Formel 1

Toto Wolff: «Der junge, hungrige Bottas von früher»

Von - 20.03.2019 14:56

​Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist überaus angetan von der bärenstarken Leistung seines finnischen Piloten: «Das ist wieder der junge, hungrige Bottas, den ich vor Jahren kennengelernt habe.»

Valtteri Bottas hatte nach der sieglosen Saison 2018 angekündigt: Fluchen, dann alles vergessen, sich auf null stellen, frisch motivieren und dann ab Australien reinhauen wie noch nie. Genau das hat der Finne getan, fertig mit Herrn Supernett. Bottas, mit Mercedes-Junior Esteban Ocon als Damoklesschwert, ahnt – das ist vielleicht seine letzte Chance auf ein Spitzenauto in der Formel 1. «Und ich will mir am Ende des Jahres nicht vorwerfen müssen, ich hätte nicht alles getan, um Erfolg zu haben.»

In Australien hat der 29jährige Bottas alles richtig gemacht: Raketenstart, kein Fehler im Rennen, vierter GP-Sieg samt schnellster Runde, besser geht das nicht. Ohne Mercedes-Teamchef Toto Wolff würde Bottas nicht in einem Silberpfeil sitzen, der Wiener war Steigbügelhalter für einen jungen Bottas, als Wolff noch im Management von Valtteri tätig war.

Toto Wolff ist von der Leistung Bottas’ sichtlich angetan, wie er in seiner Medienrunde nach dem Australien-GP betont: «Vor elf Jahren rief mich ein junger Rennfahrer an und bat um ein Treffen. Es schneite in Wien, und da kam dieser junge Finne daher, nur mit einem Pulli, keine Jacke, und fragte mich um Rat. Der junge Valtteri Bottas hat dann den Formel-Renault-Eurocup in einem Jahr dominiert, in welchem das Feld von guten Piloten gespickt war – Ricciardo, Vergne und Merhi, um nur drei zu nennen. Diesen jungen, hungrigen Bottas habe ich nun in Australien 2019 wiedergesehen. Das steckte immer in ihm drin.»

«Vielleicht musste er die Jahre bei Williams und dann den überraschenden Wechsel zu Williams erst verdauen. Im vergangenen Jahr hatte er viel Pech, Ende der Saison war er müde. Aber er kam als junger Mann aus dem Winter zurück. Ich bin sehr glücklich für ihn, er hat den Sieg voll und ganz verdient.»

Rennfahren ist Kopfsache, das weiss auch der schlaue Wolff. «Seit ich vor gut fünfzehn Jahren angefangen habe, mit Rennfahrern zu arbeiten, habe ich versucht zu verstehen, was in ihren Köpfen passiert. Ich verstehe es noch immer bin. Ende 2018 wurde Bottas von manchem abgeschrieben, die Leute sagten, er sei seiner Aufgabe halt nicht gewachsen. Und nun zeigt er einen der überlegensten Siege, den ich in den letzten Jahren erlebt habe. Das zeigt mir nur, wie viel Potenzial der Mensch besitzt und welch grosse Rolle der Kopf spielt.»

«Es ist fabelhaft, was hier passiert ist, das ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass die Menschen an sich glauben und von Kritik nicht beirren lassen sollen. Und Bottas hat das in Australien jedes Mal gezeigt, wenn er auf die Rennstrecke hinausgefahren ist. Ich habe viele Rennen in seiner Karriere gesehen, aber das war eine seiner stärksten Darbietungen.»

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