DTM

Aston-Knall? R-Motorsport und HWA wohl vor Trennung

Von - 08.10.2019 15:28

Die Partnerschaft zwischen R-Motorsport und HWA steht nach nur einem Jahr offenbar auf der Kippe. Möglicherweise geht Aston Martin 2020 mit einem neuen Technikpartner an den Start.

Das wäre ein Knaller zum Abschluss der DTM-Saison: Offenbar hat es in der Ehe zwischen dem Schweizer Rennteam R-Motorsport und Technikpartner HWA gekracht. Wie Auto Bild Motorsport berichtet, soll sogar eine mögliche Trennung ausgelotet worden sein.

Eine tatsächliche Scheidung hätte Folgen: Aston Martin stünde für 2020 erst einmal ohne Motoren da und müsste sich einen neuen Technikpartner suchen. Dabei wäre der Motor bei einer Trennung nicht das einzige Problem, schließlich war HWA auch maßgeblich am Bau und an der Entwicklung der vier Boliden beteiligt. Die technische Betreuung müsste dann wohl auch durch einen neuen Partner gestemmt werden.

Immer wieder Schäden

Fakt ist: Der 2019 in der DTM neu eingeführte Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor, von HWA entwickelt und gebaut, war lange der Schwachpunkt des Vantage DTM. Neben der schlechteren Performance gegenüber der Konkurrenz von Audi und BMW hatte Aston Martin zudem immer wieder Motorschäden zu beklagen.

Wie zuletzt beim Saisonfinale in Hockenheim, als im letzten Rennen zum «krönenden» Abschluss der Bolide von Daniel Juncadella in Rauch aufging. «Das Letzte, das man als Teamchef sehen will, ist ein brennendes Auto. Und dann noch ein brennender Aston. Gut war, dass Daniel schnell aus dem Auto kam, es geht schnell, dass giftige Gase eingeatmet werden», sagte R-Motorsport-Teamchef Florian Kamelger im Gespräch mit SPEEDWEEK.com: «Ich habe aufgehört zu zählen», sagte er auf die Anzahl der Ausfälle angesprochen. «Wir hatten zu viele Ausfälle und zu viele Probleme in diesem Jahr. Und es ist auch für das Team sehr unglücklich und enttäuschend, weil sie unglaublich hart arbeiten, dass das ganze Ding funktioniert.»

Die Aston-Martin-Fahrer sammelten 2019 insgesamt 64 Punkte, setzten immer mal wieder Highlights. Auch wenn die Konkurrenz (noch) nicht der Maßstab ist: Meister Audi kommt auf 1132 Punkte, BMW 550. Klar ist daher: 2020 muss es und soll es auch besser werden. Kamelger: «Die Punkte sprechen eine klare Sprache.»

Zu den Trennungsgerüchten sagt er: «Wenn es nicht ganz sauber läuft und es viele Motorenschäden gibt, wird am Ende einer Saison die Zusammenarbeit gerne angezweifelt. Das sind Gerüchte, die ich nicht kommentiere. Wir geben unseren Plan für die nächste Saison bald bekannt.»

Auf den Hinweis, dass er die Gerüchte damit nicht dementiere, betont er: «Gerüchte gibt es am Ende einer Saison immer. Wenn ein paar Leute schreien: ‚Die werden sicher nicht mehr zusammenarbeiten‘, dann kann ich das nicht kommentieren. Warten Sie, bis wir die Änderungen oder Neurungen mitteilen.»

Berger bestätigt

DTM-Chef Gerhard Berger bestätigt die Missstimmungen. «Ich habe auch davon gehört, dass es zwischen Aston Martin und HWA knistern soll», sagte er. Der Österreicher weiß allerdings: «Es gibt nicht nur HWA als Technikpartner, da gibt es einige Alternativen.“

Sorgen, dass er 2020 plötzlich nur noch mit Audi und BMW da steht, mache er sich keine, wie er betont: „Denn ich bin davon überzeugt, dass R-Motorsport weiß, was sie tun und im Fall der Fälle einen Partner finden werden. Auch wenn ich es schade fände. Aber Aston Martin hat zuletzt erst klargestellt, dass sie für das nächste Jahr gut aufgestellt sein werden. Das hatte auch Aston-Martin-CEO Andy Palmer am Nürburgring bestätigt.»

In der Tat: «Wir haben weder eine Mindest- noch eine maximale Dauer für dieses Projekt definiert», hatte Palmer beim vorletzten Rennwochenende erklärt. «Wir wollen aus den Anfangsschwierigkeiten in diesem Jahr lernen, dann hoffentlich mindestens gelegentlich um Podiumsplätze mitfahren, und, bei einem Dreijahresprogramm, im dritten Jahr hoffentlich wettbewerbsfähig sein.»

Wie geht es weiter? Wie Auto Bild Motorsport weiter berichtet, soll der Motor eines anderen DTM-Herstellers zwischenzeitlich eine Alternative gewesen sein, der Deal kam aber nicht zustande. Insider sehen Honda nun als mögliche Option, da die Japaner in der Super GT für 2020 von einem Mittel- auf einen Frontmotor wechseln.


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