Moto2

Marcel Schrötter (Intact): «Mir fehlte die Konstanz»

Von - 10.12.2018 14:09

Marcel Schrötter hat inzwischen 157 Grand Prix absolviert und 2018 einen Meilenstein gesetzt – erster Podestplatz. Der Kalex-Pilot analysiert im Interview, was ihm noch zum Siegfahrer fehlt.

Marcel Schrötter begann seine zweite Moto2-WM-Saison im deutschen Dynavolt Intact-GP-Team mit großen Hoffnungen, denn erstmals fuhr er eine Kalex mit Öhlins-Suspension. Im ersten Intact-Jahr hatte er sich mit einer Suter MMX2 zurechtfinden müssen.

Die Steigerung konnte sich tatsächlich sehen lassen: Der 25-jährige Pflugdorfer schloss die WM als Gesamtachter ab, er erkämpfte in Le Mans, Catalunya und Asen drei vierte Plätze, ehe er mit Platz 3 beim Misano-GP endlich den ersten Podestplatz in der WM eroberte.

Aber bei den letzten fünf Grand Prix gelangen Schrötter keine Top-5-Ergebnisse mehr, er wurde zweimal Neunter, einmal Zehnter und einmal Siebter, dazu kam der Sturz in Thailand. Deshalb verpasste der Bayer den angestrebten sechsten WM-Rang gegen Joan Mir noch um acht Punkte. Das war ein kleiner Wermutstropfen nach einer über weite Strecken sehr überzeugenden Saison.

Marcel, du bist in der Moto2-WM verschiedene Fabrikate gefahren, 2012 sogar eine Bimota, 2014 und 2015 eine Tech3. 2013 hast du bei SAG eine Kalex gesteuert. 2014 hattest du bei AGR eine Kalex, aber mit WP-Suspension. Hast du erst 2018 endlich das bestmögliche Materialpaket für die Moto2-WM gehabt?

90 Prozent der Fahrer im Feld haben identisches oder ähnliches Material. Auch damals mit WP hatten wir konkurrenzfähiges Material, wir hatten 2014 mit der Kalex ein paar gute Ergebnisse, zum Beispiel mit Platz 7 in Australien, aber es fehlte die Konstanz, weil ich mich mit diesem Motorrad nie von Wochenende zu Wochenende wohl gefühlt habe, so wie ich es in diesem Jahr bei Intact gehabt habe. Das zeichnet die Unterschiede bei den Teams aus und vor allem die Arbeit mit dem Crew-Chief.

Bei Intact ist es uns mit Crew-Chief Patrick Mellauner gelungen,  unser Motorrad von der Basis so abzustimmen, dass es auf jeder Strecke funktioniert hat. Das haben wir 2018 gehabt. Ich war auf jeder Strecke im FP1 oder FP2 vorne dabei.

So eine Situation hatte ich damals bei AGR nicht. Das war das Hauptproblem. Ich musste damals mein Motorrad an jedem Wochenende dreimal komplett umbauen lassen. Ich hatte praktisch für jede Session ein neues Motorrad.

In einer Klasse wie der Moto2, wo jedes Detail und minimale Unterschiede wichtig und entscheidend sein können, macht das halt den Unterschied aus.

Weltmeister Pecco Bagnaia sagte in der Saison 2018 einmal auf die Frage, warum er jetzt WM-Leader sei und 2017 WM-Fünfter geworden sei: «Wir haben jetzt Öhlins statt WP.»

WP hat in den letzten Jahr stark eingeschlagen. Öhlins hat sich vielleicht in den Jahren davor etwas ausruhen können, weil sie alles dominiert haben und alle Öhlins verwendet haben. Das war wahrscheinlich ganz gut für Öhlins, es war eine Art Weckruf. Die Schweden haben deshalb in den letzten zwei Jahren extrem viel Gas gegeben. Wir haben von Öhlins momentan sicher Topmaterial.

Du hast mit den Strecken in Buriram und Motegi etwas Mühe gehabt. So waren im Herbst die Podestplätze ausser Reichweite. Es fehlte noch diese Souveränität, die Pecco Bagnaia ausstrahlte, der in seiner zweiten Moto2-Saison die WM und acht Rennen gewann. Auch Luca Marini war zu unbeständig, ähnlich wie die KTM-Piloten Oliveira und Binder. Du musst also noch einen nächsten Schritt machen, wenn du 2019 um den Titel fighten willst?

Wir haben 2018 einen Schritt nach vorn gemacht und waren fast immer vorne mit dabei. Wir waren dann in der Weltspitze, und dass in der Moto2 der Level sehr hoch ist, ist klar.

Bei Bagnaia ist es einfach ideal gelaufen. So wird man dann Weltmeister.

Er war einfach saustark. Nichts gegen Oliveira, der auch brutal starke Rennen gefahren ist, aber er hatte nie die Konstanz drin, und genau das hat den Unterschied zwischen dem ersten und dem zweiten WM-Rang ausgemacht.

Oliveira war oft im Qualifying zu weit hinten. Er ist manchmal vom 18. Platz gestartet… In Silverstone war er im Quali 21. Er hat also Glück gehabt, dass wir dort am Sonntag nicht gefahren sind.

Bagnaia hatte diese Konstanz, die den Unterschied ausgemacht hat, deshalb ist er am Ende der Meisterschaft ganz vorne gestanden.

Aber es ist sicher extrem schwer in dieser Klasse, an jedem GP-Wochenende auf dem Podium zu landen.

Nur Bagnaia ist das gelungen. Er hat immer wieder andere Gegner neben sich auf dem Podest gehabt. Aber er war immer dabei.

Kombinierte Zeiten vom 23., 24. und 25. November

1. Marini, Kalex, 1:41,524 min
2. Lowes, Kalex, + 0,268 sec
3. Alex Márquez, Kalex, + 0,377
4. Gardner, Kalex, + 0,467
5. Baldassarri, Kalex, + 0,511
6. Navarro, Speed-up, + 0,672
7. Schrötter, Kalex, + 0,717
8. Fernandez, Kalex, + 0,740
9. Nagashima, Kalex, + 0,758
10. Vierge, Kalex, + 0,781
11. Bulega, Kalex, + 0,787
12. Lüthi, Kalex, + 0,873
13. Binder, KTM, + 0,941
14. Manzi, MV Agusta, + 1,219
15. Corsi, Kalex, + 1,258
16. Di Giannantonio, Speed-up, + 1,288
17. Bastianini, Kalex, + 1,351
18. Odendaal, NTS, + 1,356
19. Locatelli, Kalex, + 1,364
20. Tulovic, KTM, + 1,392
21. Pawi, Kalex, + 1,488
22. Aegerter, MV Agusta, + 1,599
23. Martin, KTM, + 1,837
24. Pratama, Kalex, + 1,981
25. Bezzecchi, KTM, + 2,128
26. Lecuona, KTM, + 2,129
27. Chantra, Kalex, + 2,376
28. Dixon, KTM, + 2,624
29. Öttl, KTM, + 2,683
30.
Bendsneyder, NTS, + 3,040
31. Cardelus, KTM, + 3,279

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Marcel Schrötter mit Crew-Chief Patrick Mellauner © Glänzel Marcel Schrötter mit Crew-Chief Patrick Mellauner Marcel Schrötter auf der Kalex-Triumph in Jerez © Fitti Weisse Marcel Schrötter auf der Kalex-Triumph in Jerez
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