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IDM-Alleinausrüster Pirelli: «Zufrieden mit 2018»

Von - 14.12.2018 12:06

Reifenhersteller Pirelli hat als Alleinausrüster aller IDM-Soloklassen die Titel sicher in der Tasche. Nach einem Jahr ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz und geben bei der Eigenvermarktung 2019 mehr Gas.

SPEEDWEEK.com: Seit März 2018 seid ihr Alleinausrüster der IDM Supersport 300, Supersport 600, Superstock 600 und Superbike. Wie zufrieden ist Pirelli im Nachhinein mit dem Deal?

Pirelli: Wir sind sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit mit den Organisatoren der IDM war von Anfang an von gegenseitigem Vertrauen und persönlichem Austausch geprägt. Seitens Teams und Fahrern gab es ein überaus positives Feedback. Die Teams hatten ebenso einen geringen Testaufwand, da wir gleichbleibende Mischungen über die gesamte Saison genutzt haben. Der Service vor Ort lief ebenso problemlos. Ich denke, auch bei den Fans wurde die Entscheidung gut angenommen. Alle Fahrer starten auf den gleichen Materialien, das sorgte für ein deutlich homogeneres Fahrerfeld in allen Klassen. Nicht zuletzt wurden die Meister Titel erst zum Finallauf in Hockenheim entschieden.

Seid ihr mit der Darstellung durch den Promoter zufrieden? Was würde sich Pirelli aus Sicht der IDM-Vermarktung noch wünschen?

Mit der Darstellung unserer Marke an den Rennstrecken waren wir für das erste Jahr sehr zufrieden. Für die kommende Saison planen wir sowohl unsere Präsenz an der Strecke als auch unsere Aktivitäten im Online- und Social Media Bereich weiter zu erhöhen.

Wie viele Reifen gingen in der Saison 2018 insgesamt über den IDM-Ladentisch?

Verkaufszahlen können wir leider nicht kommunizieren.

Warum bezahlen die Piloten ihre Reifenrechnung eigentlich beim Promoter und nicht bei Pirelli?

Als Hersteller fakturieren wird nicht direkt an Teams und Fahrer. Daher hat der Promoter die komplette Abwicklung der Reifenverkäufe übernommen. Unsere Aufgabe besteht in der technischen Beratung der Teams und Fahrer sowie dem Reifenservice vor Ort.

«Wir sind uns sicher, dass mit den richtigen Weichenstellungen die IDM zu einem Sprungbrett für eine internationale Karriere werden kann». Das erklärte zu Beginn der Saison Michael Müller, Sales und Marketing-Direktor bei Pirelli. In diesem Jahr gibt es leider keinen Piloten, der aus der IDM aufsteigt. Wie deckt sich das mit den Pirelli-Ideen, der IDM als Sprungbrett?

Dem können wir so nicht ganz zustimmen. Wir sind aktuell mit den in Frage kommenden Fahrern bzw. Teams in Kontakt, um über die Unterstützung in Richtung WM zu sprechen.

Wir bieten allen Meistern die Möglichkeit, in die nächst höhere IDM Klasse aufzusteigen bzw. den Sprung in die WM zu wagen. Wie sich der jeweilige Meister am Ende entscheidet, liegt natürlich immer bei ihm selbst.

Nur als Hinweis, in der Saison 2017 sind z.B. alle drei deutschen Meister in die WSBK aufgestiegen. Das beste Beispiel ist Markus Reiterberger, der sich in der IDM seine ersten Sporen verdient hat, aktuell Superstock-Europameister ist und nächstes Jahr in der WSBK Superbike-Klasse an den Start geht.

Wir sind natürlich weiterhin der Meinung, dass die IDM ein ideales Sprungbrett für den Aufstieg auf eine internationale Bühne darstellt.

Zwei Faktoren müssen laut Müller passen: «Die Größe und Qualität der Startfelder, sowie eine enge Verzahnung mit den Rennen der Superbike-WM. Bei beiden Aufgaben wollen wir die Organisatoren der Serie nach Kräften unterstützen.» Wie genau sahen die Verzahnung und die Unterstützung 2018 aus?

Seien wir mal ehrlich. Was erhofft sich der Rennsport Fan von einem Motorrad Rennen? Ein spannendes Rennen mit einem vollen Starterfeld, vielen Überholmanövern und einem packenden Zweikampf in der letzten Kurve. Das ist natürlich nur möglich, wenn die Starterfelder in den einzelnen Klassen gut besetzt sind und allen Fahrern eine gewisse Chancengleichheit geboten wird. Durch die Einheitsreifen-Regelungen bieten wir allen Fahrern das gleiche Material und somit die gleichen Chancen an. Unser langjähriges Engagement in der Superbike-WM bietet uns die Möglichkeit, den IDM Nachwuchs über unser schon beschriebenes Förderprogramm zu unterstützen.

Pirelli hat ein Förderprogramm ausgelobt. Darin enthalten auch mögliche Gaststarts beim Finale der WorldSBK, der Supersport 600 und Supersport 300-WM. Pirelli hätte die Kosten für Einschreibung und Reifen übernommen. Aber weder Toni Erhard, noch Max Enderlein oder gar Ilya Mikhalchik haben wir bei der WM gesehen. Warum kam das nicht zustande?

Das IDM-Finale auf dem Hockenheimring wurde am gleichen Wochenende ausgetragen wie der letzte europäische Lauf der WSBK in Magny-Cours. Die anschließenden WSBK Läufe fanden in Argentinien und Katar statt. Die Mehrkosten für Teams und Fahrer für ein Übersee Rennen wären hierbei nicht tragbar gewesen. Aber versprochen ist versprochen: Wir bieten allen drei Fahrern die Möglichkeit, ihren Gaststart bei einem europäischen WSBK Lauf in der kommenden Saison einzulösen. Da stehen wir zu unserem Wort.

Im Rahmen des Förderprogramms würde Pirelli auch den Aufstieg des Meisters in die nächsthöhere IDM-Klasse unterstützen. Also Erhard in der 600er-Klasse und Enderlein bei den Superbikes. Beides wird wohl nicht eintreffen. Auch die Förderung für den Aufstieg in die WM würde Pirelli unterstützen. Aber auch da gibt es keine Kundschaft. Maximal reden wir bei voller Ausschöpfung des Förderprogramms von 80.000 Euro, von denen jetzt Null Euro im Sport landen. Überdenkt Pirelli das Programm noch mal?

Das sind natürlich Entscheidungen der einzelnen Fahrer, da können und wollen wir nicht reinreden. In jedem Fall halten wir es für richtig und wichtig, das klare Signal zu geben: Wenn du den Schritt machen willst, unterstützen wir dich dabei. Darum läuft das Förderprogramm auch in der kommenden Saison weiter.

In der IDM fahren ja alle mit dem identischen Reifenmaterial. Wer macht denn nun die Testarbeiten für euch?

Durch unsere Rolle als Serienausrüster in Rennserien wie der WSBK, BSB, IDM haben wir eine sehr breite Fahrerbasis, von denen wir regelmäßig Feedback bekommen. Das fließt direkt in die Weiterentwicklung unserer Reifen ein und davon profitieren wiederum die Fahrer als auch unsere Kunden.

Sind für 2019 Änderungen geplant?

Konzeptionell ist keine Änderung für 2019 geplant, zumal die Saison 2018 für uns sehr zufriedenstellend abgelaufen ist.
Seitens der Produkte planen wir 2019 in der SBK-Klasse eine noch weichere Mischung anzubieten, mit dem Ziel die Rundenzeiten weiter zu verbessern und somit die internationale Wettbewerbs-fähigkeit der IDM zu demonstrieren.
In den Klassen SSP600/STK600 und SSP300 werden wir unseren neuen Diablo Supercorsa SC V3 anbieten, der im Rahmen der WSBK-Serie entwickelt wurde.

Eine Frage bleibt offen

Zur Zeit läuft unter den IDM-Teams eine Umfrage, die Mepoletten-Regel betreffend. Diese besagt, dass man an einem IDM-Wochenende insgesamt acht Sticker erhält, mit denen man dann acht Reifen verbraten darf. Regenreifen sind von dieser Regelung ausgenommen. Diese Regelung steht nun zur Disposition. Sollte diese Acht-Reifen-Regel komplett abgeschafft werden, darf man in Zukunft so viele oder so wenige Reifen brauchen, wie man möchte. Auf Nachfrage bei Pirelli gab es keine Antwort. Ein Umfrage-Ergebnis wurde vom IDM-Promoter noch nicht veröffentlicht.

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