Formel 1

Streit um GP-Zukunft: Rückendeckung für Chase Carey

Von - 30.01.2019 11:18

Nicht alle GP-Organisatoren stimmen in die Kritik an Liberty Media ein. Die GP-Veranstalter aus Russland und Mexiko stellen sich nach dem Protestbrief der Promoter-Vereinigung FOPA auf die Seite der F1-Verantwortlichen.

Die Ausgangslage ist klar: 15 GP-Veranstalter haben sich zusammengetan, um ihrer Sorge um die Zukunft des Sports eine Stimme zu verleihen. In einem Protestbrief der «Formula One Promoters’ Association» (FOPA) an die F1-Verantwortlichen sprechen sie vor allem folgende Kernpunkte an: Den besorgniserregenden Trend, die Rennen in immer mehr Ländern exklusiv im PayTV zu übertragen, den Mangel an Unternehmungsgeist und den fehlenden Willen, die Promoter in die Gestaltung der Zukunft des Sports einzubinden sowie die Forderung, neue WM-Läufe nicht zum Nachteil bestehender Veranstaltungen in den WM-Kalender aufzunehmen.

Letzteres wurde mit Blick auf die Bemühungen der F1-Entscheidungsträger formuliert, ein Rennen in Miami auf die Beine zu stellen, das keine fixe Gebühr für die Ausrichtung berappen muss. Stattdessen ist von einer Gewinnbeteiligung die Rede. Verständlich, dass sich die aktuellen Promoter, die Ausrichtungsgebühren in Millionenhöhe verrichten müssen, gegen diese Pläne stellen.

Allerdings sind nicht alle GP-Veranstalter bei der FOPA-Offensive dabei. Bahrain, China, Russland, Japan und Abu Dhabi haben nicht unterzeichnet, und Mexiko distanziert sich vom Inhalt des Briefes. Die dortigen GP-Organisatoren erklärten in einem Statement: «Nach der Erklärung der Formula One Promoters' Association (FOPA) wollen die Veranstalter des Formula One Gran Premio de Mexico ihr Mitgefühl mit den Organisatoren aus anderen Ländern zum Ausdruck bringen, wobei sie verstehen, dass jedes Land und jedes Rennen anders ist.»

«Darüber hinaus begrüssen die Veranstalter des mexikanischen Grand Prix die laufende Zusammenarbeit und die guten Beziehungen zu den übrigen Organisatoren», heisst es in der offiziellen Stellungnahme weiter. «Allerdings haben die mexikanischen Organisatoren nicht an diesem Treffen teilgenommen. Und die Organisatoren von Mexiko schätzen die Arbeit der neuen Formel-1-Besitzer, die sich bemühen, die Wünsche der Promoter und Fans zu verstehen und zu erfüllen.»

Auch aus Russland gibt es Rückendeckung für die Formel-1-Führungsspitze um CEO Chase Carey. Der dortige Promoter Sergey Vorobyev erklärte auf Nachfrage von Reuters, dass man die FOPA-Ansichten nicht teile. Gegenüber «Motorsport.com» bezeichnete er die Forderungen als «ziemlich zahnlos», denn alle Probleme, die angesprochen werden, könne man innerhalb der aktuellen Kommunikationskanäle mit Liberty Media ansprechen und klären. «Deshalb ist das für mich keine konstruktive Vorgehensweise.»

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