Moto2

Philipp Öttl: Wintertest mit 2018-Moto2-Bike verboten

Von - 05.11.2018 08:22

Moto2-Rookie Philipp Öttl muss sämtliche angestellten Überlegungen für die kommenden Wintertests über den Haufen werfen. Grund dafür sind neue Bestimmungen der Teamvereinigung IRTA.

Peter und Philipp Öttl waren überzeugt, dass der deutsche Moto2-Rookie aus Ainring im Dezember und Januar trotz des Testverbots mit einer Moto2-KTM mit Honda-CBR600RR-Einheitsmotor auf allen möglichen Rennstrecken testen kann, um sich an die Moto2-Power zu gewöhnen. Weil dieses Bike nach dieser Saison aussortiert und 2019 durch die Maschinen mit den neuen 765-ccm-Dreizylinder-Triebwerken von Triumph ersetzt wird, sollte dieses Gefährt nicht unter das Testverbot für «track familiarisation» (so wird im Fachjargon das Kennenlernen der Strecken bezeichnet) fallen. Dachte man.

Doch am Freitag wurde in Sepang ein Meeting der Teamvereinigung IRTA durchgeführt, bei dem alle Teams dafür plädierten, diese Bikes ins Museum zu stellen oder an CEV-Moto2-Teams zu verkaufen, um das Testverbot zu respektieren und die Teams nicht mit verkappten Rennmaschinen den ganzen Winter fahren zu lassen.

Philipp Öttl muss sich also jetzt als KTM-Fahrer heimlich eine Yamaha R6 oder eine Honda CBR600RR besorgen, wenn er sich ans Fahren mit einem hubraumstärken Motorrad gewöhnen will – nach sechs Jahren auf der knapp 60 PS starken 250-ccm-Einzylinder-Moto3-KTM. Denn sogar mit der serienmäßigen 765 ccm Triumph Street Triple ist das Fahren während des Testverbots im Dezember und Januar strikt untersagt. Aber da handelt es sich sowieso um ein Naked-Bike, das Supersport-Modell von Triumph ist immer noch die Daytona 675.

Teambesitzer Peter Öttl wusste am Samstag noch nichts von dieser Entscheidung des IRTA-Komitees, als ihn SPEEDWEEK.com in Kenntnis setzte.

«Das ist mir neu, denn beim Silverstone-GP habe ich Technical-Director Danny Aldridge dazu befragt, er hat so ein Vorgehen als reglementskonform bezeichnet. Aber jetzt wurde es wohl geändert. Schade, wir haben von KTM das Moto2-Testmotorrad von 2018 bekommen, es wird nach Valencia gebracht. Denn dort testen wir am 27./28. November mit dem Moto3-Team und Aron Canet zwei Tage lang, da hätte Philipp mit dieser Moto2-Maschine fahren können. Und nachher hätten wir das Motorrad bei Julian Miralles in Valencia gelassen – und Philipp wäre ein paarmal im Winter runtergeflogen, um damit zu fahren. Jetzt darf er nur im November damit noch testen. Ab 1. Dezember darf er nur noch mit einer Supersport-Maschine üben.»

Die Vorschrift gilt natürlich auch für die anderen Moto2-Rookies Bezzecchi, Martin, Di Giannantonio und Bastianini sowie die bisherigen Moto2-WM-Fahrer.

«Wir wollten Philipp schon im Sommer mit der Triumph Daytona 675 meines Bruders Hans in Rijeka fahren lassen», erzählte Peter Öttl. «Aber im Reglement steht, dass für so eine ‚track familiarisation’ der Unterschied zu den GP-Bikes mindestens 100 ccm betragen muss. In der Moto2 wurde in diesem Jahr mit 600 ccm gefahren, also war der Unterschied zur 675er nicht groß genug.»

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Philipp Öttl bei seinem Moto2-Debüt in Aragon im September © Fitti Weisse Philipp Öttl bei seinem Moto2-Debüt in Aragon im September
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