Langbahn-DM

Scheeßel: Missglückte Bremsmanöver und Flugeinlagen

Von - 17.09.2018 13:50

William Matthijssen und seine Beifahrerin Sandra Mollema bewiesen auch auf der 1000m-Bahn in Scheeßel ihre Extraklasse. Sie gewannen alle Läufe in der Seitenwagenklasse.

Im Rahmenprogramm der Deutschen Langbahn-Meisterschaften der Solisten fuhren auch neun Gespanne, die am Vorabend schon in Vechta dabei waren. Der AC Vechta und der MSC Eichenring Scheeßel hatten im Vorfeld Kombinationsverträge mit den Teams vereinbart. Der Clou: Die fünf besten Gespanne vom Flutlichtrennen in Vechta vom Sonntagrennen in Scheeßel sollten zum Abschluss einen sogenannten Superlauf absolvieren.

Die Vechtaer hatten in den Vorjahren schon ähnliche Vereinbarungen mit dem benachbarten MSC Cloppenburg getätigt. Freitags Top-Speedway in Cloppenburg, tags darauf viele Piloten auf der Sandbahn im Reiterwaldstadion. Alles sehr lobenswert, mit Nachahmungscharakter für andere Clubs.

Nachdem am Samstag gut 6000 Zuschauer in Vechta dabei waren, kam am Sonntag in Scheeßel weniger Publikum. Schade, der Club hat alle finanziellen Möglichkeiten, eine Top-Bahn, aber die Ränge könnten besser gefüllt sein.

An den Gespannen lag es sicher nicht, dass irgendwie der ganz große Rahmen fehlte. Vor allem die Europameister William Matthijssen und Beifahrerin Sandra Mollema zeigten auf dem 1000m- Hochgeschwindigkeitskurs ihre Extraklasse. Sie gewannen alle ihre Läufe unangefochten.

Die Deutschen Meister Markus Venus/Markus Heiß vom RSC Pfarrkirchen wurden am Ende nur Dritte. Die Technikhexe hatte im vierten Seitenwagenvorlauf zugeschlagen. Nach einem Laufabbruch wollte das Dreirad zum Rerun partout nicht mehr anspringen.

Was war vorher passiert? Nun, da hatte es Markus Brandhofer und Beifahrer Tim Scheunemann so blöd erwischt, dass sie anschließend ihr Zeug zusammen packen konnten.

Nach dem Start waren Matthijssen/Mollema und Venus/Heiß vorneweg in Kurve 1 gebogen und schon auf dem Weg auf die Gegengerade, als in Kurvenmitte hinter ihnen Sven Holstein/Bonita van Dijk (NL) urplötzlich die Fahrt verlangsamten. Brandhofer/Scheunemann knallten ungebremst auf das Hindernis und flogen ab. Glücklicherweise ging das Ganze ohne größere Verletzungen ab, aber das Rennen war damit für das Team vom AMC Haunstetten vorbei.

Holstein hatte Dreck auf seine Brille bekommen und nichts mehr gesehen. So war es auch einen Lauf später, als die Niederländer auf der Zielgeraden ruckartig abstoppten und Oldie Karl Keil mit Youngster David Kersten im Boot einen seitlichen Abflug mit glücklicher Landung über das plötzlich auftauchende Hindernis machten, danach aber weiterfahren konnten. Die Niederländer wurden für diese Aktion, die wieder durch schlechte Sicht auf der Brille verursacht wurde, disqualifiziert.

Es gab zwei Finalläufe. Im ersten Finale der Tageswertung gewannen die Matthijssen/Mollema vor Venus/Heiß vom RSC Pfarrkirchen, den Briten Mitch Godden/Paul Smith, Keil/Kersten und Wilfred Detz/Wendy Arling aus den Niederlanden. Im sogenannten Superlauf, wo die fünf punktbesten Teams vom Vortag in Vechta und dem Rennen in Scheessel antraten, waren wie im Tagesfinale die ersten drei vorne, Vierte wurden hier Holstein/van Dijk.

I-Seitenwagen: 1. William Matthijssen/Sandra Mollema (NL), 16 Punkte. 2. Mitch Godden/Paul Smith (GB), 11. 3. Markus Venus / Markus Heiß (D), 8. 4. Wilfred Detz/Wendy Arling (NL), 8. 5. Karl Keil/David Kersten (D), 5. 6. Sven Holstein/Bonita van Dijk (NL), 3. 7. Shaun Harvey/Danny Hogg, (GB) 3. 8. Oliver Möller/Dana Frohbös (D), 3. 9. Markus Brandhofer/Tim Scheunemann (D), 2.

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