Grasbahn

Wehe, wenn sie losgelassen, rasen sie ganz ungehemmt

Von - 01.06.2019 12:49

Beim 80. ADAC Grasbahnrennen in Lüdinghausen kam es im Rahmenprogramm zu einem seltenen Duell. Albert Raesfeld (63) und Edgar Starke (69) wollten es mit ihren Oldie-Gespannen noch einmal wissen und rasten um die Wette.

Das Vatertagsrennen auf dem Westfalenring in Lüdinghausen dauerte aufgrund einiger Stürze zwar länger als geplant, aber abwechslungsreich war der Grasbahnklassiker durchaus. Im Rahmenprogramm waren nicht nur die B-Solisten und wie immer an dieser Stelle die Enduros vertreten, sondern auch eine kleine Gruppe von 1000er-Seitenwagen aus England und deutsche Oldie-Gespanne.

Nachdem der MSC Schwarme damit begonnen hatte, Oldie-Teams mit Seitenwagen aus den 1960er- bis 1990er-Jahren in den Renntag einzubauen, zogen Vechta, Osnabrück und jetzt auch Lüdinghausen nach und das mit viel Erfolg. Die Fans am Rande der Bahnen zeigten sich bisher begeistert vom Auftreten der bollernden und knatternden Dreiräder.

In Lüdinghausen hatten Harald Landmann aus Hamburg und Ditmar Hans aus Tönning ihre Weslakes aus dem Jahr 1979 dabei, Albert Till aus Martfeld präsentierte seine beeindruckende Jawa Baujahr 1968 und der Dortmunder Egon Walla knallte mit seiner lärmenden 4-Zylinder-Yamaha ums Oval.

Und dann waren da noch Albert Raesfeld und Edgar «Ede» Starke. Die beiden Freunde fuhren im vergangenen Jahrhundert um die Deutsche Meisterschaft in der Seitenwagenklasse. Raesfeld, jetzt Ehrenvorsitzender des AMSC Lüdinghausen, wurde 1988 Vierter und 1989 Dritter der DM zusammen mit Beifahrer Karsten Friedrich.
Edgar Starke aus Witten kam damals zusammen mit Bruder Peter jeweils auf Platz 8 ins Ziel.

Für das 80. Geburtstagsrennen des AMSC hatte Ede Starke für seinen Freund Albert dessen 500ccm-Gespann aus dem Jahr 1986 wieder aufgebaut und einen neuen GM integriert. Starke selbst wollte mit der tollen 3-Zylinder-Suzuki von 1974 das Showrennen auf dem 1000m-Ring bestreiten.

Und dann ging es auch schon los. Band hoch, alle weg. Alle? Nein, Starke und sein prominenter Beifahrer Liam Brown (GB), der neben diesem Part auch bei Gareth Winterburn im 1000er-Boliden und bei Josh Goodwin (500 ccm) als Beifahrer mitfuhr, kamen keine zehn Meter weit. Der knatternde Zweitakter knatterte nicht mehr, er blieb einfach stehen.

Aber wahrscheinlich war das Ganze ein schlauer Schachzug des Witteners, ein «Fake», wie man heute sagt, denn jetzt konnte er endlich sein zweites, leistungsstarkes Gespann an den Start bringen, das Motorrad, mit dem sein Schützling Tommy Kunert einst einen Erfolg nach dem anderen eingefahren hatte.

So standen beim nächsten Durchgang Ede und Albert, der mit Marvin Graf einen jungen Beifahrer im Boot hatte, mit ihren GM’s nebeneinander und ab ging die Post. Schön langsam, wie es sich für eine «Altherren-Fraktion» gehört? Nein, Raesfeld preschte gleich auf der schnellen Startgeraden vorweg, da zog Starke nach und vorbei. Ganz vorbei? Nein. Der Lüdinghausener drehte am Gashahn und blieb vorne, aber nur knapp. So ging es rundherum und alle hatten ihren Spaß.

«Oh Mann, bin ich kaputt», stöhnte Albert Raesfeld später, «aber schön war’s, doch vorbeilassen wollte ich den Ede nicht.» Edgar Starke freute sich bei der anschließenden Ehrung diebisch, gemeinsam mit seiner Tochter Julia, die auf dem Kunert-Gespann als Beifahrerin bei ihrem Vater agierte. Den Beifall aber hatten sich alle Oldie-Teams wahrlich verdient.

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
SPEEDWEEK auf Google+
Druckansicht
Schöner Zweikampf: Albert Raesfeld/Marvin Graf (6) und Edgar und Julia Starke (46) © Hagen Schöner Zweikampf: Albert Raesfeld/Marvin Graf (6) und Edgar und Julia Starke (46)
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

video

Langbahn-WM

Langbahn-WM 2019 - Imagefilm Martin Smolinski

Speedweek auf Twitter Speedweek auf Facebook Der Speedweek RSS Feed

Thema der Woche

Von Mathias Brunner

Vor 31 Jahren starb Enzo Ferrari – die Legende lebt

​​Am 14. August 1988 verschloss Enzo Ferrari seine Augen im Alter von, Moment, wie alt war der Italiener eigentlich? Nur eine der vielen Legenden, die sich um den Sport- und Rennwagenbauer ranken.

» weiterlesen

 

tv programm

Racing in the Green Hell

Sa. 24.08., 19:05, Motorvision TV


car port

Sa. 24.08., 19:15, Hamburg 1


Servus Sport aktuell

Sa. 24.08., 19:15, ServusTV Österreich


Brandenburg aktuell

Sa. 24.08., 19:30, RBB Fernsehen


Racing Files

Sa. 24.08., 19:30, Motorvision TV


NASCAR Truck Series - UNOH 200, Bristol Motor Speedway

Sa. 24.08., 20:00, Motorvision TV


Go! Spezial

Sa. 24.08., 20:10, Sat.1


car port

Sa. 24.08., 20:15, Hamburg 1


SPORT1 News

Sa. 24.08., 20:25, SPORT1+


Isle of Man Tourist Trophy 2019

Sa. 24.08., 21:50, Motorvision TV


Zum TV Programm
39