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Langbahn-GP

Kröger: Deutschland war mal das große Langbahnland

Von - 20.10.2016 09:00

Zu Beginn der Karriere von Matthias Kröger hatten Langbahnrennen in Deutschland einen anderen Stellenwert als heute. Speedway gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Nach seinem letzten Rennen im emsländischen Dohren sprach SPEEDWEEK.com ausführlich mit «Matten» Kröger. Im zweiten Teil des Interviews geht es um seine Beziehungen zum Langbahn- und Speedwaysport, um das liebe Geld, die Technik und die Gefahren im Bahnsport.

Teil 2:

Matten, bist du lieber Langbahn oder Speedway gefahren?

Die Begeisterung für die Langbahn war bei mir immer da, denn als ich anfing, war Deutschland noch das große Langbahnland und Langbahnrennen hatten in Deutschland damals noch einen größeren Stellenwert als heute, wo Speedway immer mehr an Bedeutung gewinnt. Zu meiner Zeit früher hatten wir wenig Speedwayveranstaltungen, dafür war man mehr auf den Langbahnsport fixiert. Heute weiß ich nicht, ob ich noch mal so viel Langbahn fahren würde. Früher war die Situation anders. Das wandelt sich.

Wie siehst du deine Leistungen auf der Langbahn?

1989 war ich richtig gut auf der Langbahn, aber dann hatte ich in Rastede einen wirklich schweren Sturz und konnte dann an der EM, wo Robert Barth zum ersten Mal Europameister wurde, nicht teilnehmen. 1995 war ich dann im EM-Finale dabei. Kelvin Tatum siegte, ich wurde Fünfter oder Sechster. Insgesamt gesehen war ich auf der Langbahn immer vorne mit dabei, aber zu einem Einzeltitel hat es leider nie gereicht, auch im Speedway nicht.

Immerhin bist du Team-Weltmeister geworden.

Ja, wenn ich dabei war, sind wir Weltmeister geworden und zwar fünfmal (lacht). Nein im Ernst, wichtig im Team ist es tolerant zu fahren und zu handeln, einen toleranten Mann im Team zu haben. So einer bin ich.

Du bist auch eine Speedway-Saison in England gefahren. Wie kam es dazu?

Das war im Jahr 2008. Stephan Katt ist zu der Zeit für Somerset gefahren und bevor das neue Team der Presse vorgestellt werden sollte, war noch ein Training angesetzt. Stephan hatte beim Club angefragt, ob ich da nicht ein paar Runden mitfahren könne und so kam es dann auch. Die haben gesehen, dass ich auf dieser Bahn gut zurechtkam, aber da das Team schon voll war, habe ich mir auch keine weiteren Gedanken darüber gemacht. Im April kam dann aber ein Anruf, es hätte sich ein Fahrer verletzt, ob ich nicht einspringen möchte. Ich habe zugesagt und bin dann rüber. Im ersten Heimrennen habe ich gleich zweistellig gepunktet und war danach fest im Team.

Hast du zuhause in Bokel oder in England gewohnt?

Eigentlich mehr im Flugzeug, denn es waren zirka 40 Flüge. 

Hat sich die Sache gelohnt?

Ich kann sagen, es war eine gute Erfahrung, aber gelohnt? Nein, denn wenn man viel fliegt und reist, dann lohnt sich das finanziell nicht.

Bleiben wir beim Geld. Kann man vom Bahnsport leben?

Ohne Sponsoren kann man das nicht. Die Motoren müssen so oft zum Service, weil sie am Drehzahllimit sind, und diese Kosten sind von einem einzelnen kaum zu tragen.

Braucht man eigentlich getunte Motoren oder könnte man auch mit nicht getunten Motoren fahren, um die Kosten niedrig zu halten?

Wenn du in der Spitze mithalten willst, brauchst du das. Die Motoren werden immer stärker und überall wird nach noch mehr Leistung gesucht. Aber ich bin mit meinem Service ja dafür da, dass die Motoren eben nicht kaputt gehen. 

Könnten die Fahrer ihre Motoren nicht selbst revidieren, so wie du es gemacht hast? Sie müssten natürlich die entsprechenden Kenntnisse und Möglichkeiten haben.

Das ist genau der Punkt wo es schwierig wird. Mit dem Service eines Motors geht mindestens ein Tag Zeit ins Land. Welcher Fahrer, der nebenbei noch arbeitet oder auch der Profi, der von England nach Schweden oder Polen fliegt, kann das leisten? Es bleibt keine Zeit. Der Fahrer muss sich darauf verlassen können, dass sein Motorrad in Ordnung ist. Er braucht seine Zeit, um sich auf das nächste Rennen vorzubereiten. Er muss sich auf das Fahren konzentrieren. Als Eigentuner wie ich merkt man das schon, dass man zu viele andere Sachen im Kopf hat. Finanziell ist es ein Vorteil, wenn man Ahnung hat und alles selbst machen kann, aber als Fahrer ist das ein Nachteil, denn man hat den Kopf nicht frei. Wenn man nur fahren kann, ist es einfacher.

Hat sich die Technik im Laufe der Jahre verändert?

Nur gering, weil es die Bestimmungen nicht anders zulassen. Wenn man die letzten 30 Jahre betrachtet, hat sich viel geändert. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich aber nicht viel getan. Der große Umbruch war der Umstieg vom stehenden auf den liegenden Motor, dann die Vergasersache. Aber der Fahrstil hat sich verändert, ja, er ist fast freestylemäßig geworden. Wenn die Bahnen es zulassen, dann fahren die Fahrer heute mit den Hinterrädern an die Airfence und versuchen sich da Antrieb zu holen. Oder wie im GP, wenn die Fahrer ausgangs Kurve nebeneinander an der Planke entlang fahren mit der Fußraste im Dreck. Das ist genauso ein Limit wie ein Backflip. 

Ist das Risiko im Bahnsport nicht zu groß? Ist der Sport nicht zu gefährlich?

Bahnsport ist gefährlich. Es wird immer am Limit gefahren, Hinterrad an Vorderrad und das ist gefährlich bei Berührungen. Dann kommt dazu noch die Bande, es gibt es keine Auslaufzone. Die Einführung der Airfences war auf jeden Fall ein Fortschritt in Bezug auf die Sicherheit.

In England fährt man auf Grasbahnen, die mit Pflöcken und Fangseilen begrenzt sind. Das ist nicht dein Ding, nicht wahr?

Das halte ich für eine extreme Sache, für mich kam das zuletzt nicht mehr in Frage. Wenn man mit der Fußraste an der Planke entlang rutscht, dann bleibt man nicht hängen, in England hakt sich dort die Fußraste oder das Hinterrad ein. Da hast du keine Chance. An der Airfence kann das zwar auch passieren, aber dann landet man anschließend auch da drin. Da halten sich die Schäden meistens in Grenzen.

Teil 3 folgt.

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