Lewis Hamilton gegen Vettel: Doch ein Regelverstoss?
SPEEDWEEKipedia: Leser fragen, wir finden die Antwort. Heute: Hat Mercedes-Star Lewis Hamilton bein Aserbeidschan-GP hinter dem Safety-Car nicht doch eine FIA-Regel verletzt?
Welche Schreckens-Szenarien wir über die neue Formel 1 alle gehört hatten. Stattdessen haben wir in Australien einen unterhaltsamen Grand Prix erlebt. Wo stehen wir mit diesen neuen Rennwagen?
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In loser Reihenfolge gehen wir in Form von "SPEEDWEEKipedia" auf Fragen unserer Leser ein. Dieses Mal will Ursula Wanner aus Berlin wissen: "Ich verstehe nicht, wieso Lewis Hamilton in Baku zum Safety-Car einen solch riesigen Abstand lassen wollte. Verletzt das nicht eine Formel-1-Regel, was das Fahren hinter dem Führungswagen von Bernd Mayländer angeht?"
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Die Frage ist berechtigt und bedarf einer etwas längeren Antwort. Grundsätzlich: Die so geannten "Safety Car Linie" liegt in Baku am gleichen Ort wie die Einfahrt zur Boxengasse. Der Führende darf das Safety-Car nicht vor dieser Linie überholen. Hamilton musste den Neustart auf der langen Baku-Geraden sehr genau timen. Beim ersten Mal hat er das perfekt hinbekommen, aber er holte so rasant gegen den nach links abzweigenden Mercedes-AMG von Bernd Mayländer auf, dass er ihn beinahe ungewollt überholt hätte. Das Team funkte Lewis sogar an und wies ihn darauf hin.
Im Reglement heisst es unter Artikel 39.8 des Sportgesetzes: "Kein Fahrer darf ein anderes Fahrzeug überholen, einschliesslich des Safety-Car, bis er die erste Safety-Car-Linie übertritt, wenn das Safety-Car zur Box zurückkehrt."
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Gleichzeitig verschlief Sebastian Vettel den ersten Re-Start, auf der Geraden hatte Force-India-Fahrer Sergio Pérez sogar mal kurz die Nase vorn, aber Vettel gehörte die günstigere Innenseite für Kurve 1, also konnte der Heppenheimer Rang 2 verteidigen.
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Normalerweise muss der führende Formel-1-Fahrer zum Safety-Car einen Abstand von maximal zehn Wagenlängen einhalten. Aber wenn das Safety-Car das Drehlicht auf dem Dach abschaltet, als Zeichen dafür, dass ein Neustart bevorsteht, dann bestimmt der Führende das Tempo, in diesem Fall Lewis Hamilton. Die Zehn-Längen-Regel ist aufgehoben.
Sky-GP-Experte Marc Surer weiss: "Es ist normal, dass es hinter dem Safety-Car zu solchen Ziehharmonika-Bewegungen kommt, wenn also die Fahrer Tempo rausnehmen und wieder beschleunigen, zudem wilde Zacker machen, um Reifen und Bremsen wieder auf beste Betriebstemperatur zu bringen." Der Leader muss lediglich gemäss Reglement darauf achten, dass er "nicht unnötig langsam fährt, nicht unstet oder potenziell für andere Fahrer gefährlich", wie es im Sportgesetz weiter heisst.
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Gemäss FIA hat Hamilton sich nichts zuschulden kommen lassen – um die Frage von Frau Wanner zu beantworten. Hamilton ging nach dem Scheitelpunkt der Kurve nicht aufs Gas, sondern liess den Wagen (es geht hier bergab) nur rollen, das hat Vettel auf dem falschen Fuss erwischt. Beim ersten Start hatte er zu Hamilton einen grössen Abstand gelassen. Lewis wollte auf diese Weise eine grössere Lücke zum Safety-Car erzeugen. Sebastian dahinter wurde überrascht, konnte den Auffahrunfall nicht verhindern, und war anschliessend davon überzeugt, dass der Engländer ihn absichtlich hatte auflaufen lassen. Dann kam das Revanche-Foul des Deutschen.
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