höher. Das Auto sieht auch richtig schnell aus, wenn man an der Strecke steht.»

Wichtigste Grundlage des neuen Reglements ist das Gleichteile-Konzept. Dies führt zu einer deutlichen Kostenreduzierung und zahlt gleichermaßen in die Bereiche Sicherheit und Chancengleichheit ein. Komponenten aus nahezu allen Bereichen des Fahrzeugs werden vereinheitlicht und in Europa und Japan hergestellt und vertrieben. Für alle diese Bauteile müssen die beteiligten Hersteller keine kostenintensive Entwicklung mehr betreiben. Herzstück der Fahrzeuge ist das Kohlefaser-Monocoque mit integrierter Sicherheitszelle, das in der DTM bereits seit Jahren zum Einsatz kommt.

Audi-Motorsportchef Dieter Gass: «Die Autos sind schneller, anspruchsvoller zu fahren, sehen noch dynamischer aus und klingen richtig gut. Die DTM steht am Anfang einer spannenden Ära. Ich kann es schon jetzt kaum erwarten, die neuen Autos erstmals in einem Rennen zu erleben. Die Verbesserung des Leistungsgewichts ist mit bloßem Auge zu sehen. Damit machen wir einen deutlichen Schritt zu dem von Gerhard Berger gewünschten „Ritt auf der Kanonenkugel“.»

Sound:

Eine weitere Folge des neuen Motors ist der Sound, an man sich gewöhnen muss. Müller: «Der Sound ist faszinierend. Ich möchte den Turbo auf keinen Fall mehr gegen den alten V8-Sauger eintauschen.»

Mike Rockenfeller meint: «Im Auto selbst ist der Sound gar nicht viel anders. Beim Runterschalten scheppert es allerdings mächtig im Auspuff. Das ist cool für uns Fahrer und auch für die Fans. Insgesamt sind die Motoren etwas leiser, trotzdem hört und sieht man, dass viel Kraft dahintersteckt. Der Klang ist ein anderer als in der Vergangenheit, aber ein sehr schöner. Audi hat viel Erfahrung mit Turbomotoren im Motorsport. Ich fand die Turbomotoren schon in der Rallyezeit gigantisch. Es ist toll, dass wir jetzt auch in der DTM einen Turbo im Auto haben.

Kundenteams:

WRT wird als Kundenteam von Audi in der kommenden Saison an den Start gehen. Die Mannschaft um Teamchef Vincent Vosse plant den Einsatz von zwei neuen Audi RS 5 DTM. Im Dezember war WRT erstmals bei DTM-Testfahrten dabei.

Das im belgischen Baudour beheimatete W Racing Team wurde 2009 gegründet. International einen Namen gemacht hat sich die Mannschaft vor allem durch zahlreiche Siege und Meistertitel mit dem GT3-Rennwagen Audi R8 LMS. «Der Aufstieg in die DTM war ein Traum von uns», sagt Vosse. «Als Teil der Audi-Familie haben wir die DTM mit Interesse verfolgt. Die Bühne war schon immer großartig. Der Zeitpunkt für einen Einstieg war nie besser als jetzt: 2019 kommen erstmals die neuen Zweiliter-Turbomotoren zum Einsatz, mit denen alle Teams bei null starten. Und wir bekommen dasselbe Material wie die Werksteams. Das macht die DTM für uns und in Zukunft sicher auch für andere Teams so interessant.»

Es soll noch mehr kommen: Auch BMW würde zwei Autos stellen. Motorsportdirektor Jens Marquardt verhandelt mit zwei Interessenten, wie er bei der Saisonabschluss-Feier bestätigte und sprach von «intensiven» Bemühungen.

«Wir sind nach wie vor an dem Thema dran, sehr intensiv. Wir haben noch immer nicht den Status erreicht, dass wir unser Kundenteam vorstellen können. Aber wir bereiten uns so darauf vor, dass wir das im nächsten Jahr unterstützen können. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Wochen wirklich zu einer Lösung kommen», sagte Marquardt.

Unkompliziert ist so ein Projekt schließlich nicht. «Bei einem Privatteam musst du vieles auf die Beine stellen. Fahrer, Sponsoring-Pakete, und und und», erklärt Marquardt.

Gemeinsam mit den Interessenten sei man noch nicht soweit, dass das Paket stehe und man loslegen könne, so Marquardt: «Aber ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass wir eine Lösung kriegen. An der Konstellation arbeiten wir noch.» Heißt: Entweder ein Team geht mit zwei Autos an den Start oder zwei Teams mit jeweils einem Boliden.

Fahrer:

BMW und Audi haben ihre Kader bereits bekanntgegeben. Audi setzt auf bewährte Kräfte: Wie gehabt werden Vizemeister Rene Rast, Mike Rockenfeller, Loic Duval, Robin Frijns, Jamie Green und Nico Müller an den Start gehen.

Auch BMW setzt beim Aufbruch in eine neue DTM-Ära auf Kontinuität: In Philipp Eng, Joel Eriksson, Timo Glock, Bruno Spengler und Marco Wittmann bleiben fünf der bisherigen DTM-Fahrer an Bord. Offen ist aber noch der letzte Platz im Kader. Den hatte der bisherige Stammfahrer Augusto Farfus freigemacht. Der Brasilianer hat seine DTM-Karriere beendet, um sich mehr auf den GT-Sport zu konzentrieren.

Kandidaten für den sechsten Platz sind die beiden Werksfahrer Nick Catsburg und Mikkel Jensen, Nick Yelloly und Sheldon van der Linde.

Aston Martin und WRT haben sich noch nicht zu ihren Fahrern geäußert.

Kalender:

Im kommenden Jahr werden nur noch neun statt wie bisher zehn Events ausgetragen, dabei gastiert die Serie im niederländischen Assen und in Zolder (Belgien). Die Rückkehr nach Zolder ist eine besondere, schließlich trug die DTM dort am 11. März 1984 ihr erstes Rennen aus, damals noch unter dem Titel «Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft».

Start und Finale finden wie gewohnt in Hockenheim statt, daneben sind in Deutschland auch der Norisring, der Lausitzring sowie der Nürburgring dabei. Insgesamt vier Stationen gibt es im Ausland: Neben Assen und Zolder sind das wie in diesem Jahr Brands Hatch (Großbritannien) und Misano in Italien. Rausgeflogen aus dem Kalender sind demnach Budapest, Zandvoort und Spielberg. «Wir setzen weiterhin auf eine ausgewogene Mischung aus Veranstaltungen an Deutschlands beliebtesten Motorsport-Standorten sowie attraktiven Rennstrecken in weiteren, großen europäischen Märkten», sagt ITR-Geschäftsführer Achim Kostron.

Was noch offen ist: Die Termine und Austragungsorte der beiden gemeinsamen Events mit der japanischen Super-GT-Serie. Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Rahmenprogramm:

Zu den Rennwochenenden gehört auch ein neues Rahmenprogram, nachdem das Programm in diesem Jahr bisweilen sehr dürftig war und auch oft in der Kritik stand. Was die DTM schmerzhaft feststellen musste: Für viele Fans ist und bleiben die Rahmenserien ein wichtiger Grund, um ein Ticket zu kaufen. So gab es 2018 kein Motorsport Festival mit dem GT Masters, dazu suchte der Porsche Carrera Cup das Weite, kehrt aber 2019 zurück.

Dazu gibt es eine Weltpremiere. Denn: Die neu geschaffene, internationale W Series trägt ihre Rennen zunächst exklusiv bei der DTM aus.

Der Porsche Carrera Cup feiert nach einjähriger Pause sein Comeback bei der DTM. An gleich sechs Rennwochenenden werden Porsche Markenpokale im Rahmenprogramm der DTM auftreten. Beim Comeback der DTM in Zolder sorgt die Belcar Endurance Championship mit ihrem abwechslungsreichen Starterfeld an GT-Tourenwagen für einen sportlichen Leckerbissen. Richtig laut wird es in Assen.

Bei der DTM-Premiere auf der niederländischen Strecke ist die Rennserie BOSS GP mit von der Partie. Das Akronym steht für «Big Open Single Seater» und schließt Formel-Fahrzeuge verschiedener Serien ein: Formel 1, GP2, World-Series-by-Renault, IndyCar und Formula Superleague. Wie auch 2018 ist das Tourenwagen Classics in der kommenden Saison zweimal mit von der Partie.

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