Formel 1

Romain Grosjean: Frust bei Haas, Ferrari-Zug ist weg

Von - 15.05.2018 10:56

​Der frühere Renault-Fahrer Jolyon Palmer (27) sagt über den Crash-Piloten Romain Grosjean: «Die Aktion von Spanien ist für mich ein Zeichen von Frust. Grosjean muss seinen Kopf frei bekommen.»

Was nur ist mit Romain Grosjean los? Früher galt der in Genf geborene Franzose als kommender GP-Sieger. Aber nach fünf WM-Läufen steht der Haas-Fahrer als punkteloser Zweitletzter im Zwischenklassement hat, nur Williams-Neuling Sergy Sirotkin ist noch schlechter. Der merkwürdige Rettungsversuch kurz nach dem Start zum Spanien-GP führte zu einem Crash mit Nico Hülkenberg und Pierre Gasly, dafür muss Grosjean beim kommenden Grossen Preis von Monaco in der Startaufstellung um drei Ränge zurück.

Der Engländer Jolyon Palmer hat für Renault 2016 und 2017 an der Formel-1-WM teilgenommen. Dann wurde der glücklose Brite aussortiert. Seither arbeitet der 27-Jährige als Formel-1-Experte für die BBC. Er hat sich in Spanien das Geschehen aus der Nähe angeschaut und sagt in seiner Kolumne: «Ich kann mich nicht an einen so seltsamen Dreher erinnern, und die Rennkommissare konnten es offenbar auch nicht – daher die Strafe für Monaco. Das ist der letzte und bislang schlimmste Fehler von Grosjean in diesem Jahr.»

«Nach fünf Rennen ohne Punkte zu sein, ist schon schlimm genug. Noch übler ist, dass der Haas-Renner ein wirklich gutes Auto ist und dass Romains Stallgefährte Kevin Magnussen regelmässig punktet. Es steht 19:0 für den Dänen. Am Speed von Grosjean liegt es sich nicht – in Spanien hat er sein Auto zum dritten Mal von fünf Wochenenden in die Top-Ten qualifiziert.»

«Die Durststrecke ist auch nicht Grosjeans Fehler alleine. In Australien lag er auf einem phantastischen fünften Platz als er sein Auto parken musste, weil ein Rad nicht richtig festgemacht worden war. Magnussen war vom gleichen Defekt betroffen, hat sich seither aber prächtig gefangen. Grosjean hingegen tappt von einem Fettnapf in den nächsten. In Baku setzte er das Auto während der Safety-Car-Phase in die Mauer. Das ist schon anderen Fahrern passiert, aber es ist halt peinlich, weil wieder Punkte verlorengingen.»

«Alle hatte in der ersten Runde des Barcelona-GP Mühe mit der Haftung. Dass er von Magnussen vor sich einen Moment irritiert wurde und daher den Wagen aus der Kontrolle verlor, kommt auch vor. Was mich wirklich stört, das ist, was anschliessend geschah. Dass er voll auf dem Gas blieb und sich so direkte in den folgenden Verkehr hineindrehte. Es war klar, dass es zu einer Kollision kommen musste, denn nicht nur stand der Haas-Renner im Weg, Grosjean hatte eine Mauer aus Gummirauch aufgestellt.»

«Für mich ist das ein Zeichen von Frust, weil er wusste, dass er die Chance auf ein gutes Ergebnis weggeworfen hatte. Hätte er einfach gebremst, wie das die meisten Piloten getan hätten, dann wäre sein Wagen in der Auslaufzone zu stehen gekommen, Grosjean hätte weiterfahren können.»

«Ich weiss, für mich als Aussenstehender ist es leicht, Kritik zu üben. Aber ich habe aus der Nähe erlebt, wie gut Grosjean ist. Ich war 2015 dritter Mann bei Lotus. In Belgien fuhr er meisterhaft zu einem dritten Platz, das war ganz wichtig für ein Team, das finanziell in den Seilen hing. Später wurde der Rennstall von Renault gekauft. Grosjean wechselte zu Haas, weil er davon überzeugt war, von dort vielleicht in einen Ferrari wechseln zu können. Glaubt wirklich ernsthaft noch jemand daran, dass das passieren wird?»

«Grosjean fährt an einem guten Tag brillant. Er kann eine bisher schlechte Saison noch wenden. Aber er muss endlich seinen Kopf freibekommen und von vorne beginnen. Er muss im Grunde so denken, als würde die Saison mit dem kommenden Rennen in Monaco beginnen.»

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