DTM

«Nicht akzeptabel»: Wittmann schimpft auf Rennleitung

Von - 10.06.2019 17:07

Marco Wittmann ging im sechsten Saisonrennen nach einem Crash mit René Rast leer aus. Der BMW-Pilot schimpfte anschließend gegen die Rennleitung, weil die keine Strafe aussprach und weil das Strafmaß nicht konstant sei.

Marco Wittmann war sprachlos. Sauer. Enttäuscht. Wütend. Der 29-Jährige ist keiner, der dann ausfallend wird. Das unmittelbare «Was für ein Idiot» per Funk nach dem Crash mit Audi-Konkurrent René Rast im sechsten Saisonrennen war für seine Verhältnisse schon eine ziemliche Schimpftirade.

Deutlich wird der BMW-Pilot trotzdem, man merkt ihm an, wie es in ihm brodelt. Auch zwei Stunden nach seinem Ausfall war die Wut noch nicht verraucht. Das wird sie auch heute noch nicht sein.

Man kann es nachvollziehen: In der ersten Runde waren Wittmann, Rast und WRT-Rookie Jonathan Aberdein nebeneinander in die Haarnadel-Kurve eingetaucht. Aberdein innen, Rast daneben, außen Wittmann, der bei dem Dreikampf von der Strecke befördert wurde.

Ende. Aus. Keine Punkte. Ein dicker Rückschlag im Titelkampf, denn Rast konnte als Dritter wichtige Punkte sammeln, ebenso Wittmanns Markenkollege Philipp Eng. Und Nico Müller (Audi), der als Sieger Wittmann in der Gesamtwertung auf Platz vier verdrängte. Rast führt mit 93 Punkten vor Eng (83) und Müller (76), Wittmann hat 68 Zähler.

Die Rennleitung untersuchte den Vorfall nach dem Rennen und entschied nach der Begutachtung der Onboard-Kameras: No further action. Ein normaler Rennunfall also.

Das brachte Wittmann und das BMW-Lager komplett auf die Palme.

«Ich habe keine Worte dafür. Das ist für mich nicht nachvollziehbar und auch nicht akzeptabel», sagte Wittmann im Gespräch mit SPEEDWEEK.com: «Ich habe nichts falsch gemacht. Ich habe außen später gebremst als René, war eine halbe Wagenlänge vor ihm, habe ihm den Platz gelassen. Dann bekommst du einen so harten Schlag, dass dir die Lenkung bricht, dass du nicht mehr weiterfahren kannst. Es war nicht alleine seine Schuld, Aberdein war auch involviert. Aber es waren am Ende zwei Audi, die einen BMW rauswerfen. Mein Rennen ist kaputt und die beiden fahren ihr Rennen munter weiter», schimpfte er.

Was ihn vor allem ärgert: «Das Strafmaß ist immer noch sehr unkonstant und damit sehr ärgerlich. Wir haben erst drei Rennwochenenden, aber im Prinzip kommt Azdi zweimal straffrei davon und BMW wird sofort bestraft. Man kann darüber diskztieren und sagen, dass ich frustriert bin. Aber es ist eben enttäuschend, die Punkte werden weggeschmissen.»

Was Wittmann meint: Beim Saisonstart in Hockenheim wurde Rast nicht bestraft, nachdem er Timo Glock in der Startphase des Rennens am Heck traf und umdrehte. Im naturgemäßen Chaos einer Startphase ist die Rennleitung bei Zwischenfällen in der ersten Kurve in der Regel aber ein wenig großzügiger. Auch diese Szene wurde als Rennunfall gewertet.

In Zolder wurde Wittmann wiederum mit einer Durchfahrtsstrafe belangt, nachdem er Robin Frijns anschubste und der sich drehte. Frijns hatte in dem Moment an seinem Audi aber nachweislich einen Powerverlust zu beklagen, was für die Rennleitung damals zu dem Zeitpunkt aber nicht ersichtlich war. Eine Fehlentscheidung, die als Tatsachenentscheidung aber nicht mehr rückgängig zu machen ist.

Den Vorfall in Misano wird Wittmann aber wohl oder übel ebenfalls unter «blöd gelaufen» abhaken müssen. Denn die Bilder aus den drei Autos zeigten, dass keiner der Fahrer einen Fehler machte.

Wittmann konnte Aberdein nicht sehen, ließ Rast aber genug Platz. Genauso war es bei Aberdein. «Ich war innen und konnte Marco außen nicht sehen. Ich habe nur den Kontakt mit Rene auf der Innenseite gespürt», sagte Aberdein. Rast in der Mitte war im Sandwich und konnte gar nichts machen. Eine Kettenreaktion. Doof, passiert aber.

Wittmann ist damit trotzdem nicht glücklich, vor allem, weil es zwei Audi waren, die bei seinem Aus involviert waren: «Wenn dich zwei Konkurrenten aus dem gleichen Stall aus dem Rennen befördern, ist das sehr seltsam. Aber das kennen wir ja. Ich bin sicher auch nicht der einzige, der sieht, wie Audi den René bereits im sechsten Rennen an eigenen Leuten vorbeischickt. Aber das ist alles nichts Neues.»


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