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Dem IDM-Promoter einfach mal Danke sagen

Von - 10.10.2016 07:11

Nach vier Jahren hat der IDM-Promoter MotorEvents die Brocken hingeschmissen. Zeit für die ultimative Abrechnung? Sicher nicht. Eher mal die Zeit, einfach Danke zu sagen für vier Jahre Vollgas, trotz heftigem Gegenwind.

Nein, der IDM-Promoter MotorEvents mit den Geschäftsführern Josef Meier, Josef Hofmann und Bert Poensgen hat in den letzten vier Jahren mit Sicherheit in der IDM nicht alles richtig gemacht. In vielen Bereichen war bis zum Schluss noch viel Luft nach oben. Doch eine Aufzählung irgendwelcher Verfehlungen und eine Liste mit Besserwisser-Vorschlägen sind heute nicht angebracht. Stattdessen ist es einfach mal an der Zeit, Danke zu sagen.

Die meisten Menschen geraten schon in Bedrängnis, wenn sie ihren eigenen Geburtstag organisieren sollen. Und die Drei haben aus dem Stand raus mal eben die IDM gewuppt. Auf der Intermot 2012 haben sie sich vor die versammelte Presse und das halbe Fahrerlager hingestellt und schlicht gesagt «wir machen das jetzt mal». Die Bedenkzeit hatte da gerade mal sieben Tage gedauert und so wirklich klar war ihnen bestimmt nicht, auf was für einen Drahtseil-Akt sie sich da eingelassen hatten.

Damals war aber auch vielen IDM-Beteiligten nicht bewusst, wie knapp wir am Aus der Serie vorbeigeschrammt sind. Denn der DMSB hatte sich jahrelang mit den verschiedensten Serienmanagern selber daran versucht, die IDM auf Vordermann und in die Gewinnzone zu führen. Ohne erkennbaren Erfolg. Die Alternative damals? Nicht vorhanden. In der DMSB Chefetage hatte man schon den Rotstift in der Hand, die Serie komplett von der Bildfläche verschwinden zu lassen.

Vier Jahre hat sich das Trio durchgeschlagen und musste von Anfang bis Ende ordentlich Prügel einstecken. Der Tiefpunkt sicherlich Ende 2015 als sich erst der ADAC dünn machte, und mit dem Segen des DMSB nicht nur die Moto3 Serie, sondern gleich noch den Titel mitnahm. Vom Geld ganz zu schweigen. Auch vom DMSB, der mit MotorEvents noch in Schleiz einen auf happy family gemacht hatte, war auf einmal nicht mehr viel zu sehen. Als GmbH wäre es ein Leichtes gewesen, die ganze Chose mal flott an die Wand zu fahren. Aber die Blöße wollten sie sich die Drei, im Herzen trotz gesetzteren Alters immer noch mehr Motorsportler als Geschäftsleute, dann doch nicht geben und hauten ein tatkräftiges «wir machen das aber trotzdem» raus.

Und gemacht haben sie. Die ersten, die am Rennwochenende da waren und die letzten die am Sonntag mit vereinten Kräften ihr IDM-Zelt höchst selbst abgebaut haben. Statt Schickmicki-Restaurants wurde selber gekocht. Der Wurstsalat von Sepp Meier soll angeblich nicht so schlecht gewesen sein. Alle Wünsche konnten sie nicht erfüllen, aber sie haben immer versucht, allen gerecht zu werden. Zur Not auch mit einem Schnitzel vom Grill, wenn schon jede Wurstbude im Fahrerlager geschlossen hatte.

Und nein, auch ich fahre nicht gerne jeden Monat an den Lausitzring. Aber wenn klar ist, dass man mit der IDM im aktuellen Zustand keinen Riesenreibach machen kann und sich Rennstreckenbetreiber und ADAC-Clubs als Veranstalter verschämt abwenden, bin ich froh, wenn MotorEvents nebenbei noch den Lausitzring betreibt und mal wieder sagt «dann machen wir das halt selber». Da fahr selbst ich lieber zum Lausitzring als daheim zu sitzen. Denn das wäre die Alternative gewesen.

Die Liste, was hinter den Kulissen an Wohltaten seitens MotorEvents, die nebenbei mit ihrer Firma alpha Technik noch in den IDM Sponsorpool einbezahlt und neben dem privaten Geld, das sie in den letzten vier Jahren für die IDM auf den Kopf gehauen haben, gelaufen ist, ist lang. Denn wenn es irgendwo fehlte, wurde eben in der eigenen Firma Personal rekrutiert, wie bei der Betreuung der Internetseite und der restlichen Öffentlichkeitsarbeit via Twitter, Facebook und Instagram. Und die Überstunden dieses Mitarbeiters wurden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht über die IDM Kasse abgerechnet, sondern landeten im Personalbüro daheim. Selbstverständlich ist das sicher nicht.

Ein Lobgesang auf die von Vielen so oft zitierten goldenen Zeiten der ProSuperbike wird es von mir sicherlich nicht geben. Denn das war damals eine brutale Zweiklassen-Gesellschaft. Während sich alternde Rennfahrer, die auf dem Weg in die Frührente waren – das Durchschnittsalter lag bei 30 Plus -, an den damals noch prall gefüllten Fleischtöpfen der Industrie bedienten, spielten alle andere, schon gar nicht der Nachwuchs, auch nur den Hauch einer Rolle.

Ausserdem hinkt der Vergleich von damals zu heute. Beim Blick auf die Verkaufszahlen von vor 25 Jahren dürfte so mancher Sales-Manager noch heute vor Glück in Tränen ausbrechen. Es gab auch noch kein Facebook, Live-Stream oder 24 Stunden Rundum-Betreuung in der Glotze. Da musste man seinen Hintern schon noch selber von der Couch runterbewegen, wenn man was erleben wollte und konnte als vermeintlicher Fan nicht dank Internet so tun, als wäre man tatsächlich dabei gewesen.

Wäre die IDM heute so wie die ProSuperbike damals, hätten wir nicht Markus Reiterberger, Xavi Forés, Kevin Wahr, Kenan Sofuoglu, Michael van der Mark und jetzt vielleicht Marvin Fritz auf dem Weg nach oben begleiten können, sondern sie hätten vielleicht noch für den letzten Reibach auf dem Weg nach unten mal bei uns vorbeigeschaut.

Eine traurige Veranstaltung war das letzte Industriemeeting beim IDM-Finale. Dass nach der gepfefferten Ansprache, vorgetragen von Bert Poensgen, nicht unbedingt die anwesenden Herren des DMSB aufspringen und mit der goldenen Ehrennadel nach den MotorEvents-Geschäftsführern schmeissen, ist nachvollziehbar. Doch hätte ich mir gewünscht, dass einer der anwesenden Industrievertreter soviel Mumm in den Knochen gehabt hätte, um zumindest ein paar offizielle Worte des Dankes auszusprechen. Auch wenn Yamaha-Cup-Betreuer Thomas Kohler mit ein paar warmen Worten seinen Teil zur Ehrenrettung beigetragen hat. Verdient hätten sie’s.

Und an alle, die es jetzt brutal in den Fingern juckt, zu schreiben, die IDM ist tot...ne ist sie nicht. War sie auch in den letzten vier Jahren nicht. Nachzulesen in den etwa 600 jährlich bei SPEEDWEEK.com erschienen Artikeln alleine zum Thema IDM. Hätte mich mein Chef gelassen, wäre mir auch noch mehr eingefallen. Und ein Vorschlag für die Zukunft: Einfach mal vorbei kommen, denn IDM macht Spaß. Ja echt jetzt.

Deswegen einfach mal Danke sagen an Josef Meier, Josef Hofmann und Bert Poensgen. Von meiner Seite ganz besonders an Sepp Hofmann, der wirklich jede noch so nervige Frage von mir mit einer Engelsgeduld beantwortet hat und vor allem in diesem Jahr wirklich immer ans Telefon gegangen ist, wenn er meine Nummer gesehen hat. Auch wenn er bestimmt das eine oder andere mal gedacht hat, oh ne...die schon wieder.

Sollte ich eines Tages mal ein völlig wahnwitziges und eigentlich undurchführbares Projekt vorhaben, das wenig bis keine Aussichten auf Erfolg, Geld oder Dank hat, hoffe ich, dass ich drei so Knaller an meiner Seite habe, die sagen «komm, wir machen das miteinander», denn dann kann eigentlich nichts schief gehen.

Also: Danke!

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Ein wenig Wahnsinn hilft in der IDM ungemein. Esther Babel mit Sepp Hofmann © Wiessmann Ein wenig Wahnsinn hilft in der IDM ungemein. Esther Babel mit Sepp Hofmann
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