DTM

Der Arzt, dem die DTM-Fahrer vertrauen

Von - 19.03.2019 12:00

Dr. Vincenzo Tota ist leitender Teamarzt von Audi Sport. Der Italiener ist seit rund 30 Jahren Sportmediziner und Unfallchirurg. Fast 20 Jahre lang war er selbst aktiver Motorsportler.

Er arbeitet stets im Hintergrund. Ist immer zur Stelle, wenn die DTM-Fahrer Wehwehchen haben, sich verletzen, oder wenn sie sonst Hilfe brauchen: Dr. Tota Vincenzo ist seit 2015 offizieller Teamarzt von Audi Sport. Er ist bei den Rennen in der Formel E, in der DTM und im Kundensport der Audi-Arzt. 

In der DTM herrscht im Vergleich zur Formel E ein echter Luxus, denn dort kann Tota im Fahrerlager in einem eigenen Medizin-Truck arbeiten. Innen fehlt es quasi an nichts, der Truck ist fast wie eine komplette Klinik ausgestattet.

Das ist nicht nur für die Behandlung wichtig, sondern auch dafür, Vertrauen zu den Fahrern aufzubauen. Denn die testen Tota als Arzt immer wieder, wie er bei audi.com verrät. «Sie wollen sich davon überzeugen, ob du wirklich ein Experte bist und dein Wissen auf aktuellem Stand ist. Also fragen sie dich immer wieder nach jedem Detail. Sie wollen sich sicher fühlen», sagte er.

Er selbst betrachtet Rennfahrer wie jüngere Schwestern und Brüder. «Und ich bemühe mich, ihnen in jeder möglichen Form zu helfen. All das trägt bei zu den Beziehungen, die ich mit Rennfahrern aufbaue. Der Kern ist dabei auf jeden Fall Vertrauen.»

Auf der mentalen Ebene unterstützt er die Fahrer besonders beim Ärger-Management. «Das bedeutet, ich rate ihnen grundsätzlich dies: „Pack jeden Ärger, der während des Trainings oder Rennens in dir aufkommt, vor deinem geistigen Auge in eine Box! Schließ diese Box ab und stell sie weg!“»

Ein Fahrer könne es sich nicht erlauben, in Wut zu geraten, sie zu kompensieren oder darin hängen zu bleiben, so der Audi-Doc: «Andernfalls sinkt unter Garantie sein Leistungsvermögen. Speziell im Rennen musst du dich auf die nächste Kurve konzentrieren statt auf Fehler, die du bis dahin gemacht hast. Fehler gehören zum Spiel. Und nach Fehlern müssen Rennfahrer so schnell wie möglich wieder nach vorne denken können.»

Tota weiß: «Derjenige, der Ärger und Frust auslebt, zeigt, dass er nicht stark genug ist für den hohen Stress des Rennfahrerdaseins. Solche Fahrer brauchen Hilfe, um in diesem Punkt stärker zu werden.»

Umgekehrt fordert ein Rennauto die Fahrer nicht nur mental, sondern auch körperlich. Die Kombination gibt den Ausschlag. «Es gibt im Motorsport viele Racer, aber nur wenige Champions. Champions sind diejenigen, die körperliche und geistige Stärke auf der Strecke in maximale Performance umsetzen können», sagt Tota.

Er wurde wegen der zahlreichen Neuerungen zur Saison 2019 früh mit einbezogen, denn die Fahrer sind neuen Kräften und neuen Vibrationen ausgesetzt. Tota erklärt: «Dabei wird auch die Ergonomie innerhalb des Autos berücksichtigt: Kopfstütze und Sitz zum Beispiel. Auch, wie das Auto das Fahren über Randsteine verträgt und überträgt. Um all das kümmern wir uns beim Testen, lange vor dem ersten Rennen. Und wir stellen sicher, dass wir Mediziner immer an all diesen offenen Diskussionen teilnehmen. Das ist ein permanent weiterlaufender Prozess.»


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