DTM

DTM trifft Super GT: So läuft das «Dream Race»

Von - 03.08.2019 07:30

Vom 22. bis 24. November veranstalten die DTM und die japanische Super GT ein erstes gemeinsames Event. In Fuji wurden nun weitere Details bekanntgegeben.

Es soll nicht nur ein ganz besonderes Event werden, ein erster Höhepunkt der Kooperation zwischen der DTM und der japanischen Super GT. Es soll im Idealfall auch ein Aufbruch in eine gemeinsame Zukunft sein: Die gemeinsame Veranstaltung der beiden Rennserien vom 22. bis 24. November in Fuji.

Ganz im japanischen Stil ist der Titel gehalten: «Super GT x DTM Dream Race». Die Vorsitzenden der beiden Dachorganisationen ITR und GTA, Gerhard Berger und Masaaki Bandoh, verrieten am Samstag in Fuji Details zum Ablauf des Rennwochenendes.

So wird die Veranstaltung im «DTM-Format» ausgerichtet. Bedeutet: Es werden zwei gleich lange Rennen über 55 Minuten plus eine Runde ausgetragen – eines am Samstag und eines am Sonntag. Wie in der DTM muss jeder Teilnehmer einen Pflicht-Boxenstopp absolvieren, Nachtanken oder Fahrerwechsel sind ebenso untersagt wie die Nutzung der Systeme DRS (Drag Reduction System) und Push-to-pass.

Und: Alle Teilnehmer starten auf den aus der DTM bekannten 2019er-Einheitsreifen von Hankook. Besonderes Bonbon: Zum Rahmenprogramm zählt ein Sprintrennen mit den Fahrzeugen der GT300- Kategorie der Super GT, der «kleinen Klasse» mit GT3-Autos.

In der DTM sind die Marken Aston Martin, Audi und BMW vertreten. In der Super-GT-Serie kommen Fahrzeuge von Honda, Nissan und Lexus zum Einsatz. Was noch nicht feststeht: Die Anzahl der teilnehmenden Fahrzeuge sowie die von den Herstellern nominierten Fahrer.

«Im Namen der ITR und allen in der DTM vertretenen Hersteller möchte ich mich bei Bandoh-san, der GTA und den Verantwortlichen des Fuji Speedway für die kontinuierliche und gute Zusammenarbeit bedanken», sagte Gerhard Berger, 1. Vorsitzender des ITR e. V. «Unsere Zusammenarbeit funktioniert so gut, weil wir dieselben Werte teilen: Echter, guter Motorsport steht bei uns immer an erster Stelle. Das ist es, was wir unseren Fans sowohl in Europa als auch in Asien bieten möchten.»

«Das ‚Dream Race‘ im November markiert einen weiteren Meilenstein in der Partnerschaft von GTA und ITR», fuhr Berger fort. «2017 haben wir in Hockenheim und in Motegi die ersten gemeinsamen Demorunden von Super GT- und DTM-Fahrzeugen gesehen. Im vergangenen Jahr haben wir unser gemeinsames Technisches Reglement vorgestellt. Und in diesem Jahr werden wir erstmals Rennen miteinander austragen. Einen Vorgeschmack wird das DTM-Saisonfinale in Hockenheim bieten, wenn wir die drei Gaststarter von Honda, Nissan und Lexus willkommen heißen. Das ‚Dream Race‘ in Fuji wird dann der krönende Abschluss des Motorsport-Jahres 2019.»

«Die GTA ist mit der ITR seit 2010 über die Einführung gemeinsamer technischer Regularien in Gesprächen gewesen», sagte Masaaki Bandoh, Vorsitzender des Super-GT-Dachverbandes GTA. «Es war ein langer und steiniger Weg, aber dank der gemeinsamen Anstrengungen waren wir in der Lage, 2017 in Hockenheim eine Demonstrationsfahrt durchzuführen, um der Öffentlichkeit ‚Class 1‘ und Super GT näherzubringen. GTA und ITR haben kontinuierlich zusammengearbeitet, um das ‚Class 1‘-Reglement zu erstellen. Auf Basis der gemeinsamen Überzeugung, dass das gleiche technische Reglement sowohl in Europa als auch in Asien etabliert werden kann, haben wir dann die Planungen vertieft und die Gespräche fortgeführt, um einheitliche Regularien einzuführen und Kosten zu reduzieren.»

«Wir sind sehr erfreut, dass wir eine auf dem ‚Class 1‘-Reglement basierende Rennveranstaltung in Japan ausrichten können», fuhr Bandoh fort. «Wir möchten uns beim ITR-Vorsitzenden Berger und den Herstellern von Herzen bedanken. Es ist nun unser Anliegen, das gemeinsame technische Reglement weiterzuentwickeln, um die Unterstützung und das Verständnis von so vielen Herstellern wie möglich zu gewinnen.»

Die wichtigsten Fakten zum Dream Race im Überblick:

• Es werden zwei gleich lange Rennen über 55 Minuten plus eine Runde ausgetragen – eines am Samstag und eines am Sonntag. Gibt es eine Safety- Car-Phase, kann das Rennen, wie in der DTM, um bis zu drei Runden verlängert werden.
• Wie in der DTM muss jeder Teilnehmer einen Pflicht-Boxenstopp absolvieren, bei dem alle vier Räder getauscht werden.
• Nachtanken oder Fahrerwechsel sind untersagt.
• Alle Teilnehmer starten auf den aus der DTM bekannten 2019er-Einheitsreifen Ventus Race von Hankook.
• Die in der DTM genutzten Systeme DRS (Drag Reduction System) und Push-to-pass kommen beim „Dream Race“ nicht zum Einsatz.
• Zum Rahmenprogramm zählt ein Sprintrennen mit den Fahrzeugen der GT300- Kategorie der Super GT, der „kleinen Klasse“ mit GT3-Autos.
• Der 4,563 Kilometer lange Fuji Speedway ist stets fester Bestandteil des SUPER- GT-Rennkalenders und war zuletzt in den Jahren 2007 und 2008 Schauplatz des japanischen Formel-1-Grand-Prix’.

Die Kooperation zwischen der DTM und der Super GT startete bereits unter dem früheren DTM-Chef Hans Werner Aufrecht, geriet aber ins Stocken, als in der DTM die Einführung des Vierzylinder-Turbomotors verschoben wurde. 2018 verkündeten DTM und Super GT am Norisring das gemeinsame Class 1-Reglement, die technische und sportliche Basis für eine gemeinsame Zukunft.

Seit dieser Saison setzt die DTM zu 100 Prozent auf das neue Regelwerk. Ein Jahr später sattelt auch die Super GT auf eine für die Langstreckenrennen in Asien minimal modifizierte Version des Reglements um. Den Einstieg eines Herstellers aus Japan kann Berger allerdings noch nicht verkünden.


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