Formel 1

Ferrari und Vettel: Kein Rekurs, aber neue Beweise?

Von - 13.06.2019 13:15

​Noch hat ist es von Ferrari nicht bestätigt, aber es sickert durch: Ferrari wird gegen die Strafe gegen Sebastian Vettel in Kanada nicht in Berufung gehen. Allerdings könnte Ferrari eine Hintertür nutzen.

Die Ausgangslage war klar: Der führende Sebastian Vettel mit seinem Ferrari in Kanada neben der Bahn, das Zurückkehren auf die Ideallinie stuften die vier Rennkommissare der FIA als gefährlich ein, was eine Fünsekundenstrafe setzte. Damit war Vettel den Sieg los. Er flitzte zwar als Erster über die Ziellinie, wurde aber hinter Lewis Hamilton Zweiter.

Ferrari deponierte beim Autoverband die Absichtserklärung, gegen das Urteil Einspruch zu erheben. Danach hatten die Italiener gemäss Formel-1-Reglement 96 Stunden Zeit, um aus der Absicht auch wirklich eine Einsprache zu machen, diese 96 Stunden laufen am 13. Juni ab. Nun sickert durch: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto habe der FIA mitgeteilt, es werde keinen Protest geben.

Die Chancen von Ferrari, das Urteil umzuwerfen, gelten als gering: Zunächst hätte Ferrari die FIA-Schiedsrichter davon überzeugen müssen, dass genügend neue Beweismittel vorliegen, um den Fall aufzurollen. Erst dann wären die Vorfälle von Kanada neu verhandelt worden. Die Erfahrung hat gezeigt: FIA-Urteile werden am grünen Tisch nur ganz selten gekippt.

Aber selbst wenn Ferrari auf die Berufung verzichtet, so ganz erledigt ist die Angelegenheit noch nicht. Symbolisch haben die Italiener in Maranello die Flagge gehisst. Das tun sie nur bei einem Sieg. Das zeigt, wie tief der Stachel sitzt.

Das Reglement lässt noch ein Hintertürchen offen, um über die Vorfälle von Kanada nochmals zu sprechen, auch über die Protestfrist hinaus. Es geht um das überaus selten angewandte «Recht auf Überprüfung». Im Sportgesetz ist unter Artikel 14.1.1 verankert, dass «bei neuer Sachlage die betreffenden Rennkommissare nochmals zusammenkommen müssen, um relevante Aussagen anzuhören». Dies kann bis 14 Tage nach dem Vorfall passieren, will heissen bis zum 23. Juni (Renntag in Le Castellet).

Die Vorgehensweise hier: Ferrari braucht triftige Gründe, um diese Überprüfung zu verlangen. Wie beim Einspruch müssen also neue Beweismittel vorliegen. Diese Mittel müssten der FIA vorgelegt werden, die bespricht sie anschliessend mit den Rennkommissaren.

Noch immer ist völlig unklar, welche neuen Beweismittel Ferrari vorlegen möchte, welche Gerd Ennser (Deutschland), Mathieu Remmerie (Belgien), Emanuele Pirro (Italien) und Mike Kaerne (Kanada) am Sonntagabend 9. Juni nach dem Rennen nicht kannten.

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
Sebastian Vettel führt beim Grossen Preis von Kanada © LAT Sebastian Vettel führt beim Grossen Preis von Kanada

siehe auch

Formel 1

Gedanken zum 500. Grand Prix: 38 Jahre Wahnsinn

Formel 1

Niki Lauda: Motten in der Geldbörse und andere Storys

Formel 1

Was die Formel 1 von der MotoGP lernen kann

Formel 1

Dr. Helmut Marko: «In der MotoGP wäre das gelöst»

Formel 1

Strafe Sebastian Vettel: Das sagen die FIA-Kommissare

Formel 1

Ferrari ohne Nico Hülkenberg: Was plante Alonso?

Formel 1

Helmut Marko und Pirelli-Wirbel: Aussagen aufgeblasen

Formel 1

Verstappen-Auto auf Österreich-Tour, Ticket gewinnen!

Formel 1

Franz Tost (Toro Rosso): «Ein anderer Daniil Kvyat»

Formel 1

Lewis Hamilton: Kanada-Sieg am seidenen Faden

Formel 1

Rätsel Racing-Raritäten: Aus einem exklusiven Kreis

Formel 1

Romain und Marion Grosjean: Einbrecher verjagt

Formel 1

Im Ferrari-Wirbel um Vettel: Leclerc glatt vergessen

Formel 1

Strafe Sebastian Vettel: Lauda hätte Klartext geredet

Formel 1

Vettel Erster im Ziel, aber ohne Sieg: keine Premiere

Formel 1

Sebastian Vettel: Kommt jetzt doch der Rücktritt?

Formel 1

Wolff: Kein Mercedes-Mitleid mit Ferrari und Vettel

Formel 1

Brawn zu Vettel-Strafe: «Brauchen mehr Transparenz»

Formel 1

Villeneuve schießt gegen Williams: «Die sind fertig»

Formel 1

Vettel-Strafe: Ricciardo erinnert an Hamilton 2016

Formel 1

So lange arbeiten Vettel und Hamilton für ihre Autos

Formel 1

Wolff nach Kritik: Dann macht keiner mehr den Steward

Formel 1

Bei Vettel-Skandal: Wieder dicke Verluste bei RTL

Formel 1

Jacques Villeneuve zu Vettel: Formel 1 kein Monopoly

Formel 1

Nico Hülkenberg wütend: Renault-Stallorder in Kanada

Formel 1

Nico Rosberg: «Sebastian Vettel hat Strafe verdient»

Formel 1

Ferrari in der Presse: Vettel bestohlen oder kindisch

Formel 1

David Coulthard: Weltmeister Bottas wäre ein Problem

Formel 1

Mario Isola (Pirelli): «Arbeiten nicht für Mercedes»

Formel 1

Strafe für Sebastian Vettel: GP-Stars eilen zu Hilfe

Formel 1

Neue Strafe für Vettel: «Eher Anwälte als Rennfahrer»

Formel 1

Kanada-Strafe gegen Vettel: Ferrari erwägt Berufung!

Formel 1

Mattia Binotto (Ferrari): «Wir hatten Sieg verdient»

Formel 1

Sebastian Vettel: «Sie haben uns den Sieg gestohlen!»

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Thema der Woche

Von Günther Wiesinger

Red Bull KTM: Der tiefe Fall von Johann Zarco

Johann Zarco ist ein Rennfahrer mit vielen Stärken, die Selbstkritik gehört nicht dazu. Er schimpfte so lange über KTM, bis den provozierten Österreichern der Geduldsfaden riss.

» weiterlesen

 

TV-Programm

Sa. 19.10., 18:10, Motorvision TV
Spotted
Sa. 19.10., 18:15, ORF Sport+
Porsche Carrera Cup Deutschland 2019
Sa. 19.10., 18:30, Das Erste
Sportschau
Sa. 19.10., 18:45, ORF Sport+
Porsche Sprint Challenge Central Europe
Sa. 19.10., 19:00, Motorvision TV
Racing Files
Sa. 19.10., 19:15, Hamburg 1
car port
Sa. 19.10., 19:15, ServusTV Österreich
Servus Sport aktuell
Sa. 19.10., 19:30, Motorvision TV
Racing in the Green Hell
Sa. 19.10., 19:55, SPORT1+
SPORT1 News
Sa. 19.10., 20:15, Hamburg 1
car port
zum TV-Programm