DTM

Unerwartet verstorben: Trauer um Charly Lamm

Von - 25.01.2019 18:09

Charly Lamm, der frühere Teamchef des Rennstalls Schnitzer, ist unerwartet verstorben. Das teilte das Team am Freitag mit.

Große Trauer um Charly Lamm: Der langjährige Teamchef des Schnitzer-Rennstalls ist nach einer kurzen, aber schweren Krankheit verstorben. Das teilte das Team am Freitag mit. Lamm wurde 63 Jahre alt.

«Jeder bei Schnitzer Motorsport ist fassungslos über diesen unerwarteten Verlust. Unsere Gedanken sind bei Charlys Frau und seinen Söhnen», hieß es in dem Statement.

BMW Motorsportdirektor Jens Marquardt: «Völlig unerwartet hat uns die Nachricht von der Familie Lamm erreicht, dass Charly Lamm am Donnerstag verstorben ist. Unser tief empfundenes Beileid gilt der Familie Lamm und der Familie Schnitzer. Es ist schier unfassbar, dass Charly nicht mehr unter uns ist. Er hat den Rennsport bei BMW über Jahrzehnte entscheidend geprägt, mit seinem Team großartige Triumphe gefeiert und Fans auf der ganzen Welt mit seiner einzigartigen Leidenschaft für den Rennsport fasziniert. Ihn so plötzlich zu verlieren, ist ein Schock und eine Tragödie – gerade deshalb, weil Charly dabei war, ein ganz neues Kapitel in seinem Leben aufzuschlagen. Wir trauern um eine international geschätzte und geliebte Persönlichkeit, die für immer eng mit BMW Motorsport verbunden sein wird. Danke für alles, Charly. Wir werden Dich unendlich vermissen.»

Sowohl beim 24-Stunden-Rennen von Daytona als auch beim Rennen der Formel E in Santiago werden die BMW-Teams in Gedenken an Charly Lamm mit Trauerflor starten.

«Die Nachricht vom plötzlichen und für mich völlig unerwarteten Tod von Charly Lamm macht auch uns bei Audi sehr betroffen», erklärte Audis Motorsportchef Dieter Gass: «Die Motorsportfamilie verliert eine charismatische Persönlichkeit und einen großartigen Menschen. Wie kaum ein Zweiter hat Charly Lamm für den Motorsport gelebt. Er war ein echter Sportsmann, ein überaus fairer Wettbewerber und hat auch immer an das große Ganze gedacht. Gespräche mit ihm waren für mich immer sehr inspirierend. Für mich war er ein Vorbild. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und der gesamten Schnitzer-Mannschaft, für die Charly Lamm gelebt hat.»

Unter der sportlichen Führung von Charly Lamm feierte Schnitzer Motorsport große Triumphe im internationalen Rennsport – darunter der Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans 1999, insgesamt zehn Gesamtsiege bei den 24-Stunden- Rennen auf dem Nürburgring und in Spa, sowie Titel in der DTM (1989 und 2012), der Tourenwagen- WM und -EM sowie in vielen weiteren Rennserien rund um den Globus.

Bruno Spengler, mit dem Lamm 2012 den DTM-Titel im Jahr des BMW-Comebacks gewann, meldete sich ebenfalls. Auf Twitter schrieb der Kanadier: «Lieber Charly, dieser Tag ist sehr traurig für die ganze Motorsport Familie. Danke Charly für die Emotionen, die wir zusammen hatten. Danke für die Meisterschaft und alles was ich von Dir gelernt habe ! Ich werde Dich sehr vermissen.»

Auch die DTM trauert um die Motorsport-Legende. «Ich bin erschüttert von der Nachricht, dass Charly gestorben ist», sagt Gerhard Berger, Chef der DTM-Dachorganisation ITR. Der ehemalige Formel-1-Fahrer, der zu Beginn seiner Laufbahn für Schnitzer einige Tourenwagenrennen bestritt: «Er war nicht nur einer der besten Teammanager, mit denen ich in meiner Laufbahn als Rennfahrer und BMW Motorsport Direktor zusammengearbeitet habe. Charly war auch mein Freund. Er war ein toller Charakter. Ich möchte seiner Frau und seinen Söhnen mein herzliches Beileid aussprechen.»

Lamm hatte sich Ende 2018 nach 40 Jahren aus dem Motorsport und ins Privatleben zurückgezogen. Vom ADAC war er im Dezember noch mit dem Ehren-Christophorus für sein Motorsport-Lebenswerk ausgezeichnet worden. Zuvor feierte er zum Abschied noch einmal einen letzten Triumph: In Macau gewann er mit Augusto Farfus den GT-Weltcup. Es war sein letzter Einsatz an der Rennstrecke.

«Mein Leben war tatsächlich vom Motorsport geprägt. Da gab es links und rechts nicht viel anderes», hatte Lamm zuletzt zum Ende seiner Motorsport-Karriere erklärt: «Ich bin der bodenständigste Mensch, den man sich vorstellen kann. Aber ich wollte an neue Plätze. Das war meine große Triebfeder. Mit den Rennautos und dem Team Schnitzer kam ich dahin. Hinzu kam der sportliche Wettbewerb, wo man schnell wusste: Hat man es richtig oder falsch gemacht? Wenn man es richtig gemacht hat, gibt es kein schöneres Gefühl.»

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