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Sieger Dominique Aegerter: Die Schweizer in Euphorie

Von - 10.09.2017 14:15

Erster Schweizer Doppelsieg in der GP-Geschichte, erster Suter-Sieg seit 2014, zweiter GP-Sieg für Domi Aegerter – es gab in Misano viele Gründe für den Jubel der Eidgenossen.

In der Schweiz herrscht seit dem Le-Mans-Katastrophe im Jahr 1955 ein Verbot von Rundstreckenrennen. Trotzdem spielten die Schweizer Motorradasse in der WM immer eine Rolle.

2014 fuhren noch fünf Schweizer in der Moto2-WM-Klasse, jetzt sind es immerhin noch drei.

Und alle drei brausten beim Misano-GP unter die Top-Ten: 1. Domi Aegerter. 2. Tom Lüthi. 10. Jesko Raffin.

Erstmals seit Silverstone-GP 1983 (125 ccm) mit Hans Müller (2.) und Bruno Kneubühler (3.) standen zwei Schweizer in einer Soloklasse auf einem GP-Podest.

Und erstmals seit 1949 gelang den Eidgenossen ein Doppelsieg in einer Soloklasse.

Als Tom Lüthi Mitte August seinen Aufstieg in die MotoGP-Klasse bei Marc VDS besiegelte, schrieb sein Ex-Teamkollege Domi Aegerter in den sozialen Medien: «Gratuliere, Tom. Aber bevor du aufsteigst, möchte ich noch gemeinsam mit dir auf einem Moto2-Podest stehen.»

Was damals ziemlich illusorisch erschien, wurde heute beim Misano-GP Tatsache – auch wegen des Wetterumsturzes.

Es war der erste Sieg von Kiefer Racing in der Moto2 seit Stefan Bradl dem Regenrennen in Silverstone 2011. Und es war der erste GP-Triumph für Suter seit Valencia 2014 durch Tom Lüthi.

Aegerter selbst hat bereits einmal auf Suter gewonnen – 2014 auf dem Sachsenring.

Und dieser Suter-Triumph beendete auch die 46 Rennen andauernde Siegesserie von Kalex, die seit dem Texas-GP 2015 andauert, als Sam Lowes auf der Speed-up siegte.

«Als ich heute in der Früh aufgestanden bin, dachte ich, unser Plan wird nicht aufgehen», meinte der Sieger. «Denn wir hatten im Trockenen hier eine wirklich gute Pace. Aber jetzt bin ich natürlich happy», strahlte der Berner. «Anfangs war ich über den Regen nicht so froh. Im Rennen waren die Verhältnisse wirklich extrem schwierig. Es hat heftig geregnet, manche Stellen waren sehr rutschig. Als Morbidelli stürzte, redete ich mir ein: 'Bleib ruhig, push nicht zu viel.' Ich konnte eine gute Pace fahren und manchmal gegen Tom fighten. Als in den letzten Runden Syahrin aufholte, ist es mir gelungen, das Tempo etwas zu erhöhen.»

Aegerter: «Es ist ein großartiges Gefühl, jetzt an der Spitze zu sein, noch dazu mit Tom, zwei Schweizer aus einem kleinen Land, das keine Rennstrecken hat. Mein Dank gilt dem Team Kiefer Racing und unserem Hersteller Suter. Sie haben mir ein Motorrad hingestellt, mit dem man gewinnen kann. Das freut mich wirklich.»

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