Formel 1

Williams ohne Martini: Neuer Look am 11. Februar

Von - 08.02.2019 10:59

​Als letzter Rennstall hat das Traditions-Team Williams bestätigt, wann sie den Look ihres 2019er Autos zeigen: am Montag, 11. Februar. Erstmals seit Jahren werden die Martini-Streifen fehlen.

Nun hat auch Williams verkündet, wann wir den Look des 2019er Rennwagens zu sehen bekommen: am 11. Februar, also am gleichen Tag, an dem die Scuderia Toro Rosso das Modell STR14 zeigt. Der Unterschied zu Williams: Toro Rosso zeigt wirklich das neue Auto, Williams hingegen wird lediglich die Bemalung des Renners für die kommende Saison präsentieren, das Modell selber werden wir wohl erst zu Beginn der Wintertests entdecken (18. Februar auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya). Die Williams-Veranstaltung findet im Rennwagenwerk von Grove statt.

Am 11. Februar wird Williams zeigen, wer 2019 Titelsponsor ist. Denn die berühmten Streifen von Martini gehören der Vergangenheit an. Eigentlich sollte die englische Firma «Rich Energy» Hauptsponsor von Williams werden, doch CEO William Storey legte sich lieber mit Haas ins Bett. Ein herber Rückschlag für Williams, hinter Ferrari und McLaren der drittälteste und auch der dritterfolgreichste GP-Rennstall.

Eine prominente Rolle auf dem Williams FW42 wird PKN Orlen spielen, Steigbügelhalter für Robert Kubica. Nach mehr als acht Jahren wird der Pole wieder Grand-Prix-Pilot, der 34jährige Krakauer fährt an der Seite des jungen Engländers George Russell. PKN Orlen bezahlt angeblich 10 Millionen Euro. Die 1999 gegründete Firma beschäftigt rund 20.000 Menschen und setzt im Jahr rund 20 Milliarden Euro um. Es handelt sich um einen börsennotierten, polnischen Mineralölveredeler und Tankstellenbetreiber mit Sitz in Płock, der unter anderem Tankstellenketten in Polen, Deutschland, Tschechien und Litauen betreibt, mit insgesamt fast 3000 Stationen. PKN steht für Polski Koncern Naftowy, also polnischer Mineralölkonzern.

Der Adlerkopf von PKN Orlen wird auf dem Heckflügel des 2019er Williams FW42 stehen, auf der Fahrzeugnase, bei den Lufteinlässen sowie auf den Rückspiegeln, dazu auf Fahrerhelmen und –overalls sowie auf der Teamkleidung.

Nach fünf Jahren mit Williams verabschiedete sich Apéritiv-Hersteller Martini Ende 2018 aus der Formel 1. Der GP-Sport verliert einen Kult-Sponsor, der uns wunderschöne Rennwagenlackierungen beschert hat.

Die Barcardi-Gruppe (Umsatz mehr als 6 Milliarden Dollar pro Jahr) besitzt den Apéritiv-Hersteller Martini, 1863 als Martini & Rossi gegründet (aufgrund des Handelsvertreters Alessandro Martini und des Kellermeisters und Kräuterexperten Luigi Rossi). In der Neuzeit trat Martini als einer der markantesten Sponsoren im Rennsport auf – die blau-roten Streifen der Marke auf weissem Grund sind weltberühmt geworden.

Bacardi will den Schwerpunkt künftig auf andere Marken setzen und richtet die Werbestrategie neu aus. Bacardi besitzt auch die Marken Bombay Sapphire (Gin), Patron (Tequila), Grey Goose (Vodka), Dewar’s (Whisky) und viele mehr.

Martini im Rennsport

Die deutsche Sportwagenlegende Hans-Dieter Dechent, im September 2014 verstorben, brachte Martini 1969 in den Sport, sein Rennstall Martini Racing Team gewann 1971 mit dem Porsche 917 die 12 Stunden von Sebring (mit Vic Elford/Gérard Larrousse) und die 24 Stunden von Le Mans mit Dr. Helmut Marko und Gijs van Lennep.

Als Dechent bei Porsche eigentlich nur einen weiteren 908 bestellen wollte, bot ihm Ferdinand Piech für Le Mans 1970 einen Porsche 917 Langheck an. Dechent griff zu und machte seinen 917er zu einem der legendärsten Fahrzeuge in Le Mans. Von Porsche-Designer Anatole Lapine liess er den Porsche in einem psychedelischen Farbmuster in lila und grün lackieren, die Lackierung ist bis heute legendär. «Das Auto kam weiss in Le Mans an, wir haben es mit unzähligen Spraydosen vor Ort zwischen den Trainings lackiert.»

1971 übernahm Dechent von Louise Piech das gesamte Material von Porsche Salzburg, gewann für Porsche mit dem 917 Le Mans und Sebring. Noch vor Ablauf der Saison 1971 sperrte Dechent das Martini Racing Team zu. Martini wanderte samt Streifenmuster zu Porsche ab, und Dechent wandte sich anderen Tätigkeiten zu.

Seither war Martini Racing mit Porsche, Ferrari, Alfa Romeo, Lotus, Brabham, Lancia und Ford unterwegs, zuletzt mit Williams.

Der erste WM-Titel folgte 1976, als das Porsche Martini-Team sowohl die Gruppe-5-WM als auch die Gruppe-6-WM für Zweisitzer gewann – und nebenbei in Le Mans triumphierte. Danach mussten sich die Fans bis 1982 gedulden: Mit dem Lancia Beta Montecarlo Turbo folgte der zweite Titel.

In der Formel 1 konnte Martini Racing nichts gegen die damalige Übermacht von Ferrari, McLaren und Lotus ausrichten. Unvergessen die bildschönen Brabham-Renner in Martini-Farben mit GP-Legenden wie Carlos Pace oder Carlos Reutemann. Mit Kimi Räikkönen und Ferrari wurde Martini 2007 Formel-1-Weltmeister.

Grosse Erfolge feierte Martini Racing in der Rallye-WM. Mit dem Modell Delta kam der Erfolg und der Name Lancia-Martini Racing stand für viele Rennsiege und WM-Titel in den 80er und 90er-Jahren. 1983 feierte man mit dem Lancia 037 Erfolge und gewann mit dem Delta in sechs aufeinanderfolgenden Jahren von 1987 bis 1992 mit Juha Kankunnen und Mika Biasion die WM. 1995 und 1996 konnte Martini Racing in der DTM mit dem Alfa Romeo 155 Erfolge feiern – genau wie in der italienischen GT-Meisterschaft.

Seit 2014 war Martini wieder in der Formel 1 vertreten. Mit den Briten wurde Martini 2014 und 2015 hervorragender WM-Dritter, dann aber ging es bergab – fünfte Ränge 2016 und 2017, blamabler WM-Letzter 2018.

Formel 1 2019

Team-Präsentationen, Roll-out, Filmtage
11. Februar: Toro Rosso (online)
11. Februar: Williams (online), Look
12. Februar: Renault (Enstone)
13. Februar: Force India (Toronto), Look
13. Februar: Mercedes-Benz (Silverstone)
13. Februar: Red Bull Racing
14. Februar: Sauber (Fiorano), Roll-out
14. Februar: McLaren (Woking)
15. Februar: Ferrari (Maranello, online)
15. Februar: Haas (Barcelona), Roll-out
17. Februar: Ferrari (Barcelona), Filmtag
18. Februar: Sauber (Barcelona)

Wintertestfahrten
18. bis 21. Februar: Wintertest 1, Barcelona
26. Februar bis 1. März: Wintertest 2, Barcelona

Saison 2019
17. März: Australien, Melbourne
31. März: Bahrain, Sakhir
14. April: China, Shanghai
28. April: Aserbaidschan, Baku
12. Mai: Spanien, Barcelona
26. Mai: Monaco, Monte Carlo
9. Juni: Kanada, Montreal
23. Juni: Frankreich, Le Castellet
30. Juni: Österreich, Spielberg
14. Juli: Grossbritannien, Silverstone
28. Juli: Deutschland, Hockenheim
4. August: Ungarn, Budapest
1. September: Belgien, Francorchamps
8. September: Italien, Monza
22. September: Singapur, Singapur
29. September: Russland, Sotschi
13. Oktober: Japan, Suzuka
27. Oktober: Mexiko, Mexiko-Stadt
3. November: USA, Austin
17. November: Brasilien, São Paulo
1. Dezember: Abu Dhabi, Yas Marina

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
SPEEDWEEK auf Google+
Druckansicht
Noch einmal, weil es so schön war: Der Williams in Martini-Lackierung © LAT Noch einmal, weil es so schön war: Der Williams in Martini-Lackierung
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

video

Formel 1

F1 2019 - Alfa Romeo Racing präsentiert den C38

Speedweek auf Twitter Speedweek auf Facebook Der Speedweek RSS Feed

Thema der Woche

Von Mathias Brunner

Mercedes: Wann werden Dauer-Sieger unsympathisch?

​​Die Fans mögen keine Dauer-Sieger. Das beste Beispiel: Als Michael Schumacher (Ferrari) und Sebastian Vettel (Red Bull Racing) alles in Grund und Boden fuhren. Mercedes-Teamchef Toto Wolff bleibt gelassen.

» weiterlesen

 

tv programm

car port

Di. 19.02., 23:45, Hamburg 1


Bundesliga Aktuell

Mi. 20.02., 01:20, SPORT1+


Bundesliga Aktuell

Mi. 20.02., 02:00, SPORT1+


Formula E Street Racers

Mi. 20.02., 02:15, ORF Sport+


Bundesliga Aktuell

Mi. 20.02., 02:55, SPORT1+


High Octane

Mi. 20.02., 05:10, Motorvision TV


car port

Mi. 20.02., 05:15, Hamburg 1


Café Puls mit PULS 4 News

Mi. 20.02., 05:30, Puls 4


Café Puls mit PULS 4 News

Mi. 20.02., 06:00, Pro Sieben


Café Puls mit PULS 4 News

Mi. 20.02., 06:00, Sat.1


Zum TV Programm
15