Formel 1

Lewis Hamilton (Mercedes/1.): «Das war fast perfekt»

Von - 15.09.2018 16:30

​Trotz des Sieges von 2017 war Mercedes mit mulmigem Gefühl nach Singapur gereist. Die Piste passt nicht ideal zum Silberpfeil. Lewis Hamilton fuhr dann aber «eine der besten Runden meines Lebens».

Die Schärfe des Silberpfeils bekommen die Gegner vor allem auf Pisten mit schnellen Bögen zu spüren: in Silverstone oder Suzuka etwa. Auf Stop-and-go-Kursen hat Mercedes-Benz in den letzten Jahren eher geschwächelt, besonders Singapur war für die Dauer-Weltmeister ein einziger Fragebogen. Aber Mercedes hat zugelegt. Im freien Training waren Lewis Hamilton und Valtteri Bottas nicht weit von Ferrari und Red Bull Racing entfernt, die auf dem Marina Bay Circuit zu favorisieren sind.

Lewis Hamilton kümmert sich nicht um all das. Der vierfache Weltmeister setzt sich jeweils ins Auto und wringt den Wagen aus wie einen nassen Putzlappen. Im Qualifying von Singapur verblüffte Hamilton mit einer magischen 1:36,013-min-Runde. «Wow, das habe ich mir echt verdient! Keine Ahnung, woher ich diese Zeit geholt habe. Ich habe wohl alles auf den Punkt gebracht. Mein Herz schlägt wie verrückt, ich bin überwältigt. Es war eine der besten Runden, die ich je gefahren habe, das ist der Perfektion ziemlich nahegekommen.»

79. Pole-Position für den Engländer, die siebte in dieser Saison (nach Australien, Spanien, Frankreich, England, Ungarn und Belgien), die vierte in Singapur (nach 2009, 2012 und 2014).

Hamilton weiter, sichtlich gerührt: «Diese Rennstrecke ist so unfassbar schwierig. Ich glaube, es gibt keine grössere Herausforderung. Sie ist länger als Monaco, ist es heisser als in Monaco. Zuvor sah es für uns nicht so gut, aber dann zahlten sich alle Änderungen aus, die wir vorgenommen haben. Ich ging in die Quali und wusste: Ich liege um eine halbe Sekunde hinten. Aber dann haben wir es ganz zum Schluss geschafft, eine Runde zu fahren, die zu 99,9 Prozent perfekt war. Ich konnte alles aus dem Auto holen. Ich wüsste keine Kurve, wo ich hätte schneller fahren können. Ich zittere noch immer. Ich habe dann versucht, das noch besser zu machen, aber da kam nichts mehr. Du kannst eine fast perfekte Runde eben kaum besser machen.»

«Ich hatte Angst, dass wir mit der falschen Reifenstrategie angereist sind; im Sinne von zu wenig hyperweichen Pirelli. Also mussten wir im freien Training mit den härteren Reifen fahren, das heisst, wir konnten erst später Erfahrungen mit dem weichsten Pirelli sammeln. Die Unterschiede zwischen den Reifen sind gewaltig hier. Als ich dann endlich auf der weichsten Mischung fahren konnte, fühlte ich mich viel wohler.»

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