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Triumph: Wurde der Aufwand für Moto2-WM unterschätzt?

Von - 01.09.2019 08:41

Triumph ist als neuer Lieferant der Moto2-Einheitsmotoren nicht unumstritten. Manche Teams und Fahrer fragen sich, ob die Briten die Kosten unterschätzt haben.

Ganz problemlos verläuft die erste Moto2-WM-Saison mit den neuen 765-ccm-Dreizylinder-Einheitsmotoren von Triumph bisher nicht. Die Teams halten sich zwar mit Kritik zurück, weil ihnen von der Dorna uns IRTA nur 20.000 Euro pro Fahrer und Saison in Rechnung gestellt werden. Aber die Tatsache, dass beim Überdrehen von Motoren jetzt eine Strafe von bis zu 9000 Euro (offiziell als Kostenbeteiligung abgetan) fällig wird, ärgert die Fahrer.

Offenbar hat Triumph den Aufwand für die Bereitstellung und den Betrieb der Einheitsmotoren unterschätzt. Jedenfalls werden 2019 erstmal seit Gründung der Moto2-Klasse 2010 keine Wildcard-Fahrer akzeptiert. Man könne den Teams nicht zumuten, dass sie sich mit der komplizierten Einheits-ECU von Magneti Marelli zurechtfinden, lautet die offizielle Begründung.

Triumph befürwortet außerdem die geplante Reduktion des Teilnehmerfelds für 2020 von 31 auf 28 bis 26 Fixstarter. Diese wird sich ohnedies nicht ganz durchsetzen lassen, aber Tech3 zieht sich zurück, und Teams wie Petronas und Gresini bekommen den zweiten Platz als «commercial entry», desgleichen Forward wie schon 2019. Für eine «kommerzielle Nennung» zahlen Dorna und IRTA keine Zuschüsse, so gehen diesen Teams Einnahmen (Startgeld, TV-Geld, Bonus, Reisekostenersatz) bis 230.000 Euro pro Jahr und Fahrer verloren.

Damit Triumph und Dienstleister ExternPro weniger Motoren bereitstellen müssen, wurden für 2019 auch die Testteams der Hersteller verboten. KTM hatte also keine Chance, den technischen Chassis-Rückstand wettzumachen. Die fünf erlaubten Testtage mit dem Red Bull Ajo-Team und Brad Binder waren schon im April aufgebraucht. Das war einer der Gründe für die im Frühjahr schwachen Ergebnisse von KTM, die zum Rückzug aus dieser Klasse per Saisonende führten. 2019 setzt KTM immerhin neun Moto2-Fahrzeuge ein. Suter und Tech3 sind nach 2018 als Moto2-Chassis-Hersteller ausgestiegen.

Eigentlich bestand die Hoffnung, dass Triumph 2020 auch die Motoren für die Moto2-EM liefert, Aber dort wird für 2020 weiter mit Honda-Triebwerken geplant.

Trotzdem: Die Teams sind sich einig, dass die Triumph-Motoren und die Elektronik von Magneti Marelli gegenüber den veralteten Honda CBR 600RR-Motoren einen klaren Fortschritt darstellen. «Wir sind zufrieden mit den Motoren», betont Intact-Teamprinzipal Jürgen Lingg. «Das geht alles problemlos. Nur die Getriebe-Abstufungen sollten meiner Meinung nach geändert werden. Dass es keine Wildcards gibt, finde ich nicht tragisch. Und das Verbot der Testteams trifft alle Hersteller gleich. Das hätte sich eh nur KTM leisten können.»

Lingg zeigt auch Verständnis für die umstrittene Methode, notorische Überdreh-Sünder durch eine Kostenbeteiligung zu bestrafen. «Das Überdrehen muss einfach nicht sein», sagt Technical Direktor Lingg. «Das sollte jeder GP-Fahrer in den Griff kriegen.»

Die Intact-Mannschaft litt und leidet jedoch an der Einführung der neuen breiteren Hinterreifen, die Dunlop ab Jerez liefert. Lingg: «Ich verstehe nicht, warum das erst ab Jerez gemacht wurde. Die Testteams sind 2018 ein ganzes Jahr mit den 195-Hinterreifen gefahren und haben die 2019-Motorräder entsprechend konfiguriert. Mit dem 200er-Reifen hat sich das Motorrad erheblich verändert.»

Triumph: Verkaufszahlen gesunken

Triumph Motorcycles hat 2018 erstmals in acht Jahren einen Verkaufsrückgang erlitten. Die verkaufte Stückzahl fiel von 63.404 auf 61.505 Exemplare.

Die Mutterfirma Bloor Investments berichtete, bis dahin seien die Verkäufe fünf Jahre lang um mehr als 3 Prozent gestiegen.

Der Umsatz wuchs nicht zuletzt dank der klassischen Modelle wie der Bonneville Scrambler 1200 und der Street Triple auf 502 Millionen Pfund, aber die Profite gingen wegen Währungsverlusten zurück. Denn mehr als 85 Prozent der Einnahmen stammen aus Ländern, in denen nicht mit Pfund Sterling bezahlt wird.

Triumph verkauft in Märkten wie den USA, betreibt eine Fabrik in Thailand und baut die meisten Motorräder in Brasilien zusammen.

Der Brexit könnte Triumph wirtschaftlichen Schaden zufügen.

Triumph wurde 1902 gegründet und befindet sich jetzt im Besitz des Bauunternehmers John Bloor.

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