Formel 1

Franz Tost über Daniil Kvyat: Strafe ungerechtfertigt

Von - 15.04.2019 13:35

​Daniil Kvyat hat in China eine Strafe aufgebrummt erhalten, nach seiner Kollision mit beiden McLaren kurz nach dem Start. Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost: «Die Strafe ist ungerechtfertigt.»

Kurz nach dem Start zum Grossen Preis von China legte sich Daniil Kvyat gleich mit beiden McLaren-Fahrern an. Zunächst ein Rempler gegen den Wagen von Carlos Sainz, dadurch wurde der Toro Rosso-Honda des Russen in den zweiten McLaren katapultiert, ins Auto von Lando Norris. Sainz musste einen neuen Frontflügel ausfassen und wurde nur 14. Damit bleibt der Madrilene 2019 ohne WM-Punkte. Norris musste in Runde 53 aufgeben und wurde aufgrund der zurückgelegten Distanz noch als 18. gewertet. Kvyat erhielt von den vier Rennkommissaren Tim Mayer (USA), Steve Stringwell (Grossbritannien), Derek Warwick (Grossbritannien) und Zheng Honghai (China) eine Durchfahrtsstrafe, wegen des Auslösens einer vermeidbaren Kollision. Kvyat musste später aufgeben.

Daniil fand, das sei ein typisches Erste-Runde-Sandwich gewesen. «Das kann passieren, wenn die Rennwagen so eng beisammen liegen. Ich glaube, dass ich genug Platz gelassen habe für mindestens ein Auto. Doch das andere Auto hat eine Kettenreaktion ausgelöst. Ich verstehe nicht, wie man dafür eine Durchfahrtsstrafe aussprechen kann», so der Pilot auf Ufa.

Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg – für RTL und die britische Sky in Shanghai – rügte: «Kvyat muss ruhiger werden. Das Ganze ist schade, weil Albon mit dem zehnten Platz gezeigt hat, wie viel Speed im Toro Rosso-Honda steckt. Dabei war der Thailänder sogar aus der Box gestartet nach seinem Trainingsunfall.»

Sainz zuckte nur mit den Schultern: «Man muss in einer ersten Runde etwas geduldiger sein.»

Doch Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost findet: «Die Strafe für Daniil war ungerechtfertigt. Norris war in jener Situation neben der Bahn und kam aggressiv auf die Strecke zurückgeschossen, was sollte Kvyat denn tun? Diese Entscheidung ist nicht korrekt.»

Der 63jährige Tiroler weiter: «Das haben unser Teammanager Graham Watson und Daniil den Rennkommissaren auch zu erklären versucht, aber sie konnten sich dieser Sichtweise offenbar nicht anschliessen. Später verlor Kvyat weitere Zeit, also wir bei seinem regulären Reifenwechsel entdeckten, dass der Frontflügel beschädigt war. Also holten wir ihn erneut herein, um seinem Auto einen neuen Flügel zu verpassen. Als jedoch klar wurde, dass er keine Punkte holten würde, nahmen wir den Wagen aus dem Rennen – um das Fahrzeug für die kommenden Läufe zu schonen; dies vor dem Hintergrund, dass wir pro Saison nur drei Motoren einsetzen dürfen.»

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