Formel 1

Aerodynamik 2019: Angst vor Schlupflöchern bleibt

Von - 03.01.2019 10:44

​Mercedes-Rennchef Toto Wolff sieht den Aerodynamikregeln 2019 mit gemischten Gefühlen entgegen: «Wir nehmen alle Gegner ernst – vom zweitplatzierten Ferrari-Team bis hin zu Schlusslicht Williams.»

Formel-1-Sportchef Ross Brawn erhofft sich von einer geänderten Aerodynamik 2019 besseren Sport. Dank einer simpleren Aerodynamik sollen die Piloten einem Gegner besser auf die Pelle rücken können. Brawn brachte dabei das Kunststück fertig, dass er von den Formel-1-Rennställen technische Informationen erhielt, wie sich geänderte Front- und Heckflügel sowie Luftleit-Elemente auf die Aerodynamik auswirken. Brawn sieht sich mit den 2019er Autos auf gutem Weg.

Toto Wolff, Teamchef von Dauer-Weltmeister Mercedes, sieht der Saison mit gemischten Gefühlen entgegen: «Mit diesen Regeländerungen ist alles möglich. Es ist ähnlich wie vor der Saison 2009, als BrawnGP mit dem Doppeldiffusor kam. Es kann durchaus sein, dass ein Team ein Schlupfloch findet, das die Konkurrenz übersehen hat und das den grossen Unterschied ausmacht.»

«Und das kann jeder sein. Wir nehmen deshalb alle ernst – vom zweitplatzierten Ferrari-Team bis hin zu Schlusslicht Williams. Jeder Rennstall kann ein Auto auf die Räder stellen, das unseren Silberpfeil übertrumpft. Wir respektieren jeden einzelnen Gegner und den Aufwand, den jeder betreibt, um ein gutes Fahrzeug zu konstruieren. Für uns ist jedes Team im Feld ein ernstzunehmender Konkurrent.»

Aber ist wirklich noch Raum für ein Schlupfloch? Kann ein Rennstall den entscheidenden Vorteil finden und umsetzen? Williams-Technikchef Paddy Lowe glaubt nicht daran, dass sich das Szenario von BrawnGP 2009 wiederholt. «Einige Rennställe waren überaus kooperativ, was die Offenlegung von Daten angeht. Das neue Reglement ist sehr einschränkend. Ich weiss ja nicht, wie das anderen Technikern geht, aber wir tun uns sehr schwer, mit den neuen Flügeln die Leistungsfähigkeit der 2018er Aerodynamik zu erreichen.»

«Unter den Rennställen ist die Einstellung: „Wir wollen Klarheit. Wir wollen nicht nach Australien reisen, und dann geht die Zankerei los, weil das Reglement unausgegoren ist.“ In diesem Geiste gab es eine für die Formel 1 ungewöhnliche Offenheit. Alles wissen, womit sie es zu tun haben.»

Force-India-Technikchef Andy Green ergänzt: «Ich erkenne keine massiven Schlupflöcher. Aber für mich zeigt die ganze Thematik auch, wie schwierig es ist, ein Reglement zu entwerfen, das sich als kugelsicher erweist. Das Motto lautet: Je engmaschiger die Regeln, desto länger die Vorschriften. Am liebsten wäre mir, es gäbe eine Kiste, in die muss ein Flügel reinpassen, der Rest ist freigestellt. Aber dann würden die Teams auf die komplexesten, sündhaft teuersten Lösungen kommen. Und das ist wahrlich nicht der Sinn des neuen Reglements.»

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