Racing-Raritäten - Unser Foto-Spiel
Aus dem Archiv der Agentur LAT stellen wir jeden Dienstag-Morgen ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist, wo und wann das Bild entstand (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und gewinnen Sie mit etwas Glück einen kleinen Preis.

Bitte Name, Adresse, Geburtsjahr und Telefonnummer nicht vergessen. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist Sonntag, der 21.10.2018, 23:59 Uhr.

Das Bild der Woche (18. bis 23. September 2018):

Die richtige Lösung vom letzten Mal: Der englische Fachjournalist Doug Nye rückt in Goodwood 2003 aus, er bewegt den 1950er Cadillac Series 61, der von den Franzosen beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans sofort überaus treffend «le monstre» getauft wurde. Doug Nye fuhr diesen Wagen in verschiedenen Jahren des «Goodwood Festival of Speed», etwa 2003 und 2011. Da das Gelände so gut wie identisch ist und Nye meist die gleiche Kleidung trug, haben wir beim exakten Jahr dieses Mal ein Auge zugedrückt.

Briggs Cunningham (geboren am 19. Januar 1907 in Cincinnati/Ohio) war ein überaus vielseitiger Mann: Mit 21 Jahren war er als Sprinter schnell genug, um in die engere Wahl des Olympia-Teams für die Spiele von Amsterdam 1928 zu gelangen. Er brachte es im Segelsport zur Weltklasse und eroberte 1958 mit der «Columbia» den America’s Cup. Seine grösste Leidenschaft jedoch war der Motorsport. Cunningham tüftelte gerne und trat mit Eigenkonstruktionen an. Zusammen mit den Collier-Brüdern, die er aus College-Zeiten kannte, beschloss er, 1950 nach Le Mans auszurücken.

Cunningham konnte Cadillac von einer Kooperation überzeugen. Eines der beiden Fahrzeuge für das 24-Stunden-Rennen von 1950 war ein Cadillac Coupé de Ville. Die Franzosen tauften die schwere Limousine «petit pataud», was der amüsierte Cunningham übersetzte in «clumsy puppy», also tolpatischer Welpe, und gleich neben die Startnummer des Wagens pinseln liess.

Der zweite Wagen jedoch war der wahre Knaller, ein Eigenbau auf Basis eines Cadillac Series 61, aber einer sehr eigenwilligen Karosserie. Das Monster wurde von Aerodynamikern und Alu-Metallarbeitern von Grumman Aircraft gebaut, unter der Leitung des Aeronautik-Ingenieurs Howard Weinman. Ein 1:12-Windkanalmodell steht heute im «Revs Institute» von Naples (Florida).

Das Coupé erreichte mit den Collier-Brüdern den achtbaren zehnten Schlussrang, der Eigenbau, von den Franzosen durchaus passend «le montre» getauft, wurde Elfter, unter Cunningham und seinem Beifahrer Phil Walters. Cunningham verzichtete auf das Mitführen einer Schaufel, was er schon bald bereute: In der zweiten Runde setzte er den Wagen bei Mulsanne in den Sand. Zum Glück hatte ein Zuschauer eine Schaufel dabei, aber gut eine halbe Stunde ging verloren. Der ungewöhnlich geformte Wagen fuhr nur dieses eine Rennen, er war laut, er war nicht zu übersehen, und er war ein hervorragender Werbeträger für Amerikaner in Le Mans, natürlich in den US-amerikanischen Rennfarben Blau und Weiss gehalten.

In späteren Jahren trat der Rennstall von Briggs Cunningham mit dem bildschönen Cunningham C4-R an, der in seiner Form an eine Cobra erinnerte. In Le Mans reichte es für die Amerikaner zu Klassensiegen, dazu gewann Briggs’ Team in seiner Klasse drei Mal die 12 Stunden von Sebring.

Der Fachjournalist Doug Nye gilt als einer der führenden Motorsporthistoriker der Welt. Der Engländer wird von zahlreichen Auktionshäusern zu Rate gezogen, seine mehr als siebzig Fachbücher sind alle empfehlenswert. Für die Veranstalter des «Goodwood Festival of Speed» und des «Goodwood Revival» ist er beratend tätig.

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Racing-Raritäten legt nun einen Boxenstopp ein, die Auflösung des aktuellen Rätsels und eine neue Aufgabe gibt es erst wieder am 23. Oktober.

Hier das neue Fotospiel (25. September bis 22. Oktober 2018)
Wer war es?
Wo war es?
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