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Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger: «Alles Mist»
Gerhard Berger im exklusiven SPEEDWEEK.com-Interview: Der ehemalige Formel-1-Pilot zur die Frage, ob das Rennfahren früher anstrengender war als heute und zu den jüngsten Regeländerungen.
Formel 1
Im Artikel erwähnt

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Gerhard Berger ist nicht nur wegen seiner 14-jährigen Karriere als Formel-1-Rennfahrer einer der beliebtesten Interviewpartner im Fahrerlager der Königsklasse, sondern auch wegen seines Humors. Der 54-jährige Tiroler machte sich zuletzt bei den britischen TV-Zuschauern beliebt, als er im Live-Gespräch alle Kraftausdrücke aufzählte, die man ihm vorab ausdrücklich verboten hatte.
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Auch im SPEEDWEEK.com-Interview redet der zehnfache GP-Sieger Klartext. Berger, der in seiner aktiven Formel-1-Karriere 210 Grands Prix für ATS, Arrows, Benetton, Ferrari und McLaren bestritt und später als Miteigentümer von Toro Rosso ins Fahrerlager zurückkehrte, spricht über die Formel 1 von früher und heute und erklärt, was er an der Königsklasse des Motorsports ändern würde. Die Formel 1 hat sich in den vergangenen 20 Jahren stark verändert.Früher war sie eine reine Sportveranstaltung, heute ist sie eine Hightech- und Showbiz-Angelegenheit geworden. Was hat die Formel 1 in dieser Zeitspanne gewonnen und was ging verloren? Alles hat sich verändert. Aber das ist immer so, auch im Leben verändert sich in 20 Jahren alles: Deine Frau, die technische Entwicklung, die Medien, die Gehälter, die Budgets. Nicht alles ist besser geworden aber alles hat sich verändert! Damals konnten die Fahrer ihre Erfolge nicht so oft wiederholen, weil sie oft jung starben. Das war ein sehr gefährlicher Sport. Die Sicherheit hat sich zum Guten verändert. In diesem Bereich haben wir Riesenfortschritte erzielt.
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War die Formel 1 früher körperlich anstrengender als heute?
Ja, das waren andere Zeiten und wir hatten eine andere Herangehensweise. Wir mussten auch viele Dinge hinkriegen. Wir hatten keinen Funk, kein automatisches Getriebe und waren mit der technischen Seite nicht so vertraut. Das war eine andere Zeit. Und ich bin konservativ, ich mag die Formel 1 meiner Zeit. Aber ich mag sie heute auch noch.
Sind Sie ein Fan der neuen Regeln? Ich bin kein grosser Fan davon. Das ist alles sehr künstlich. Mir gefallen Rad-an-Rad-Duelle besser.
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Was sagen Sie zu den sinkenden Zuschauerzahlen? Natürlich stimmt da etwas nicht, wenn die Zuschauer ausbleiben. Die Lösung ist einfach: Gutes Racing bieten, das ist alles, was man braucht, um die Fans bei Laune zu halten. Man schaue sich nur mal die Motorrad-Rennen an. Da braucht es keine grossen Erklärungen. Was halten Sie von den stehenden Starts, die künftig nach einer Safety-Car-Phase stattfinden sollen? Ich mag das nicht. Ich will pures Racing, keine flankierenden Massnahmen zur Spannungssteigerung. Aber man kann die Uhr nicht zurückdrehen.
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Was sagen Sie zur doppelten Punktzahl, um den WM-Titelkampf bis zum Ende spannend zu halten? Alles Mist. Was würden Sie denn ändern, wenn Sie könnten? Ich würde die Strafen für ein gewisses Verhalten auf der Strecke wieder abschaffen, die sind überholt. Es ist nicht mehr nötig, diese Strafen auszusprechen, denn die Strecken und Auslaufzonen haben sich stark verbessert. Es ist also nicht mehr nötig, die Fahrer zu bestrafen, denn es besteht kein Sicherheitsrisiko mehr. Es scheint heute nur noch darum zu gehen, Strafgelder auszusprechen.
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Was halten Sie von der Formel E? Das hat Zukunft. Ich bin ein Rennfahrer, ein reiner Rennfahrer. Noch hat sie meine Begeisterung nicht geweckt. Ein Auto ohne Lärm ist nicht mein Ding. Das ist ein anderes Konzept.
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