Formel 1

Boxenstopp-Trick von Mercedes: Ferrari reingefallen?

Von - 05.09.2018 08:11

​Geht ein Teil der Ferrari-Niederlage von Monza auf einen Trick von Mercedes zurück? Die Silbernen erweckten den Anschein, als würden sie Lewis Hamilton zum Reifenwechsel hereinholen – taten sie aber nicht.

Aufregung an Ende der 20. Runde des Grossen Preises von Italien in Monza: Die Boxenmannschaft von Lewis Hamilton machte sich für einen Reifenwechsel bereit. Allen Anschein nach wollten die Weltmeister Renn-Leader Kimi Räikkönen unterschneiden. Aber dann zogen die flinken Mercedes-Jungs wieder ab, allerdings nicht, ohne dass Räikkönen um sie herum zu seiner Mannschaft kurven musste. In Tat und Wahrheit stoppte Hamilton erst acht Runden später. Mit zum Rennschluss frischeren Reifen liess er seinem finnischen Gegner keine Chance und gewann.

Viele Fans fragten sich: Ist das Vortäuschen eines Boxenstopps erlaubt? Heisst es nicht im Sportreglement, dass die Mechaniker erst kurz vor Ausführung des Stopps in die Boxengasse kommen und sich danach gleich wieder zurückziehen müssen?

«Das war kein vorgetäuschter Stopp», stellt Mercedes-Teamchef Toto Wolff klar. Wir wollten nur das Gegenteil von Ferrari machen. Will heissen: Wenn Kimi draussen bleiben sollte, wollten wir stoppen. Als klar wurde, dass er hereinkommt, liessen wir Lewis auf der Bahn. Wir wollten für alles bereit sein, daher waren unsere Jungs draussen.»

Lewis Hamilton bestätigt: «Wir hatten verschiedene Möglichkeiten und einen intensiven Funkverkehr darüber, was wir nun machen sollten. Eine dieser Möglichkeiten bestand darin, Kimi zu unterschneiden, also eine Runde früher als er zu stoppen.»

Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting beteuert, dass es für die FIA keinen Grund zum Eingreifen gebe. «Strategie ist Teil des Spiels. Wir wollen nur nicht, dass Boxenmannschaft herumstehen, ohne etwas zu tun. Wir würden auch eingreifen, kämen die Mechaniker jede Runde heraus und würden dann wieder ohne Stopp abziehen. Hier hatten wir den Eindruck – sie dachten an einen Reifenwechsel, haben dann aber ihre Meinung geändert. Wir haben in Monza nichts Unkorrektes beobachtet.»

«Falls wir einen Verdacht hegen, dass eine Boxenmannschaft offenbar nur deshalb rausgekommen ist, um die Anfahrt eines Gegners zu dessen Box zu kompromittieren, dann würden wir uns das ein wenig genauer ansehen müssen.»

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