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IDM 2017: Sie findet statt, aber es ist viel zu tun

Von - 19.05.2017 00:26

Der IDM-Auftakt auf dem Nürburgring mit einem neuen Promoter und einem neuen sportlichen Ausrichter offenbarte einige Schwachstellen. Aber Kritik ist nicht willkommen.

Wer sich am vergangenen Wochenende den IDM-Auftakt auf dem Nürburgring zu Gemüte führte, dem bot sich ein zwiespältiges Bild.

Beginnen wir mit dem Positiven.

Wir bewundern wirklich die Teams, die sich mächtig ins Zeug gelegt haben. Das sieht alles recht professionell aus. Auch neue Teams waren mit Vollausstattung dabei, obwohl sie alles ins Blaue rein planen mussten und auch damit rechnen mussten, dass alles umsonst hätte sein können. Denn die Internationale Deutsche Motorrad-Meisterschaft stand nach dem Rückzug von Promoter MotorEvents bis Februar auf wackligen Beinen.

In der IDM Superbike sahen wir 35 Teilnehmer am Start. Dieses Feld wurde vom neuen Promoter IVM als Riesenerfolg gefeiert.

Aber wir haben uns nochmals die Zahlen aus dem Vorjahr angeschaut. Damals waren im Lauf der Saison insgesamt auch 36 Fahrer unterwegs, wenn wir SBK und STK zusammenrechnen.

Wie immer sind am Jahresbeginn viele Fahrer dabei, bei denen wir jetzt schon sicher wissen, dass ihr Budget niemals bis zum Saisonende reicht. Für einige Rennfahrer war es sicher verlockend, mal IDM zu fahren, jetzt wo die Klassen zusammengelegt sind. Ja, die Teilnehmerzahlen bei den Superbikes waren ansprechend. Aber sie verhielten sich nicht so, dass man daraus ein Riesentheater machen müsste, im Stile von: «Waaaaahnsinn, so gut wie noch nie.»

Die IDM-Rückkehr von Markus Reiterberger bedeutet für diese Serie Segen und Fluch zugleich. Mit dem WM-erprobten BMW-Fahrer aus dem Team von Werner Daemen können die anderen Aspiranten einfach nicht mithalten.

Und jetzt kommen mit Zolder und Schleiz noch Strecken, wo Reiterberger den Konkurrenten schon immer ordentlich was aufgebrummt hat. Der Bayer zieht viel Aufmerksamkeit an – und auch Zuschauer. Aber wenn er die IDM-Läufe dauerhaft mit 25 Sekunden Vorsprung gewinnt, werden die Gegner bald die gute Laune verlieren.

Als echter Gewinn für die IDM ist der umstrittene Edgar Mielke mit seinem Youtube-Stream zu betrachten. Da er die Rennen nicht moderiert, das macht Markus Schocker, treten auch nicht ganzen Eddie-Hasser aus der MotoGP auf den Plan. Mielke hat seine Aufgabe mit Bravour erledigt, er kennt sich fachlich aus und ist mit viel Leidenschaft bei der Sache.

Was den IDM-Kanal bei Youtube betrifft, so sind die Zuschauerzahlen noch ausbaufähig. In der Spitze beim SBK-Rennen waren es 230. Das Live-Timing mit dem zugeschalteten Streckensprecher kam gut an. Auch die Sendungen mit Eddie gefielen uns.

IDM Supersport 600. Ja, es können mehr Teilnehmer sein. Die IDM braucht einfach eine Klasse zwischen den Cups oder einer 300-ccm-Maschine zu den Superbikes.

Erfreulich: Die Marken-Cups sind voll mit Fahrern. Die jeweiligen Hersteller feiern diese Situation entsprechend ab. Aber die breite Öffentlichkeit interessiert sich nicht für die Markenpokale.

In der Realität existieren 2017 nur drei IDM Klassen: SBK, SSP und Seitenwagen. Der Rest des Programms wird mit lähmenden Cups bestritten.

Die Hersteller bemühen sich um die IDM, aber von der angekündigten verbesserten Öffentlichkeitsarbeit ist bisher nichts zu sehen.

In der Eifel waren alle Hersteller-Vertreter vor Ort, es gab ein gemeinsames Treffen am Samstag. Es findet viel Selbstbeweihräucherung statt, der Serienmanager lässt sich von einer unterwürfigen Berichterstatterin interviewen, die für diverse Fachzeitschriften arbeitet, aber gleichzeitig IDM-Pressechefin ist, für die IDM-Akkreditierungen zuständig ist und die Funktionäre mit entsprechend geringem Argwohn befragt.

Wird diese Dame vom sportlichen Ausrichter bezahlt? Oder von der IVM? Und kann es im Sinne des Erfinders sein, dass die Pressechefin ihre eigenen Interessen in den Vordergrund stellt und Infos zögerlich oder gar nicht an andre Medien weitergibt? Die neue Pressestelle gab nur schleppend Infos an Journalisten weiter. Das ist nicht verwunderlich, aber unerträglich. Es gab keine Infos über den Fototermin, oder dass die Siegerehrung im Fahrerlager gemacht wird. Auch allgemein ist der Umgang mit dem Ansprechpartner mühsam.

Der Industrieverband Motorrad (IVM) hat sich mit einem Verlag ins Bett gelegt, sich ihm völlig unterworfen – und steht jetzt mit ein paar Flöhen auf.

Feintuning braucht es noch bei der Zeitnahme. Es gab keine Kombination aus erstem und zweitem Qualifying, was als nervig empfunden wurde. Auch das andauernde, automatische Umblättern von Seite 1 auf Seite 2 war ärgerlich.

Das Interesse der Journalisten an der IDM lässt zu wünschen übrig.

Es ist ja für die Herausgeber von Motorrad-Fachmagazinen wie «MO» kein Vergnügen, wenn die Mitarbeiter bei einem Konkurrenzverlag um Presseausweise betteln müssen. Diese unerträgliche Situation hat beim IVM offenbar niemand vorausgesehen.

Das Programmheft bei der IDM auf dem Ring war mit dem Faltblatt von MotorEvents identisch. Man kann es sich in die Hosentasche stecken, damit kann man leben.

Eine IDM-App gibt’s nicht mehr.

Ein Satz zur tristen Situation in der SSP 300, in der nur fünf Teilnehmer genannt haben, deshalb sollten die Fahrer aus dem niederländischen Yamaha-R3-Cup das Feld füllen. Aber die Fahrer aus dem Nachbarland dürfen eine andere ECU verwenden als die Deutschen. Deshalb haben die nicht ganz so flotten IDM-300-Jungs gegen die Holländer keinen Stich gemacht.

Und im ganzen Winter hat sich kein Mensch darum gekümmert, welche Motorsteuerung in den Niederlanden eingebaut und erlaubt wird?

Kommen wir allmählich zu den negativen Aspekten.
Sehr schade finden wir, dass von den neuen IDM-Machern alles Bisherige zum Großteil negativ dargestellt wird. Originalton von Benny Wilbers in der Mielke-Sendung: «Ich bin so froh, dass die IDM-Macher endlich Facebook entdeckt haben.»

Totaler Blödsinn. Auf welchem Planeten lebt Wilbers? Es passiert im Vergleich zum Vorjahr gar nichts auf Facebook. Keine Kurz-Info darüber, wer gewonnen hat. Nicht einmal ein Foto vom Podest. Nichts. Seit Montagfrüh steht auf Facebook und auf der Internetseite der Schlussbericht. Sonst nichts.

Die Fans vermissen eine eigene IDM-Website. Wer idm.de anklickt, wird auf eine schmalspurige Internet-Seite eines Magazins umgeleitet, was wahre IDM-Fans als Zumutung betrachten, zumal an dieser Website Jahrzehnte des technischen Fortschritts spurlos vorüber gegangen sind.

Die Fans bekommen auch keine aktuellen IDM-Bilder zu sehen. Bis heute Fehlanzeige. Man leistet sich keinen Serienfotografen mehr.

Von den Profis macht keiner den Job. Zuerst haben sich die neuen Verantwortlichen bei den Fotos aus dem letzten Jahr bedient und mit den Fotografen nicht einmal drüber geredet, wie es beim Copyright bei einer Zweitnutzung aussieht.

Eine internationale Rennserie, die im Jahr 2017 nicht einmal das bescheidene Honorar für Bilder bezahlen kann, ein Armutszeugnis.

Ein Gruppenfoto kam trotzdem zustande, die Qualität ist erbärmlich. Es schaut eher aus wie ein netter Firmenausflug oder wie der Sonntagsausflug eines Motorrad-Stammtischs. Den Begriff Selbstkritik scheint der neue sportliche Ausrichter noch nicht entdeckt zu haben.

Die Selbstdarstellung der neuen IDM-Macher erregte Missfallen. Die IDM, die wahrlich schon bessere Tage gesehen hat, wurde unermüdlich als Highlight gewürdigt. Die mit viel Protz angekündigte Party im Fahrerlager wurde aber leider abgesagt. Im Booklet war etwas über eine Einkaufsmeile zu lesen. Aber von ihr fehlte jede Spur. Wer hat sie gesehen?

Es wurde verzapft, es seien mehr Zuschauer erschienen als im Vorjahr, aber Zahlen gab es keine.

Unser Fazit: Das Produkt IDM kann sich sehen lassen.

Bei den Mitwirkenden macht sich aber Erschöpfung breit. Wir haben in den letzten IDM-Jahren schon so viele Serienmanager, Generalsekretäre, Promoter, Ausrichter und Pressechefs mit geringer Haltbarkeit erlebt. Und jetzt fängt wieder alles von vorne an. Die Serie wird sicher 2017 durchgezogen, die IVM bezahlt und hat einen Vertrag für 2017. Eine langfristige Planung sieht anders aus.

In punkto Promotion ist wenig bis gar nichts passiert. In Köln hingen IDM-Plakate. Juhu. Aber das war schon immer so. Das machten bisher immer die ausrichtenden Clubs wie eben jetzt der MSC Freier Grund.

Viel war bisher nicht zu lesen von der IDM 2017.

Der IDM-Saisonauftakt ist sauber über die Bühne gegangen. Aber die neuen Macher haben das Rad nicht neu erfunden. Öffentliche Pressekonferenz nach dem Rennen, Probefahrten mit Motorrädern der Hersteller – das hatten wir alles schon. Alles schon da gewesen. Und wenn jetzt noch einer mit einer «Biker Garderobe» protzt – das hatten wir schon vor 17 Jahren bei Udo Mark. Es ist irgendwie störend, wenn alte Ideen aufgewärmt werden und dann als neuer Riesengag verkauft werden. Diese ewigen Übertreibungen wirken peinlich.

Aber viele Ahnungslose werden sich davon blenden lassen.

Wenn die IDM-Promoter nicht bald massiv Geld in die Promotion investieren, kann man die Tickets (mit 14 Euro aktuell schon günstig) gleich herschenken – und die Bude wird trotzdem nicht voll.

Es war nicht alles schlecht, was in der IDM von Promoter MotorEvents in den letzten Jahren inszeniert wurde. Es fehlt den neuen Machern aber rundherum die Wertschätzung des bisher Geleisteten.

Dabei besteht wirklich kein Anlass, die IDM hochzujubeln.

Man sollte die überschüssige Energie lieber nützen, um die Ärmel hochzukrempeln und die offensichtlichen Schwachstellen auszumerzen.

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