Formel 1

Nico Hülkenberg: Einen unrühmlichen Rekord vor Augen

Von - 12.09.2017 14:32

Seinen Humor hat der Emmericher nie verloren, wenn es um seine Jagd geht. Seine jahrelange vergebliche Jagd.

Da geht es gar nicht mal darum, dass er beim Transferkarussell, zumindest was titelfähige Autos betrifft, stets leer ausging.

Die Frage, was er denn nun tun könne, um nicht als erfolglosestes Supertalent in die Geschichte der Formel 1 einzugehen, beantwortete er vor einigen Monaten mal mit Ironie: «Wahrscheinlich Weltmeister werden! Nix einfacher als das, oder?».

Ein Podium wäre zumindest schon mal ein Anfang. Denn: Hülkenberg schickt sich an, am kommenden Wochenende ein Singapur einen etwas unrühmlichen Rekord aufzustellen. Er hätte dann 129 Rennen ohne einen Platz auf dem Treppchen absolviert. Die Bestmarke teilt er sich noch mit Landsmann Adrian Sutil, dessen F1-Karriere 2014 nach 128 Rennen ohne Podium beendet war.

Womit wir wieder bei den Top-Cockpits wären. Denn ein Sprung in eines der begehrten Plätze bei den Top-Teams hätte die Chancen immens erhöht, dass heute keiner über den Rekord sprechen würde.

Hülkenberg stieg 2010 nach den Gesamtsiegen in der GP2 (2009), in der Formel-3-Euroserie (2008) und der A1-GP-Serie (2006) in die Formel 1 ein und schaffte im vorletzten Rennen seiner Premierensaison in Brasilien die Pole Position. Ein erstes Zeichen, was er kann. 2015 gewann er zudem bei den legendären 24 Stunden von Le Mans.

Immer wieder wurde er bei Top-Teams gehandelt, zu dem großen Vertrag hat es aber nicht gereicht. Und zu einem Podium auch nicht. Nah dran war bereits: 2012 und 2016 wurde er in Belgien jeweils Vierter, 2013 zudem in Südkorea.

Nach seinem Wechsel zu Renault vor dieser Saison hatte er ein Aufbaujahr ausgerufen. Doch mit den Franzosen läuft es gar nicht schlecht, er sammelt regelmäßig Punkte und war dabei «Best of the Rest» hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing.Heißt: In Singapur muss er schon auf Ausfälle der Konkurrenten hoffen. Sonst schnappt er sich am Sonntag den Rekord.

Bislang war er in Singapur allerdings sehr weit weg. 2010 wurde er im Williams Zehnter, 2012 im Force India 14., 2013 im Sauber Neunter, ebenso wie ein Jahr später im Force India. 2015 und 2016 schied er vorzeitig aus.

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