DTM

W Racing Team: David im Kampf gegen DTM-Goliaths

Von - 28.03.2019 09:32

Sie sind der David der neuen DTM, und sie sind im Kampf gegen die großen Hersteller alleine auf weiter Flur. SPEEDWEEK.com stellt das Audi-Kundenteam W Racing Team vor.

Ein bisschen Ärger ist schon dabei. Vor allem Bedauern. Denn das W Racing Team ist 2019 in der DTM zwar ein Pionier, aber auch ein ziemlich einsamer. WRT hält die Kundenteam-Fahne hoch, stürzt sich in ein Wagnis, ein Abenteuer.

Einen Gegner auf Augenhöhe, einen weiteren David im Kampf gegen die Goliaths Audi, BMW und Aston Martin, hat man aber nicht, nachdem BMW zuletzt verkünden musste: Wir finden kein Kundenteam.

Gefeiert wird bei WRT trotzdem: Zum einen der berühmte nächste Schritt mit dem Einstieg in die DTM, zum anderen das Zehnjährige. Wir stellen das Team näher vor.

WRT hat sich seit der Gründung 2009 vor allem im GT-Sport einen Namen gemacht hat und hat Erfolge wie Siege bei den 24-Stunden-Rennen am Nürburgring, in Spa, Dubai und Zolder sowie bei den 12-Stunden-Rennen in Bathurst und Sepang gefeiert. Weltweit und in den diversen Serien wie der Blancpain-GT-Serie oder im FIA GT World Cup holte das Team aus Baudour 37 Titel. Geleitet wird das Team von dem ehemaligen Rennfahrer Vincent Vosse und dem Unternehmer Yves Weerts.

WRT repräsentiert auf internationaler Ebene Audi Sport und nimmt im Zuge dessen mit dem Audi R8 LMS an der Intercontinental GT Challenge und der Blancpain GT Series teil. In den letzten Jahren baute WRT die Rennsport-Aktivitäten aus, vom internationalen GT-Sport zur TCR-Klasse. Zunächst auf europäischer Ebene und seit 2018 auf globaler Bühne – mit Audi in der WTCR.

«Der Schlüssel zum Erfolg ist einerseits die professionelle Herangehensweise des Teams, aber vor allem das Vertrauen, das die Teamleitung in die Fahrer setzt. Die menschliche Komponente stimmt und das zeigt sich in den sportlichen Ergebnissen», sagt Christopher Mies, der 2012 mit WRT den Blancpain-Endurance-Titel gewann. Er gehört seit acht Jahren zum Team.

Vincent Vosse:

Er ist der Teamchef. Er konzentrierte sich in seiner Motorsport-Karriere auf Sport- und Langstreckenrennen. Seine größten Erfolge: Der Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Spa 2002 und in der GT1-Wertung der Le Mans Series 2006. Drei Jahre später gründete er mit Weerts und René Verbist, dem ehemaligen Leiter von Volkswagen Motorsport, WRT.

«Man will immer neue Herausforderungen haben. Für das Team ist es eine neue Herausforderung. Wir haben die DTM immer schon als Spitze des Motorsports gesehen. Es war immer im Hinterkopf. Wir sind sehr glücklich und aufgeregt, dabei zu sein», sagte Vosse. Er will 2019 zwei Audi RS 5 DTM einsetzen.

Der Südafrikaner Jonathan Aberdein sitzt im ersten Boliden, für den zweiten hat er noch keinen Piloten gefunden, der auch das Sponsoren-Kleingeld mitbringt, das WRT zur Finanzierung des Autos benötigt.

Maurizio Leschiutta:

Er ist der Technische Direktor und DTM Program Manager bei WRT. Er war von 1993 bis 1995 in der Formel 1 der Motoringenieur von DTM-Chef Gerhard Berger bei Ferrari. In den 2000er Jahren war der 58-jährige Kanadier für das erfolgreiche GT-Programm von Maserati verantwortlich und holte in der damaligen Fia GT Serie mehrmals den Titel. Dort lernte auch Vosse kennen, der mit dem neuen DTM-Projekt Leschiutta an Bord holte.

Berger ist davon überzeugt, dass WRT auch dank Leschiutta sehr bald konkurrenzfähig sein wird. Leschiutta: «Es ist der richtige Moment, um einzusteigen. Wir sind die Pioniere als erstes Kundenteam. Wir kämpfen gegen die großen Jungs, und darauf freuen wir uns. Es wird David gegen Goliath sein, aber wir hoffen, es ab und zu ins Rampenlicht zu schaffen.» Sein Team umfasst rund 15 Leute, viele davon sind neu dabei.

Thierry Tassin:

Der Sportdirektor. Der 60-Jährige gewann in den 80er und 90er Jahren viermal das 24h-Rennen in Spa, fuhr zudem in diversen Serien wie der Formel 3000, Formel 2 oder auch der Tourenwagen-WM. Er stapelt vor dem DTM-Abenteuer tief: «Wir werden nicht vorne dabei sein. Hoffentlich verbessern wir uns Rennen für Rennen. Wir sind aber beim richtigen Hersteller, um in die DTM einzusteigen.»

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