Formel 1

Ecclestone: Fernando Alonso fehlt der Teamspirit

Von - 10.09.2018 18:02

Einen Ruf wird Fernando Alonso offenbar nicht mehr los. Keine Frage: Der Spanier gehört zum Besten, was die Formel 1 zu bieten hat. Viele halten ihn sowieso für den aktuell besten Fahrer.

Er sitzt seit Jahren nur im falschen Auto. Und das sei seine Schwäche, sagt nun Ex-Weltmeister Nico Rosberg in seinem neuen Podcast «Beyond Victory». Neben dem Vorwurf, Alonso sei kein Teamplayer.

«Als Fahrer ist er einer der Größten aller Zeiten. Aber es braucht mehr als das, um ein großer Formel-1-Fahrer zu sein», so der Deutsche.

Denn was auch dazu gehöre: «Man muss ein guter Teamplayer zu sein, Gespür für Menschen haben, immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, in den besten Autos. So gewinnst du Rennen und Weltmeisterschaften. Das war seine größte Schwäche.»

Der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der von Rosberg interviewt wurde, erklärte: «Als Fahrer ist er sicher einer der Besten. Aber in meinen Augen fehlen ihm ein paar Eigenschaften, um ganz vorne dazu zu gehören. Es mangelte ihm an Teamspirit, weshalb er oft nicht im richtigen Auto saß. Außerdem hat er die falschen Entscheidungen getroffen.»

Thema Teamspirit hatten wir zuletzt erst den bizarren Streit zwischen Alonso und Red Bull Racing und die Frage, wer wen wollte und wer nicht. Teamchef Christian Horner hatte Anfang August erklärt: «Ich habe einen Riesenrespekt vor Fernando, er ist ein großartiger Fahrer, ein fantastischer GP-Pilot. Aber er neigt dazu, überall da, wo er hingeht, Chaos zu verursachen.»

Deshalb fügt der Brite an: «Ich bin mir nicht sicher, ob es das Beste für unser Team wäre, Fernando zu verpflichten.» Auch dass der Asturier zu den älteren Eisen im Feld gehöre, sei ein Grund, der gegen eine Verpflichtung sprach. Horner betonte: «Wir bevorzugen es, weiterhin in die Jugend zu investieren statt einen Fahrer zu holen, der seinem Karriereende nahe ist.»

Alonso reagierte verwundert auf die Aussagen, erklärte, er habe in den vergangenen Jahren einige Angebote von Red Bull Racing erhalten, noch im August, als Nachfolger von Daniel Ricciardo. Dr. Helmut Marko widersprach und meinte, es sei vielmehr andersherum gewesen – 2013 beispielsweise habe Alonso damals Red Bull kontaktiert. Die Geschichte habe bei McLaren oder Ferrari gezeigt, dass Alonso seine Rennställe zu Einmann-Shows mache, das passe nicht zu Red Bull.

Was wiederum Alonso ärgerte: «Es hat mich überrascht dass sie meinen, ich würde Chaos anrichten und es wäre schwierig mit mir zu arbeiten. Zum einen, weil sie noch nie mit mir gearbeitet haben, zum anderen, weil sie mich in den vergangenen sieben Jahren fünf oder sechsmal angesprochen haben.»

Rosberg findet: «Die Topteams wollen Fernando nicht. Red Bull hatte ein freies Cockpit, aber sie haben ihn nicht einmal in Betracht gezogen. Weil sie wissen, dass sie sich alle möglichen Probleme einhandeln, wenn sie ihn ins Team holen.»

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