Endurance-WM

Verrücktes 8h Suzuka: Jetzt jubelt Kawasaki!

Von - 28.07.2019 18:23

Kuriose Ereignisse sind beim 8h Suzuka nicht ungewöhnlich, die 42. Ausgabe des presitgeträchtigen Rennens toppt aber alles bisher Dagewesene. In einer zweiten Zeremonie wurde Kawasaki als Sieger 2019 gefeiert.

Kawasaki lag in Führung, als eineinhalb Minuten vor der Zielflagge Jonathan Rea auf einer Ölspur ausrutschte. Weil der Superbike-Weltmeister nicht innerhalb von fünf Minuten nach dem Abbruch im Zielbereich eintraf, wurde das Team vom Veranstalter aus der Wertung genommen. Als Sieger wurde Yamaha Factory vor Red Bull Honda und Yoshimura Suzuki gefeiert.

Doch Kawasaki protestierte gegen das Ergebnis und bekam Recht: Das vorläufige Ergebnis wurde korrigiert und Kawasaki zum Sieger erklärt. Bei einem ähnlich gelagerten Fall in der Superbike-WM wurde die Streichung eines nach Rennabbruch gestürzten Piloten als korrekt bestätigt. Doch anders als in der seriennahen Weltmeisterschaft, gibt es in der Endurance-WM keine solche 5-Minuten-Regel!

Kurios: Weil die offizielle Siegerehrung bereits absolviert wurde, wurde das Kawasaki-Team nach der Ergebnis-Korrektur alleine aufs Podest geführt, um den Pokal in Empfang zu nehmen. Der Jubel war dennoch grenzenlos. Es ist erst der zweite Sieg von Kawasaki beim Acht-Stunden-Rennen in Suzuka. Den ersten Sieg hatten 1993 Scott Russell und Aaron Slight eingefahren.

Den Sieg fuhren Jonathan Rea und Leon Haslam zu zweit ein, auf den Einsatz des jungen Toprak Razgatlioglu wurde verzichtet. Superbike-Weltmeister Rea fuhr in der heiklen Schlussphase, als es zudem leicht regnete, meist drei Sekunden schneller als die Verfolger von Yamaha und Honda. «Jonathan hat den Unterschied ausgemacht», zollte Haslam seinen Teamkollegen Respekt. «Ich hatte Probleme mit meinem Handgelenk. Jetzt bin ich unglaublich stolz auf das gesamte Kawasaki Racing Team»

Der gestürzte Jonathan Rea war bereits im Hotel, als er die Nachricht vom erfolgreichen Protest erhielt. «Ich kann nicht glauben, was passiert ist. Zuerst war ich niedergeschlagen und hatte das Gefühl, dass alles außer Kontrolle geraten war. Ich hatte mich mit vielen Tränen von allen Jungs verabschiedet», erzählte Rea. «Ich war schon im Restaurant und bestellte ein Abendessen, als mein Mechaniker Uri anrief und sagte, wir hätten die 8 Stunden gewonnen!»

«Ich denke, der gesunde Menschenverstand hat sich durchgesetzt. Ich habe keine Worte, weil ich sehr emotional und glücklich bin», gestand der vierfache Superbike-Weltmeister. «Die Strategie bestand darin, an Kraftstoffverbrauch und Rennkonstanz zu arbeiten und keine Fehler zu machen. Ich denke, wir haben das ziemlich gut ausgeführt, obwohl ich am Ende ziemlich müde war. Ich bin so stolz, Teil des Projekts zu sein und was für eine Anstrengung von KRT, KHI, KMJ, die sich in zwei Tests auf dieses Rennen vorbereitet haben. Während des Rennens ist es höllisch, das härteste Rennen, das Sie sich jemals vorstellen können, aber ein Ergebnis wie dieses zu erzielen, bringt mich fast dazu, wiederzukommen, um mehr zu wollen. Die emotionale Achterbahnfahrt ist unwirklich.»

Zur Erinnerung: Kawasaki hatte sich für das 8h Suzuka neu aufgestellt und nicht nur seine besten Fahrer aus der Superbike-WM, sondern auch Schlüsselpersonen aus dem SBK-Programm für das  prestigeträchtigen Rennen verpflichtet.

Resultate Suzuka 8h:
Pos Team Motorrad Runden
1 Kawasaki Racing Kawasaki 216
2 YAMAHA FACTORY Yamaha 216
3 Red Bull Honda Honda 216
4 F.C.C. TSR Honda France Honda 215
5 YOSHIMURA SUZUKI MOTUL Suzuki 215
6 YART Yamaha Official EWC Team Yamaha 214
7 MuSASHi RT HARC-PRO Honda 213
8 S-PULSE DREAM RACING-IAI Suzuki 211
9 KYB MORIWAKI RACING Honda 211
10 Honda Dream RT SAKURAI Honda 211
11 Honda Asia-Dream Racing with SHOWA Honda 210
12 SRC Kawasaki Kawasaki 209
13 Honda Endurance Racing Honda 209
14 Tone RT SyncEdge 4413 BMW 207
15 Bolliger Team Kawasaki 207
16 Team ERC-BMW BMW 207
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Haben gut lachen: Suzuka-Sieger 2019 Leon Haslam, Jonathan Rea und Toprak Razgatlioglu (v.l.) © Twitter/Suzuka-Event Haben gut lachen: Suzuka-Sieger 2019 Leon Haslam, Jonathan Rea und Toprak Razgatlioglu (v.l.)
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