Formel 1

Lewis Hamilton von Ferrari-Fans ausgebuht: «Mir egal»

Von - 02.09.2018 17:05

​WM-Leader Lewis Hamilton baut mit dem Sieg in Italien die Führung aus: Es steht 256:226 gegen Sebastian Vettel. Hamilton: «Da war viel negative Stimmung hier gegen uns, das hat mich richtig angestachelt.»

Lewis Hamilton hat Ferrari eine schmerzhafte Niederlage beigebracht. So wie Sebastian Vettel in der Stube von Mercedes und Hamilton in Silverstone gewann, so revanchierte sich Hamilton in Hockenheim nach dem Patzer von Vettel und nun in Monza beim Heimrennen von Ferrari. Mamma mia! Die Tifosi machten klar, was sie von der Niederlage gegen Mercedes hielten, sie pfiffen Bottas und Hamilton bei der Siegerehrung tüchtig aus.

Wieso die Fans so sauer waren: Sie schieben Hamilton die Schuld in die Schuhe für die Kollision mit Sebastian Vettel in der ersten Runde. Sky-GP-Experte Martin Brundle: «Für mich war das 50:50, Hamilton liess seinem Gegner genügend Raum, Seb rutschte dann untersteuernd in Hamilton hinein.» Das sahen die Rennkommissare offenbar auch so: Sie fanden, dass die Szene keiner Strafe würdig sei.

Lewis: «Ich war überrascht, dass Seb schon kurz nach dem Start nach links geht, wir haben uns leicht berührt, dann wählte Seb er neut die linke Seite. Das öffnete mir rechts die Lücke. Ich fand, ich liess ihm genügend Platz. Ich schätze, er ist in mich hineingerutscht. Mein Auto war ein wenig beschädigt, das hat mein Leben nicht einfacher gemacht.»

«Es war eines meiner Ziele, so bald als möglich an Vettel vorbei zu kommen. Ich fahre nicht gegen Kimi um den Titel, sondern gegen Seb. Als der sich wegdrehte, nahm das viel Druck vom Kessel.»

Vettel beschrieb das Manöver von Hamilton als «dumm». Lewis meint: «Nun, es hat funktioniert, nicht wahr? Ich meine – die Leute erwarten von uns, dass wir Rad-an-Rad-Kämpfe zeigen. Das haben wir getan. Mit Kimi hatte ich auch ein Duell, und wir haben uns nicht berührt.»

Lewis Hamilton konnten die Schuldzuweisungen komplett wurscht sein: 68. GP-Sieg, sein sechster 2018 nach Aserbaidschan, Spanien, Frankreich, Deutschland und Ungarn, sein fünfter in Monza nach 2012, 2014, 2015 und 2017. Mit seinem fünften Sieg hat er die Monza-Marke von Michael Schumacher eingeholt.

Dank 25 Punkten aus Monza hat Hamilton seine WM-Führung auf 256 Punkte ausgebaut, Sebstian Vettel rettete mit Ach und Krach noch Rang 4, damit kommt der Heppenheimer auf 226 Punkte.

Hamilton streute noch ein wenig Salz in die Wunden der Tifosi: «Ferrari hat uns einen tollen Kampf geliefert. Ich spürte von den Fans hier viel Negativität, das hat mich erst recht angestachelt, denn ich pflege Negatives in positive Energie umzusetzen. Ich sah in der Menge auch viele Union Jacks, die haben mich beflügelt.»

«Danke allen von Mercedes, hier auf dem Rennplatz und auch zuhause im Werk. Ohne ihre tolle Arbeit wäre das alles nicht möglich.»

«Heute war es so schwierig, auch wegen all dieser negativen Energie, das macht mich nur noch stärker. Es ist eine Ehre, hier zu gewinnen.»

Die Tifosi bedankten sich mit einem weiteren Pfeifkonzert.

Hamilton weiter: «Vielen Dank auch an Valtteri Bottas für seine Hilfe.» Der Finne hatte seinen Mercedes Mitte des Rennens extrabreit gemacht, das erlaubte es Lewis, sich in den Windschatten von Kimi Räikkönen zu arbeiten.

«Das war ein hartes Stück Arbeit. Heute ging es darum, so wenig Fehler als möglich zu machen und die Reifen am Leben zu erhalten. Bottas blieb länger draussen, um für mich zu fahren. Ich bin sehr glücklich, weil das Verhalten der italienischen Fans für mich wie Treibstoff zum Sieg gewesen sind.»

«Ich habe heute nicht mit einem Sieg gerechnet, denn ich erwartete ein ganz starkes Ferrari. Der Druck war enorm. Diesen Sieg haben wir uns mühselig erabeitet. Es zeigt einmal mehr – du musst immer an den Erfolg glauben. Ich sah, wie schlecht die Reifen von Kimi beisammen waren, also wusste ich, dass ich auf meine aufpassen musste. Dank Valtteri konnte ich schnell zu Kimi aufschliessen.»

«Mir ist es egal, wie die Fans draussen toben, ich liebe Italien, ich liebe die Küche, ich liebe die Leidenschaft, ich lasse mir das nicht vermiesen.»

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