Grasbahn

Deutsche Bahnen – Heute: Westfalenring Lüdinghausen

Von - 20.02.2019 17:06

Der Westfalenring in Lüdinghausen gehört zu den größten und schönsten deutschen Langbahnen. Mit seinen langen Geraden und den sehr spitzen Kurven fordert er die Aktiven extrem. Das Rennen an «Himmelfahrt» hat Tradition.

Jedes Jahr zum Himmelfahrtstag pilgern Tausende Menschen im westfälischen Lüdinghausen in das Stadion Westfalenring. Vornehmlich um das traditionelle Grasbahnrennen zu sehen, aber auch um ihren «Vatertag» ordentlich zu feiern, insgesamt ein großes Familienfest mit Jung und Alt.

Das Grasbahnrennen in Lüdinghausen blickt auf eine lange Tradition zurück. In diesem Jahr wird es zum 80. Mal ausgetragen. Der veranstaltende Club, der AMSC Lüdinghausen, bereitet dafür ein besonderes Programm vor, unter anderem mit dem ADAC Silberhelm.

Am 24. Juni 1951 wurde in Lüdinghausen unter dem Namen «Stevertaler Grasbahnrennen» erstmals ein Rennen gefahren, zwei Jahre später bekam das schöne Sportgelände mitten im Herzen der 25.000-Einwohnerstadt im Kreis Coesfeld erstmals den Namen Westfalenring. In den ganzen Jahren hat man bei den Lüdinghausener Grasbahnrennen zirka 700.000 Zuschauer gezählt.

Seit jeher ist die Weltklasse der Solisten und der Seitenwagenteams auf dem Westfalenring zu Gast. Aber in den letzten Jahren ist die Konkurrenz groß geworden, denn die MSV Herxheim setzt mit ihrem Langbahn-Grand-Prix, der ebenfalls jeweils an Himmelfahrt stattfindet, die Lüdinghausener Club-Verantwortlichen ordentlich unter Druck. Es ist für den AMSC Lüdinghausen zunehmend schwieriger geworden, auf dem Westfalenring ein ordentliches Gegenprogramm zur Konkurrenz in der Pfalz zu bringen.

Die 1000er-Seitenwagen aus Großbritannien mit ihren Vierzylindermotoren sorgen aber schon seit Jahren für viel Anklang beim Publikum und auch die Enduros mit bis zu 14 Fahrern pro Lauf sind «der Renner» in Lüdinghausen.

Egon Müller errang 1973 seinen ersten Deutschen Meistertitel auf dem Westfalenring, 1997 war es Gerd Riss und 2003 Robert Barth, der aufgrund von zehn Siegen an dieser Stelle von den Fans auch respektvoll «König vom Westfalenring» genannt wird. 1976, 1986 und 2010 fuhr die Seitenwagenklasse auf dem Westfalenring ihre Deutschen Meister aus, bereits viermal wurde hier auch ein Semifinale zur Seitenwagen-Europameisterschaft ausgetragen.

Siebenmal wurde in Lüdinghausen um den ADAC-Silberhelm gekämpft, mit den deutschen Gewinnern Gottfried Schwarze (1970), Bernd Diener (1992 und 2009), Robert Barth (1997 und 2001), dem Niederländer Theo Pijper (2006) und Martin Smolinski (2014). 2017 gewann der Gengenbacher Bernd Diener auch den bisher nur einmal in Lüdinghausen ausgefahrenen ADAC-Goldhelm.

Der Westfalenring ist eine 1000 m lange echte Grasbahn, die nicht einfach zu fahren ist und von den Aktiven ein Höchstmaß an Mut, Konzentration und Können erfordert. Einzigartig sind die langen Geraden und zwei extrem spitze Kurven. Der heutige Westfalenring ist für das Publikum ringsum auf asphaltierten Wegen begehbar.

Der Bahnrekord wurde auf dem Westfalenring erstmals 1964 ausgefahren, mit dem Gewinner Björn Knutsen aus Dänemark in 34,4 Sekunden und einem Schnitt von 104,6 km/h für die «fliegende» Stadionrunde. Der Schwede Sture Lindblom schraubte ihn 1969 aus 114,6 km/h, aber bis heute unerreicht ist Robert Barth, der die Bestmarke im Jahr 2000 auf 129,68 km/h setzte.

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Experten auf dem Westfalenring: Karsten Jakobs, Albert und Thomas Raesfeld vom AMSC Lüdinghausen © Hagen Experten auf dem Westfalenring: Karsten Jakobs, Albert und Thomas Raesfeld vom AMSC Lüdinghausen Die Spitzen Kurven auf dem Westfalenring sind nicht Jedermanns Sache (hier Jens Buchberger und Sascha Stumpe © Hagen Die Spitzen Kurven auf dem Westfalenring sind nicht Jedermanns Sache (hier Jens Buchberger und Sascha Stumpe
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