Formel 1

Lewis Hamilton: Eine grosse Schwäche ist behoben

Von - 15.04.2019 18:40

​Der Grundstein zum 75. Formel-1-GP-Sieg von Lewis Hamilton war sein raketengleiches Loszischen vom zweiten Startplatz. Der Engländer spricht darüber, wie er eine grosse Schwäche behoben hat.

In gewisser Weise ist es seltsam, wenn wir Valtteri Bottas in China sagen hören: «Das Rennen ging beim Start verloren.» Immerhin hatte der Finne danach 56 Runden, um am besser gestarteten Lewis Hamilton vorbei zu kommen. Doch im Windschatten eines Gegners bauen die Reifen ab, es wird noch schwieriger dem Vordermann auf den Fersen zu bleiben. Frische Luft an der Spitze ist einfach besser.

Jahrelang waren die Starts von Lewis Hamilton unberechenbar. Mal flitzte der englische Ausnahmekönner vorbildlich los, mal fuhren die Gegner links und rechts an ihm vorbei. Vor dem Grossen Preis von China war Valtteri Bottas jeweils besser gestartet als Hamilton, in Australien und auch in Bahrain. Das ärgerte Lewis. Hat der fünffache Weltmeister vor dem Rennen auf dem Shanghai International Circuit besonders an seinen Starts gearbeitet? «Eigentlich nicht. Jedenfalls nicht mehr als im Jahr zuvor. Auch 2018 bin ich in der Regel recht ordentlich weggekommen.»

«Aber grundsätzlich ist die Beobachtung schon richtig – es gab Jahre, da waren meine Starts zu wenig gut. 2016 war ganz schlimm. Auch die Jahre 2007 und 2008 waren nicht gut. Ich kann mich daran erinnern, dass damals vor allem die Ferrari grandios losgefahren sind.»

Hamilton investierte mehr Zeit in die Feinarbeit mit dem Wagen und mit seinen Technikern, um regelmässig gut losfahren zu können. «Das hat sich 2018 bezahlt gemacht. Ich glaube, über die ganze Saison gesehen hat nur Carlos Sainz noch schnellere Starts gezeigt, wenn wir die GPS-Daten betrachten. Aber in Melbourne und Sakhir waren meine Starts nicht so gut, in Shanghai habe ich mich rehabilitiert. Klar kann das beim nächsten Mal auch wieder anders sein. Es liegt an uns, dass wir da hart arbeiten.»

«Am Sonntag ist alles prima gelaufen. Das ist nicht selbstverständlich, denn am Freitag hatte ich noch grosse Schwierigkeiten. Valtteri konnte mehr aus dem Wagen holen, und ich änderte ein wenig meinen Fahrstil, um das Potenzial des Autos auszuschöpfen. Das reichte, um im Rennen die Spitze zu verteidigen. Nach einigen Runden fand ich einen hervorragenden Rhythmus, und ich sagte mir – okay, ich bin heute schnell genug, um dieses Rennen zu gewinnen. Dann ging es nur noch darum, klug mit den Reifen umzugehen und unsere Strategie optimal umzusetzen.»

«Letztlich war es wirklich so, dass der Start der entscheidende Moment war. Danach war es verhältnismässig einfach.»

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