DTM

GP Ice Race ist zurück: «Absolute Herausforderung»

Von - 19.01.2019 08:42

Motorsport mal anders: Noch nie sind so unterschiedliche Rennwagen aus dem Motorsport-Programm von Audi zusammen auf Schnee und Eis gefahren. Das ändert sich am 19. und 20. Januar 2019.

Beim GP Ice Race im österreichischen Zell am See driftet Daniel Abt mit dem elektrisch angetriebenen Audi e-tron FE04 um einen Eisparcours. DTM-Champion René Rast bändigt erstmals seinen Audi RS 5 DTM auf glattem Untergrund.

Von 1937 bis 1973 waren Eisrennen in Zell am See ein Publikumsmagnet und Treffpunkt der internationalen Motorsport-Elite. Diese Tradition lässt das Organisationsteam um Ferdinand Porsche und Vinzenz Greger nach 45 Jahren aufleben.

Audi Tradition nutzt das Revival, um Geschichte und Zukunft des Rennsport-Programms zu demonstrieren – unter anderem mit einem Auto Union Typ C, der Teil der historischen Ausstellung ist. Hans Stuck gewann damit 1938 ganz in der Nähe von Zell am See das Großglockner-Bergrennen. Das spektakulärste Rallyeauto aller Zeiten, der Audi Sport quattro S1, wird ebenfalls beim GP Ice Race seine Runden drehen.

Es wird definitiv laut und schnell, wenn René Rast seinen Audi RS 5 DTM in Zell am See startet. Der DTM-Champion von 2017 ist neugierig, wie gut die Spike-Reifen mit den mehr als 500 PS seines Rennwagens klarkommen. «Im Kart bin ich einmal auf Spikes ein Eisrennen gegen Nico Rosberg gefahren und mit der Audi driving experience war ich schon in Schweden», sagt der 32-jährige Profi.

«Eis ist natürlich die absolute Herausforderung für einen Rennfahrer. Alles läuft wie in Zeitlupe ab und trotzdem müssen wir uns voll konzentrieren. Es ist einerseits Spaß, andererseits wollen wir immer auch das Limit fühlen. Ich bin schon sehr gespannt.»

Daniel Abt ist in seinem offenen Cockpit noch näher an den stiebenden Kristallen. Der Allgäuer, der 2018 in der Formel E sein Heimrennen in Berlin gewann, steuert das Formel E-Meisterauto Audi e-tron FE04. Der elektrische Rennwagen krallt sich ebenfalls mit Spikes in den Untergrund.

«Im Monoposto auf Eis – was für eine Kombination!», sagt der 26 Jahre alte Audi-Pilot. «Einmal bin ich ein Eiskartrennen gefahren, ein anderes Mal war ich auf Schnee Beifahrer bei Mattias Ekström im Rallycross-Audi. Aber selbst habe ich noch nie ein Rennauto auf Eis bewegt. Das wird sicher eine Super-Gaudi. Ich hoffe, dass ich keinen Eiskratzer für mein Helmvisier brauche ...»

Das GP Ice Race ist zurück

Das GP Ice Race in Zell am See präsentiert eine beindruckende Bandbreite von historischen und aktuellen Renn- und Rallyefahrzeugen. Die Nennliste ist mit rund 130 Teilnehmern genauso ausgebucht wie die Hotels am Veranstaltungsort in Zell am See.

«Wir sind von der Resonanz auf unsere erste Veranstaltung schlichtweg überwältigt. Als wir die Idee hatten, das von 1937 bis 1974 veranstaltete Eisrennen in Zell am See mit einem neuen Konzept wiederzubeleben, haben wir uns dieses Teilnehmerinteresse nicht träumen lassen. Niemals zuvor wurden an einem Ort legendäre Renn- und Rallye-Autos in dieser Anzahl und Qualität versammelt», freut sich Ferdinand Porsche, zusammen mit dem Nürnberger Vinzenz Greger Initiator der Veranstaltung.

Volkswagen stellt zum Beispiel den Elektro-Prototypen ID. R aus, der im Juni 2018 das Bergrennen am legendären Pikes Peak in neuer Rekordzeit gewann. Der VW Golf 2 GTI, Gruppe-A-Rallye-Weltmeister 1986, und der einzigartige Bi-Motor VW Golf 2 Pikes Peak von 1987 werden von Rallye-Ass Jochi Kleint gefahren. Der mehrmalige Pikes-Peak- und Le-Mans-Sieger Romain Dumas gibt dem brandneuen VW Polo GTI R5 auf dem Eis die Sporen.

Škoda bringt den amtierenden WRC 2-Champion Jan Kopecký nach Zell am See. Er wird vom österreichischen Nachwuchsfahrer Julian Wagner herausgefordert. Beide Piloten bilden mit ihren Škoda Fabia R5 die Speerspitze in der R5-Kategorie aktueller Rallyefahrzeuge. Der österreichische Rallyefahrer Günther Knobloch fährt einen weiteren Škoda Fabia R5 im Feld der R5-Fahrzeuge. Einen 140 PS starken, hinterradangetriebenen Škoda 130 RS wird der siebenmalige Deutsche Rallyemeister Matthias Kahle gewohnt spektakulär um den Eis-Parcours bewegen.

Im Reigen historischer Rennwagen sticht eine wahre Ikone des Motorsports hervor: ein Porsche 550 Spyder – auch James Dean Porsche genannt –, der vor rund 60 Jahren in Zell am See am Start war und ursprünglich Ferry Porsche gehörte. Das Konzept eines mit nur 490 Kilogramm Leergewicht ultraleichten Sportwagens namens MA-01verfolgte Otto Mathé bereits 1952. Der Renner, Spitzname Fetzenflieger, hat einen 1,5 Liter großer Porsche-Motor mit 130 PS im Heck.

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