Formel 1

Ross Brawn: Mercedes 2019 ist nicht wie Williams 1992

Von - 18.04.2019 18:00

​Mercedes-Benz hat nun drei Doppelsiege in Folge errungen. Das ist der beste Start eines Rennstalls in die Saison seit Williams 1992. F1-Sportchef Ross Brawn glaubt aber nicht an einen Durchmarsch der Silberpfeile.

Valtteri Bottas vor Lewis Hamilton in Australien, Hamilton vor Bottas in Bahrain, Hamilton erneut vor Bottas in China – drei Grands Prix zu Beginn der Saison, drei Siege von Mercedes-Benz, besser geht das nicht. So gut ist letztmal Williams 1992 in eine WM-Saison gegangen. Damals siegte Nigel Mansell in Südafrika, Mexiko und Brasilien drei Mal in Folge vor seinem italienischen Stallgefährten Riccardo Patrese.

Einige Fans haben die Saison 2019 bereits abgehakt, wie in zahlreichen Fan-Foren zu lesen ist. Aber Formel-1-Sportchef Ross Brawn warnt vor voreiligen Schlüssen. «Die Konkurrenz ist heute viel stärker als damals gegen Williams», sagt der Engländer. «Williams hatte 1992 einfach das beste Auto.»

Es war das technisch hochstehendste Formel-1-Auto seiner Zeit, vielleicht aller Zeiten: Der Williams FW14B, mit dem der Engländer Nigel Mansell 1992 überlegen Weltmeister wurde. Mansell stellte damals einen neuen Rekord für die meisten Siege pro Saison auf (neun), schon Mitte August stand sein Titelgewinn fest. Er war der erste englische Weltmeister seit James Hunt 1976, und klar eroberte Williams auch den Konstrukteurs-Pokal. Der Wagen stammte aus der Feder von Adrian Newey, das halbautomatische Getriebe und die aktive Radaufhängung waren der letzte Schrei.

Ross Brawn weiter: «In diesem Jahr war die Grundlage zu den Doppelsiegen von Mercedes ein fehlerloser Auftritt mit hervorragender Technik. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Saison 2019 einen ähnlichen Verlauf nehmen wird wie 1992. Gleichzeitig weiss Ferrari – wenn sie Mercedes herausfordern wollen, dann muss alles stimmen: Konkurrenzfähigkeit, Standfestigkeit, Teamwork. Das war bislang eben nicht so.»

Zum Strassen-GP von Baku werden die Karten frisch gemischt, doch Ferrari ist in Aserbaidschan noch ohne Sieg: Bei der Premiere 2016 triumphierte Mercedes-Fahrer Nico Rosberg vor Sebastian Vettel (Ferrari) und Sergio Pérez (Force India). 2017 rastete Vettel in der Safety-Car-Phase aus und rammte Hamilton. Daniel Ricciardo (Red Bull Racing) siegte vor Valtteri Bottas (Mercedes) und Lance Stroll (Williams). 2018 griff Vettel kurz vor Schluss den führenden Bottas an und verpatzte die Attacke, Bottas schied kurz vor Schluss wegen Reifenschadens aus, Hamilton gewann vor Kimi Räikkönen (Ferrari) und Sergio Pérez (Force India).

Und wie ging es damals 1992 mit Williams weiter? Beim vierten WM-Lauf in Spanien triumphierte Nigel Mansell erneut, Patrese jedoch schied aus. In Monaco wurden Mansell und der Italiener von Ayrton Senna geschlagen, in Kanada fielen beide Williams aus.

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
SPEEDWEEK auf Google+
Druckansicht
1992: Die beiden Williams vorne © LAT 1992: Die beiden Williams vorne 2019: Die beiden Mercedes vorne © LAT 2019: Die beiden Mercedes vorne
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Thema der Woche

Von Günther Wiesinger

Red Bull KTM: Der tiefe Fall von Johann Zarco

Johann Zarco ist ein Rennfahrer mit vielen Stärken, die Selbstkritik gehört nicht dazu. Er schimpfte so lange über KTM, bis den provozierten Österreichern der Geduldsfaden riss.

» weiterlesen

 

TV-Programm

Do. 17.10., 21:45, Hamburg 1
car port
Do. 17.10., 22:00, SPORT1+
SPORT1 News
Do. 17.10., 22:20, Motorvision TV
Spotted
Do. 17.10., 22:55, SPORT1+
SPORT1 News
Do. 17.10., 23:00, Eurosport
Superbike
Do. 17.10., 23:25, Eurosport
Superbike
Do. 17.10., 23:30, ORF Sport+
Formula E Street Racers
Do. 17.10., 23:40, Motorvision TV
On Tour
Do. 17.10., 23:45, Hamburg 1
car port
Fr. 18.10., 00:00, Anixe HD
Anixe Motor-Magazin
zum TV-Programm