Formel 1

Pascal Wehrlein (Mercedes): Probleme bei Pirelli-Test

Von - 22.09.2016 09:50

​Pirelli testet weiter die 2017er Reifen, dieses Mal war die Reihe erneut an Mercedes-Zögling Pascal Wehrlein. Aber die Probefahrten auf künstlich bewässerter Bahn in Le Castellet verliefen schwierig.

Wer in diesen Tagen einen Formel-1-Motor hören will, muss nach Südfrankreich reisen: Der Sigmaringer Pascal Wehrlein testet für Pirelli zwei Tage lang Regenreifen und Intermediates – auf der künstlich bewässerten Bahn von Paul Ricard in Le Castellet.

Aber genau das gestaltete sich am Mittwoch nicht ganz einfach: Denn der Mailänder Reifenhersteller bestätigt – am letzten Spätsommertag, dem 21. September, herrschte sonniges Wetter bei freundlichen 25 Grad, da war es nicht einfach, die Piste gleichmässig nass zu behalten.

Wehrlein legte am Morgen 80 und am Nachmittag 55 Runden zurück, unterwegs mit verschiedenen Mischungen der Regen- und Intermediate-Reifen für 2017.

Ein Problem bleibt beim umgebauten 2015er Auto ungelöst, wie Pirelli-Entwicklungsleiter Mario Isola in seiner Medienrunde in Singapur ausführte. «Die umgebauten Rennwagen bauen zu wenig Abtrieb auf. Wenn wir nicht mit annähernd so viel Downforce üben können, wie die Rennwagen im kommenden Jahr erzeugen, dann stimmen unsere Messwerte nicht. Die Mischungen werden dann im Testbetrieb nicht stark genug belastet, wir können den Reifenabbau zu wenig genau einschätzen. Das ist nicht einfach in Zahlen zu fassen, weil wir davon ausgehen, dass die Rennställe vor dem Hintergrund des neuen Reglements im Laufe der Saison grosse Fortschritte erzielen werden. Doch ich schätze, den Übergangsfahrzeugen fehlt zwanzig Prozent Abtrieb.»

Pirelli-Chef Marco Tronchetti Provera weiss: «In der kommenden Formel-1-Saison werden die Autos gemäss unserer Berechnungen um 4,5 Sekunden pro Runde schneller. Von den Reifen kommen dabei 2,5 Sekunden, von der Aerodynamik die anderen zwei.»

Alle Reifen-relevanten Testdaten, die von den drei Rennställen erarbeitet werden, stellt Pirelli den anderen Rennställen zur Verfügung.

Auf Fotos wirken die Renner mit den 2017er Reifen herrlich bullig. Tatsächlich sind die Reifen vorne um sechs Zentimeter breiter (30,5 cm statt 24,5 wie heute), hinten um acht Zentimeter (40,5 cm statt wie heute 32,5). Die Felgengrösse von 13 Zoll bleibt.

Der Test von Pirelli geht heute Donnerstag in Le Castellet weiter, am Lenkrad des Silberpfeils sitzt erneut Pascal Wehrlein.

Der Pirelli-Testplan

1./2. August: Fiorano (I), Ferrari, Regenreifen (2 Tage)
Sebastian Vettel und Esteban Gutiérrez
3./4. August: Mugello (I), Red Bull Racing, Slicks (2 Tage)
Sébastien Buemi
6./7. September: Barcelona (E), Ferrari, Slicks (2 Tage)
Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel
6. bis 8. September: Paul Ricard (F), Mercedes, Slicks (3 Tage)
Pascal Wehrlein
21./22. September: Paul Ricard (F), Mercedes, Regenreifen (2 Tage)
Pascal Wehrlein
12./13. Oktober: Barcelona (E), Mercedes, Slicks (2 Tage)
14. bis 16. Oktober: Abu Dhabi (UAE), Red Bull Racing, Slicks (3 Tage)
2./3. November: Abu Dhabi (UAE), Red Bull Racing, Regenreifen (2 Tage)
14. bis 16. November: Abu Dhabi (UAE), Ferrari, Slicks (3 Tage)
29. November: Abu Dhabi (UAE), Ferrari, Mercedes und Red Bull Racing (1 Tag)

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Das Bild zeigt sehr schön, um wieviel breiter die 2017er Reifen werden © Mercedes-Benz Das Bild zeigt sehr schön, um wieviel breiter die 2017er Reifen werden 2017er Regenreifen sind auch von Sebastian Vettel und Ferrari schon getestet worden © Pirelli 2017er Regenreifen sind auch von Sebastian Vettel und Ferrari schon getestet worden
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