Formel 1

Reglement-Fiasko 2019? Das sagt Sportchef Ross Brawn

Von - 14.12.2018 15:16

​Die Meinungen sind geteilt, was die Reglement-Änderungen 2019 angeht. Vereinfachte Flügel und Luftleit-Elemente sollen das Überholen erleichtern. Insider bezweifeln das. Stehen wir vor einem Fiasko?

Wir erhalten für die Formel-1-Saison 2019 ein neues Aero-Reglement. Formel-1-Sportchef Ross Brawn will den Piloten schärfere Werkzeuge in die Hand zu geben: Dank simplerer Aerodynamik sollen die Piloten einem Gegner besser auf die Pelle rücken können. Kritiker fragen: Sind die notwendigen Investitionen für die Katz? Ändert sich durch die modifizierte Aerodynamik viel zu wenig? Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner: «Von den ganzen Änderungen im Hinblick auf eine komplett neue Formel 1 im Jahre 2021 hat sich die FIA für 2019 einige Rosinen herausgepickt. Leider haben sich Mercedes und Ferrari für diese Änderungen stark gemacht, also wurde das gutgeheissen. Im Nachhinein wären sich alle Rennställe wohl einig: Es war nicht richtig, die Dinge zu überstürzen. Aber warten wir mal die ersten vier oder fünf Rennen von nächster Saison ab.»

Force-India-Technikchef Andy Green meint: «Was 2019 angeht, sind wir vielleicht voreilig gewesen. Wir haben keine Zeit für Experimente, keine Zeit, um die Daten 2018 und 2019 zu vergleichen. Wir werden uns nur 2019 angucken können, und dann erleben wir, ob das wirklich Auswirkungen hat. Mein Bauchgefühl sagt: Die Veränderung wird minimal sein.»

Also letztlich viel Lärm um wenig? Was passiert, wenn die Autos im Windschatten der Gegner ähnlich schwierig zu beherrschen sind wie zuvor? Serien-Sportchef Ross Brawn sagt auf der offiziellen Formel-1-Seite: «Wir sind uns dessen bewusst, dass die Leute Bedenken haben. Aber was wir aus der 2019er Aerodynamik lernen, wird uns für die Autos von 2021 sehr helfen. Wir sprechen hier nicht von einer Lösung, die all unsere Probleme aus der Welt schafft. Wir reden von einer neuen Fahrzeugphilosophie.»

«Wenn wir das angestrebte Ziel nicht erreichen mit diesen Änderungen, dann werden wir daraus die Lehren ziehen, die Arbeit intensivieren und die nächste Phase beginnen. Und das machen wir so lange, bis wir Rennwagen haben, mit welchen es einfacher ist, Rad an Rad zu kämpfen.»

Der frühere Technikchef von Benetton, Ferrari, Honda, BrawnGP und Mercedes glaubt: «Bis wir die neuen Autos sehen, wissen wir nicht, was die Teams ausgeheckt haben. Wir wagen vorherzusagen, dass wir eine Verbesserung von 20 Prozent erleben werden.»

Als Brawn in Singapur einige Konzepte zeigte, wie die Formel 1 des Jahres 2021 aussehen könnte, meinte Andrew Green: «Das sind doch nur Zeichnungen. Ich konzentriere mich nicht auf das Aussehen, ich bin ausschliesslich daran interessiert, wie leistungsstark solche Autos sein könnten. Was ihr zu sehen bekommen habt, das sind artistische Auslegungen. Ich komme von der Technikerseite, Styling ist für mich uninteressant.»

Ross Brawn erwidert: «Wir haben zusammen mit der FIA entworfen, wie diese Autos aussehen könnten. Wir haben die Teams gebeten, sich verschiedene Aspekte der neuen Rennwagengeneration anzuschauen. Wenn nun gesagt wird, „Wir wissen aber zu wenig, um mit der Arbeit zu beginnen“, dann ist das von unserer Seite aus pure Absicht. Wir wollen nicht, dass die Rennställe mit mehr Ressourcen sich auf die Arbeit stürzen können. Allerdings reden wir hier von einer heiklen Balance. Denn es lässt sich durchaus argumentieren – je länger wir mit dem Reglement 2021 warten, desto eher sind die grösseren Teams im Vorteil, weil sie schneller reagieren können. Wir werden den Rennställen daher ungefähr ein Jahr Zeit lassen, wir halten das für den richtigen Kompromiss.»

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