Formel 1

Leclerc (Ferrari), Hülkenberg (Renault): Keine Strafe

Von - 26.05.2019 08:47

​Ferrari hat dem jungen Monegassen Charles Leclerc einen Bärendienst erwiesen: nicht mehr auf die Bahn gelassen, im ersten Quali-Teil ausgeschieden. Es hätte noch schlimmer kommen können.

Ausgerechnet zu seinem Heimrennen muss Charles Leclerc vom jämmerlichen 15. Platz losfahren. Ferrari hat die Lage im ersten Quali-Teil falsch eingeschätzt, die italienischen Strategen waren der Ansicht, die erste schnelle Runde des Monegassen würde reichen, um ins zweite Quali-Segment vorzustossen. Aber es reichte nicht. Zu allem Übel ignorierte Leclerc auch noch die Aufforderung der FIA-Regelhüter, bei der Waage anzuhalten. Die Kommissare zupfen sich hier nach dem Zufallsprinzip Fahrer heraus, um sicherzustellen, dass niemand untergewichtig fährt.

Der Autoverband FIA erachtet ein Missachten der Waage keineswegs als Kavaliersdelikt. In Baku hatte Red Bull Racing-Fahrer Pierre Gasly im freien Training die Waage ignoriert, danach wurde am Auto des Franzosen gearbeitet, die Regelhüter kannten keine Gnade – Start aus der Boxengasse! Das Urteil war hart, aber diese Strafe ist im Reglement für das Vergehen verankert.

Leclerc ging jetzt aber in Monaco straffrei aus. Und auch Sergio Pérez (Racing Point) und Nico Hülkenberg (Renault) wurde von der FIA vom Haken gelassen. Wieso?

In allen drei Fällen erkannten die Teams ihren Fehler sofort, die Mechaniker verstellten nichts am Wagen oder wechselten keine Reifen, das Auto wurde unverzüglich zur Waage zurückgebracht.

Die Straffreiheit für Leclerc, Hülkenberg und Pérez begründen die Kommissare Tim Mayer (USA), Mika Salo (Finnland), José Abed (Mexiko) und Eric Barrabino (Monaco) so: «Aufgrund der stark gewundenen Boxeneinfahrt in Monaco bestehen aussergewöhnliche Umstände. Wir haben Videoaufnahmen studiert aus Kameras in den Rennwagen und an der Strecke. Alle betroffenen Piloten fuhren an der Waage vorbei, stoppten aber kurz darauf. Die Streckenposten bestätigten, dass an den Autos nicht gearbeitet wurde.»

«Auf den Bordaufnahmen war zu erkennen, dass die Ampel bei der Waage noch auf grün geschaltet war, als die Fahrer in die Boxengasse einbogen. Erst kurz darauf wurde die entsprechende Startnummer eingeblendet, das Signal zum Wiegen. Dieses Signal wurde spät aktiviert. Die Rennkommissare sind der Ansicht, dass kein Fahrer einen unerlaubten Vorteil erlangte.»

Nico Hülkenberg meint: «Wenn du in die Boxengasse kommst, siehst du die entsprechende LED-Tafel sehr spät. Ich blickte nach vorne, erkannte grün, dann konzentrierte ich mich auf die Anfahrt zu meiner Box. Erst dann wurde meine Zahl eingeblendet. Zu dem Zeitpunkt beachtete ich die Tafel gar nicht mehr. Vermutlich hätte ich es gesehen, wenn ich nochmals hingeschaut hätte. Jedenfalls wurde ich vom Team über Funk gewarnt und hielt sofort an. Meine Mechaniker schoben den Wagen daraufhin zur Waage zurück.»

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