DTM

DTM: Das kuriose Rätsel um die neuen Heckkameras

Von - 09.05.2019 12:02

Die DTM fährt in der neuen Saison mit neuen Heckkameras. Sehen konnten einige Fahrer aber trotzdem nichts. Schuld ist der neue Vierzylinder-Turbomotor.

Wer genau hingeschaut hat, dem ist es wahrscheinlich aufgefallen. Denn wenn die Regie in die Cockpits schaltete, waren sie beim DTM-Auftakt in Hockenheim teilweise zu sehen: Die Bildschirme, die es nun aufgrund einer neuen Feuerwand und der damit einhergehenden Sichteinschränkung nach hinten gibt. Sie ersetzen den Mittelspiegel, der bislang genutzt wurde.

Von einer Heckkamera wird das rückwärtige Bild auf besagtem Bildschirm übertragen. Das ist zumindest der Plan. Denn es lief mit den neuen Autos mit dem neuen Vierzylinder-Turbo beim Auftakt in Hockenheim noch lange nicht alles nach Plan.

In den Aston Martin waren die Kameras verbaut, funktionierten aber nicht, die Bildschirme blieben schwarz. «Ich habe mich gefühlt wie Daniel Ricciardo in Baku», lachte Rookie Ferdinand von Habsburg.

Ricciardo hatte beim GP in Aserbaidschan nach einem Verbremser im «Notausgang» zurückgesetzt und war dabei in den Toro Rosso von Daniil Kvyat gekracht, den er übersehen hatte. «Du hast immer noch die Außenspiegel, auch wenn man da nicht so viel sieht. Einfach auf vorne konzentrieren, das ist das Wichtigste», so von Habsburg.

In den BMW waren sie gar nicht erst drin. Nur im Audi lief es reibungslos ab: Die Fahrer hatten durch die Bildschirme einen guten Blick darauf, was hinter ihnen passierte. Die Vibrationen sorgten für ein Flackern, was aber nicht groß störte.

Doch warum gab es diese Unterschiede bei den Herstellern? Wo in einer Serie wie der DTM alles bis ins kleinste Detail reglementiert ist? Hinzu kommt: Die Heckkamera ist ein Einheitsbauteil, die drei Hersteller bekommen also die gleichen Kameras beziehungsweise Bildschirme geliefert.

Bei Audi wusste man nicht einmal davon, dass die Kameras bei der Konkurrenz nicht verbaut waren beziehungsweise nicht funktionierten. Audis Motorsportchef Dieter Gass räumte ein: «Es funktioniert bei uns nicht bei allen Autos immer zu 100 Prozent, es gibt den einen oder anderen Aussetzer. Aber auch dieses Thema muss angegangen werden, damit es funktioniert», sagte Gass.

Audi-Star René Rast stellte sogar spontan die Frage nach der Legalität. «Ist das legal? Ich dachte, da muss eine drin sein... Das sind immerhin 800 Gramm, die man woanders platzieren kann», lachte er.

Verschwörungstheorien sind hier aber fehl am Platz: Das fehlende Gewicht wurde ausgeglichen, indem einfach Gewichte in die Kamerabox gelegt wurden. Doch warum blieb den BMW- und Aston-Martin-Fahrern der Blick nach hinten über die Kamera verwehrt?

Das liegt an dem neuen Vierzylinder-Turbo, der bekanntlich im Gegensatz zum alten V8-Sauger für starke Vibrationen sorgt.

Diese Vibrationen erweisen sich seit der Vorbereitung auf die neue Saison als sehr tückisch, und durch sie gingen auch die Halterungen für die Kameras sehr schnell kaputt. Sie werden nun mit anderen Halterungen nachproduziert. Wobei: Einigen Fahrern ist das sowieso komplett egal, ob die Kamera funktioniert oder nicht. «Ich habe meine Außenspiegel. Das reicht mir», sagte Marco Wittmann.

Und auch für das Thema Sicherheit spielen sie keine Rolle. Denn standardmäßig wird am ersten Rennwochenende einer Saison im ersten Training eine Prüfung «abgelegt»: Es stellt sich eine Person hinter die Autos und zeigt den Fahrern auf einer Tafel Zahlen, die die Piloten – auch ohne die neue Rückfahrkamera - erkennen müssen. Können sie das über ihre Spiegel, gilt der Test als bestanden.


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Bei René Rast im Cockpit: Der Bildschirm ist in der Mitte deutlich zu erkennen © Screenshot/YouTube Bei René Rast im Cockpit: Der Bildschirm ist in der Mitte deutlich zu erkennen
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