Formel 1

Warnung aus Italien: Formel 1 künftig ohne Monza?

Von - 02.02.2019 08:25

Die Formel-1-Promoter haben sich in einem Brief an Liberty Media gewandt, weil sie sich um die Zukunft des Sports sorgen. Die Veranstalter des Italien-GP warnen: Der WM-Lauf in Monza könnte bald Geschichte sein.

Die GP-Veranstalter haben sich zusammengetan, um den Führungsstil und die Pläne der Formel-1-Machthaber von Liberty Media zu kritisieren. In einem offenen Brief, hinter dem 15 Rennveranstalter stehen, äussern sie ihre Bedenken zur Entwicklung des Sports. Einer der Kernpunkte der Kritik betrifft die Realisierung neuer Grands Prix, die nicht auf Kosten der bisherigen GP-Austragungsstätten geschehen soll.

Damit wird nicht zuletzt auf die jüngsten Versuche der F1-Verantwortlichen hingewiesen, einen Strassen-GP in Miami zu veranstalten. Die neuen WM-Zirkusdirektoren aus Amerika haben nie einen Hehl aus ihrem Wunsch gemacht, die Formel-1-Präsenz auf US-Boden auszubauen. Und ein Rennen durch die US-Metropole passt genau in diese Pläne. Deshalb sind die F1-Bosse auch gewillt, vom Modell der fixen Ausrichtungsgebühr abzuweichen und stattdessen ein Gewinnbeteiligungsmodell zu akzeptieren.

Verständlich, dass diese Ausnahme die bisherigen Promoter verärgert, die Gebühren in Millionenhöhe verrichten müssen, um den GP-Zirkus bei sich zu begrüssen. Von den aktuellen WM-Veranstaltern verfügen fünf über einen Vertrag, der Ende 2019 ausläuft: Die Promoter in Hockenheim, Silverstone, Barcelona, Mexiko-Stadt und Monza müssen um ihre Formel-1-Zukunft zittern.

In Monza wird sogar laut über eine Zeit nach der Formel 1 nachgedacht. Angelo Sticchi Damiani, der Präsident des italienischen Automobilklubs (ACI) bestätigte im Gespräch mit dem Kollegen des «Corriere dello Sport»: «Die Kosten, die wir jährlich an Liberty Media zahlen müssen, sind im Schnitt sehr hoch. Schwer vorstellbar, aber 2018 hiess das in unserem Fall, dass wir 24 Millionen Dollar hinblättern mussten, was ein Riesenbetrag ist.»

Man habe den aktuellen Vertrag als Opfer angesehen, um eine nachhaltige Lösung für die Zukunft zu finden und den Platz im WM-Kalender nicht zu verlieren, betonte der ACI-Präsident. «Aber nun ist es nicht mehr möglich, so zu argumentieren. Und das betrifft nicht nur uns, sondern alle GP-Veranstalter», warnt er. «Die Forderungen von Liberty Media sind zu nah an dem, was wir bisher hatten – und leider sind die Preise auch noch am Steigen, das können wir nicht mehr tragen.»

«Unser Automobilklub wird natürlich alles daran setzen, um Liberty Media davon zu überzeugen, dass Monza ein unersetzlicher GP-Austragungsort ist. Wir wissen, wie wichtig die Rolle ist, die der ACI spielt, aber wir müssen die Möglichkeit bekommen, eine ökonomisch nachhaltige Lösung zu finden», stellte Sticchi Damiani klar, und fügte kämpferisch an: «Wir sind bei diesen Verhandlungen sehr viel gelassener als bei den letzten Gesprächen mit Bernie Ecclestone.» Will heissen: Man nimmt das Risiko, die Formel 1 zu verlieren, in Kauf.

Formel 1 2019

Team-Präsentationen und Roll-out
11. Februar: Toro Rosso (Ort unbekannt)
12. Februar: Renault (Enstone)
13. Februar: Force India (Toronto)
13. Februar: Mercedes (Silverstone), Roll-out
14. Februar: Sauber (Fiorano), Roll-out
14. Februar: McLaren (Ort unbekannt)
15. Februar: Ferrari (Maranello)
17. Februar: Ferrari (Barcelona), Filmtag
18. Februar: Sauber (Barcelona)

Wintertestfahrten
18. bis 21. Februar: Wintertest 1, Barcelona
26. Februar bis 1. März: Wintertest 2, Barcelona

Saison 2019
17. März: Australien, Melbourne
31. März: Bahrain, Sakhir
14. April: China, Shanghai
28. April: Aserbaidschan, Baku
12. Mai: Spanien, Barcelona
26. Mai: Monaco, Monte Carlo
9. Juni: Kanada, Montreal
23. Juni: Frankreich, Le Castellet
30. Juni: Österreich, Spielberg
14. Juli: Grossbritannien, Silverstone
28. Juli: Deutschland, Hockenheim
4. August: Ungarn, Budapest
1. September: Belgien, Francorchamps
8. September: Italien, Monza
22. September: Singapur, Singapur
29. September: Russland, Sotschi

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