Langbahn-Team-WM

Deutscher Teammanager Josef Hukelmann ist abgeblitzt

Von - 17.08.2018 09:26

Teammanager Josef Hukelmann kritisiert die mangelnde Bereitschaft, für die deutsche Nationalmannschaft fahren zu wollen. Beim Langbahn-Team-WM-Finale am 1. September in Morizes ist das Team Germany Außenseiter.

Die Enttäuschung ist dem langjährigen Langbahn-WM-Teammanager Josef Hulekmann deutlich anzumerken. Hart geht er mit jenen Fahrern ins Gericht, die ihm in den vergangenen Wochen aus den unterschiedlichsten Gründen Absagen erteilt haben. Nur für wenige zeigt er Verständnis. Statt Smolinski, Dilger, Diener, Katt oder Hülshorst werden am 1. September Michael Härtel, Lukas Fienhage, Jörg Tebbe und David Pfeffer Verantwortung übernehmen und gegen die Niederlande, Frankreich, Großbritannien, Schweden und Tschechien ihr Bestes geben.

«Nach einer Phase der Niedergeschlagenheit freue ich mich nun sehr auf den zwölften Team-Wettbewerb der Geschichte und eine Mannschaft, die zu hundert Prozent hinter den schwarz-rot-goldenen Farben steht», sagte Hukelmann.

Martin Smolinski, Stephan Katt, Bernd Diener, Max Dilger, Christian Hülshorst, Erik Riss – Teammanager Jupp Hukelmann hat, wie in jedem Jahr, mit allen gesprochen, die für die Langbahn-Team-WM in Frage kamen – und hat durchweg Absagen kassiert. Verständnis äußert er lediglich für Diener («Die Bahn ist wirklich nicht auf ihn zugeschnitten, zudem hat er ein gewisses Alter») und Erik Riss («Er fuhr mit Ausnahme von Marmande das gesamte Jahr nicht auf der Langbahn und hat auch zu Saisonbeginn nicht für die Langbahn-WM Interesse geäußert und gemeldet»).

«Ich habe immer gedacht, dass ich mich auf die Leute verlassen kann», so Hukelmann. Damit meint er nicht nur ausschließlich Fahrer, sondern auch Veranstalter, die potenzielle Nationalmannschaftsmitglieder mit Geld ködern. Wobei: Umsonst müssen laut Hukelmann auch Nationalmannschaftspiloten nicht fahren: «Für den WM-Titel gibt es 6600 Euro an Prämie und Zuschuss des DMSB.»

Vor Jahren, als es kostenintensiver nach Skandinavien ging, hat Hukelmann auch schon selbst nach weiteren Sponsoren gesucht und sie gefunden – und das Geld unter dem deutschen Quartett verteilt. Hukelmann: «Leider scheint es inzwischen so zu sein, dass wir Individualisten haben, die nur an sich denken und wenig Nationalbewusstsein besitzen.»

Gefreut hat sich Hukelmann, der kurzzeitig sogar mit einer Absage des Teamwettbewerbes liebäugelte, aber auch: «In Güstrow haben mir zwei nicht mehr aktive Fahrer und ehemalige Teamweltmeister signalisiert: Wenn alle Stricke reißen, fahren wir! Das war ernst gemeint und hat gut getan.» Auch Jörg Tebbe holte Hukelmann zurück auf den Boden der Tatsachen: «Er machte mir klar: Wir sagen auf gar keinen Fall ab. Zur Not fahren wir zu dritt.»

Dennoch stellt sich für Hukelmann die Frage: «Wie viel ist den Langbahnpiloten ihr Sport noch wert?» Mittelfristig sei es auch vom Verband her nicht akzeptabel, dieses Verhalten zu tolerieren: «Da werden Taten folgen müssen. Es kann nicht sein, dass jeder nur für sich die Rosinen herauspickt und das große Ganze nicht sieht.»

Ein klares Bekenntnis zur Nationalmannschaft hat hingegen das jetzt nominierte Team abgegeben. Michael Härtel, der in Morizes sein erstes Rennen nach seinem schweren Unfall in La Reole im Juni bestreiten will, sagte laut Hukelmann «sofort und klar und deutlich zu». Auch, wenn noch nicht ganz klar ist, ob bis Anfang September Härtels Verletzung tatsächlich auskuriert ist, lobt Hukelmann die Einstellung des 20-jährigen Dingolfingers: «Seine Grundeinstellung stimmt!» Letzteres gilt laut dem Teammanager auch für den 18-jährigen Lukas Fienhage aus Lohne, der im vergangenen Jahr sein Debüt in der Nationalmannschaft feierte und auf Anhieb mit ihr Gold gewann. Jörg Tebbe aus Dohren, mit 39 Jahren Senior der Mannschaft, wird ebenso dabei sein wie David Pfeffer. Der 21-Jährige aus Hohberg bei Offenburg freut sich laut Hukelmann auf seinen Nationalmannschaftseinsatz: «Er teilte mir mit, alles zu geben, was möglich ist.» Für den Fall der Fälle, dass Michael Härtel nicht starten kann, steht mit Danny Maaßen (24/ Nordhastedt) ein von der Speedwaybahn bekanntes Talent parat.

Die deutsche Nationalmannschaft, die bei elf Wettbewerben acht Mal Gold und zwei Mal Silber holte, wird am 1. September die Favoritenrolle an Gastgeber Frankreich abtreten. Die westliche Nachbarnation schaffte es seit 2007 zwar schon sieben Mal aufs Podest, bislang glänzten die Medaillen allerdings immer nur silbern oder bronzen.

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