Formel 1

Presse-Stimmen zu Ferrari: Ohrfeige, Fehlstart, Alarm

Von - 20.03.2019 09:24

​Die Medien in Italien haben eher mit Ernüchterung als mit Kritik auf die schwache Darbietung von Ferrari reagiert. Die «Gazzetta dello Sport» sagt stellvertretend: «Zum Glück ist noch nicht alles vorbei.»

Tenor der internationalen Medien nach dem WM-Auftakt in Australien: Eine starke Reaktion von Valtteri Bottas auf die niederschmetternde Saison 2018 und eine ganz schwache Darbietung von Ferrari. Die meist ätzend kritischen Medien aus Italien gehen mit Ferrari nach der Ohrfeige im Albert-Park verhältnismässig schonend um, reden aber auch nicht um den heissen Brei herum – Ohrfeige, Fehlstart, Alarm, Ferrari hat viel Arbeit.

Gazzetta dello Sport (Italien)
«Bottas hat in Australien einen Biss gezeigt wie noch nie. Mercedes hat im ganzen Testwinter das wahre Potenzial verborgen. Ferrari hat sich verlaufen. Es war, als wäre das gute Auto von Barcelona in Europa gelassen worden. Weder auf der Rennbahn noch zuhause im Werkssimulator konnten Lösungen gefunden werden. Der tröstliche Gedanke: Die Saison ist noch lang, das ist noch nicht vorbei. Binotto und seine Mitarbeiter wissen, was sie zu tun haben, sie brauchen jetzt Unterstützung und Vertrauen.»

La Repubblica (Italien)
«Mercedes holt Ferrari in die Realität zurück. Erwartet wurde in Melbourne eine Morgenröte, stattdessen erleben wir eine Dämmerung. Ferrari muss wie nie um das Podium kämpfen.»

La Stampa (Italien)
«Bis vor zwei Wochen war der SF90 im Test die versprochene Königin der Formel 1. Es reichte aus, nach Australien zu fliegen, die Motoren anzuwerfen und die Situation wurde zu der von vor zwei Jahren Am 31. März wird die Formel 1 in Bahrain sein: Andere Umgebung, andere Rennstrecke und die Hoffnung, dass Ferrari die verlorene Inspiration wiederfindet.»

Corriere dello Sport (Italien)
«Ferraris Titeltraum scheint immer mehr zum Albtraum zu werden. Ferrari kann Mercedes nicht in die Schranken weisen, die Saison beginnt mit dem Doppelsieg von Bottas und Hamilton. Ganz ehrlich gesagt: ein Desaster für Maranello. Australien ist eine besondere Rennstrecke, doch das kann keine Entschuldigung für diese Blamage sein.»

Tuttosport (Italien)
«Bei Ferrari schrillen die Alarmglocken. War es ein Blackout oder etwas viel Schlimmeres? Das Ferrari-Team ohne Podestplatz – damit hatte niemand gerechnet, vor allem nicht Teamchef Mattia Binotto. Die Enttäuschung ist gross, und man findet keine Erklärungen. Vettel spricht von den Reifen, doch sind nur sie allein das wahre Problem?»

AS (Spanien)
«Bottas verschlingt Hamilton und Verstappen versenkt Ferrari. Sobald das Licht der Ampel erloschen war, hatte Bottas das Rennen bereits gewonnen. Der erste grosse Besiegte zum Saisonstart ist aber nicht Hamilton, sondern das Ferrari-Team, das den Champagner nur von weitem sah – weil der SF90 nicht das hält, was er versprochen hatte.»

Marca (Spanien)
«Valtteri Bottas hat beim australischen Grand Prix einen ebenso durchschlagenden wie verdienten Sieg errungen und Lewis Hamilton in jeder Hinsicht übertroffen. Die WM beginnt mit einem Bottas, der Nico Rosberg von 2017 nachahmen möchte, und mit einem Ferrari-Team, das für die nächsten Rennen viele Hausaufgaben machen muss.»

La Vanguardia (Spanien)
«Während Valtteri Bottas vor Glück strahlte, drückte Sebastian Vettels Gesicht Ungläubigkeit angesichts der schwachen Leistung seines Ferrari aus.»

Mundo Deportivo (Spanien)
«Das Beste am Rennen vom Grand Prix in Australien war das Überholmanöver von Max Verstappen gegen Sebastian Vettel in Runde 31, im Kampf um den dritten Platz. Max wagte einen rücksichtslosen Angriff, dem der Ferrari des Deutschen nichts entgegenzusetzen hatte.»

The Telegraph (Grossbritannien)
«Für Sebastian Vettel, Gewinner der letzten zwei Jahre in Melbourne, aber dieses Mal nur Vierter, war das ein alarmierender Vorgeschmack auf kommende Probleme. Er hatte gerade zu hoffen gewagt, dass Ferrari ihm ein Auto zur Verfügung stellen würde, mit dem er seinen Erzrivalen Lewis Hamilton bezwingen kann und blieb nach der Vernichtung durch Mercedes niedergeschlagen und verblüfft zurück.»

Mirror (Grossbritannien)
«Hamilton war am Sonntag gar nicht richtig im Rennen. Der Brite lag in allen Trainings vorne, aber er hatte einen furchtbaren Start, der es seinem Teamkollegen ermöglichte, sofort die Führung zu übernehmen. Hamilton sah nie wirklich so aus, als würde er sie zurückerobern können.»

The Guardian (Grossbritannien)
«Vettel konnte Verstappen nichts entgegensetzen. Ferrari hatte während des Tests absolut überzeugend ausgesehen, war schnell und verwöhnte die Fahrer mit einer wunderbaren Balance. In Australien war alles anders.»

L'Équipe (Frankreich)
«Es ist fraglich, wie viel Vertrauen noch in Testergebnisse gesetzt werden dürfen. In Katalonien schien der Ferrari Ende Februar dem Mercedes weit voraus zu sein, viel schneller und besser als seine Rivalen mit Aussichten auf den Titel. Und dann, am ersten GP-Wochenende in Melbourne, kehrte sich alles um. Das ist grausam für die Scuderia: Am Samstag im Qualifying geschlagen, im Rennen am Sonntag gedemütigt.»

Neue Zürcher Zeitung (Schweiz)
«Es ist das ehrlichste Eingeständnis im Motorsport und zugleich auch das schlimmste. Der deutsche Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel, der vor dem Saisonstart der Formel 1 als Favorit galt, fragte nach zwei Dritteln des Grossen Preises von Australien seinen Renningenieur: “Warum sind wir so langsam?” Vom Kommandostand kam darauf die Replik: “Wir wissen es im Augenblick nicht.” Am Ende der 58 Runden im Albert Park hatte Überraschungssieger Valtteri Bottas, der 476 Tage lang kein Rennen mehr gewinnen konnte, fast eine Sekunde pro Runde auf Vettel gutgemacht, der nur Vierter wurde. Das ist ein klassischer Fehlstart und die Rückkehr von Mercedes zu den alten Ansprüchen.»

Kronen-Zeitung (Österreich)
«Klatsch, diese Ohrfeige hat gesessen! Nur die Plätze 4 und 5 im Endklassement, Rückstand auf Sieger Valtteri Bottas fast eine Minute, auf den letzten Podestplatz von Max Verstappen fehlten knapp dreissig Sekunden. Ferrari ist der grosse Verlierer des Saisonauftakts im Albert Park von Melbourne.»

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