Formel 1

F1-Sportchef Ross Brawn: «Silverstone unverzichtbar»

Von - 11.07.2019 12:47

​Ross Brawn, langjähriger Ferrari- und Mercedes-Teamchef und heute Sportleiter der Formel 1, ist erleichtert, dass der GP-Sport in Silverstone bleibt: «Diese Strecke ist für uns unverzichtbar.»

Die Formel 1 bleibt für fünf weitere Jahre in Silverstone, das neue Abkommen ist am Mittwoch vor dem Traditions-GP bestätigt worden. Auch der Engländer Ross Brawn ist erleichtert. Als Ingenieur, technischer Leiter, Teamchef und Formel-1-Sportchef kommt er seit vielen Jahren zur Traditionsstrecke.

«Silverstone hat in der Historie des Motorsports eine Schlüsselrolle gespielt», glaubt der 64jährige Brite. «Diese Rennstrecke verströmt eine ganz besondere Atmosphäre. Die Fans hier sind durch nichts zu ersetzen, alleine aus dieser Perspektive bin ich sehr froh, dass wir ein neues Abkommen unterzeichnen konnten.»

«Es ist für die Formel 1 überlebenswichtig, dass wir eine gute Mischung von Rennstrecken bieten. Silverstone ist für die Piloten eine Herausforderung, sie schätzen diese schnellen Bögen. Silverstone ist zudem seit Jahren eine Garantie für spannende Rennen, mit reichlich Überholmanövern.»

«Als Liberty Media zum Grossaktionär der Formel 1 wurde, haben wir sofort gesagt, welche Schwerpunkte wir bei den WM-Austragungsorten setzen möchten. Wir wollen uns in Asien und in den USA breiter aufstellen. Wir möchten aber gleichzeitig unsere Wurzeln bewahren. Und die Wurzeln der Formel 1 sind nun mal Kurse wie Silverstone, Spa-Francorchamps, Monaco und Monza. Diese Traditionsbahnen haben einige der spannendsten Kapitel der Formel 1 geschrieben, und wir wollen auf Jahre dortbleiben.»

Welche ganz persönlichen Momente verbindet Ross Brawn mit Silverstone? «Es ist zunächst mal jener Ort, an dem ich erstmals ein Formel-1-Rennen gesehen habe, da war ich noch ein Knirps. In den ersten Jahren meiner Rennsportkarriere habe ich viel Zeit in Silverstone verbracht. Ich habe für Rennställe gearbeitet, die einen Steinwurf vom Eingang der Silverstone-Bahn entfernt waren, ich habe für Ferrari gearbeitet und war auf einmal ein Feind.»

«Wenn Ferrari in Silvertone angetreten ist, dann war das so, als würde Dortmund in München aufs Spielfeld gehen. Auch als Gegner der einheimischen Rennställe habe ich Silverstone immer geniessen können, den Enthusiasmus der Fans, ihre Leidenschaft, ihr reiches Wissen. Einige haben uns sogar unterstützt.»

«Als Teamchef hatte ich die Ehre, Rennwagen unter eigenem Namen an den Start zu bringen. Am kommenden Wochenende wird Jenson Button unseren 2009er Rennwagen fahren – auf diese Weise kann ich mich für die tolle Unterstützung hier ein wenig bedanken.»


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